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Das Wunder der Heliane
»Ich ging zu ihm, der morgen sterben sollt.
Der Abend neigte sich – da ging ich hin.
Er bat mich um mein Haar, ich gab es ihm.
Er bat um meine Füße, aus den Schuhen
trat ich und gab ihm die entblößten Füße.
Er warf sich hin, erflehend meinen Leib,
da löst ich das Gewand von mir und stand,
wie mich mein Gott erschaffen, vor ihm: nackt.
Ich war sein in Gedanken ... ja, ich war’s!«
Rauschhaft schöne Musik macht das Wesen von Erich Wolfgang Korngolds Oper »Das Wunder der Heliane« aus. Verführerischer Klang, eine grandiose Gesamtanlage, brillante melodische Einfälle und perspektivenreiche Mittelstimmen ziehen den Hörer in den Bann und lassen ihn so schnell nicht wieder los. Uraufgeführt 1927 in Hamburg, wurde das Werk nie so berühmt wie die sieben Jahre ältere Oper »Die tote Stadt«, die in Lübeck 2013 mit großem Erfolg gespielt wurde. Musikalisch aber ist »Das Wunder der Heliane« wohl noch wichtiger im OEuvre des Komponisten, der als Wunderkind in Wien eine steile Karriere begonnen hatte und ab 1934 als Filmkomponist die Musik in Hollywood zu prägen begann, wohin er als Musiker jüdischer Herkunft sich und seine Familie nach dem sogenannten »Anschluss« Österreichs an Nazi-Deutschland 1938 dauerhaft retten konnte. Er brachte dem Spielfilm den sinfonischen Stil mit großem Orchester, der inzwischen so untrennbar mit der Erfolgsgeschichte des amerikanischen Films verbunden ist, dass Korngolds Kompositionen für Konzertsaal und Opernbühne heute umgekehrt gerne als filmmusikähnlich beschrieben werden.

Im Zentrum der Oper mit dem Libretto von Hans Müller- Einigen nach Hans Kaltnekers »Mysterium für Musik« mit dem Titel »Die Heilige« steht Heliane, die Frau eines tyrannischen Herrschers. Ihren Gatten kann sie nicht lieben; aber ein Fremder, der zum Tode verurteilt in seiner Zelle auf seine Hinrichtung wartet, nachdem er dem Volk Freude gebracht hat, entlockt ihr ungeahnte Gefühle. Unwillkürlich zieht sie beim Besuch im Kerker all ihre Kleider aus und steht nackt vor ihm. Wird sie damit ihrem Gemahl gegenüber schuldig? Heliane selbst zweifelt: Ist sie die reine Frau oder eine Hure? Ein strenges Gericht beginnt, das mit einem wundersamen Gottesurteil einen unerwarteten Ausgang findet.

Premiere
24/03/19

Großes Haus
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Dirigent Andreas Wolf
Mit Cornelia Ptassek (Sopran), u.v.a.
Chöre Chor und Extra-Chor des Theater Lübeck