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Fidelio
»Komm, Hoffnung,
lass den letzten Stern der Müden
nicht erbleichen!«
»O Freiheit, kehrst du zurück?« singen sie leise und hoffend, die Gefangenen im Staatsgefängnis des Tyrannen Pizarro, während im tiefsten Kerker der inzwischen völlig ausgezehrte Florestan dahinvegetiert. Für ihn, den politisch Verfolgten, der sich dem Gewaltherrscher durch Offenlegung seiner Verbrechen mutig, aber letztlich erfolglos in den Weg stellte, scheint jede Hoffnung auf Freiheit verloren, denn Pizarro plant, ihn ermorden zu lassen. Was Florestan nicht weiß: Seine Ehefrau, Leonore, geht einen ebenso mutigen wie gefährlichen Weg, um Gerechtigkeit und persönliches Glück wiederzuerlangen. Verkleidet als Gehilfe Fidelio verdingt sie sich beim Kerkermeister Rocco, gewinnt die Liebe von dessen Tochter Marzelline und kann auf diese Weise zum vertrauten Handlanger des Gefängniswärters werden. Der Augenblick des Befreiungsschlages scheint gekommen, als Rocco von Pizarro den Auftrag erhält, im Kerker von Florestan die Grube für seine Leiche auszuheben …

Das einzige Bühnenwerk Ludwig van Beethovens ist eine veritable Kriminalgeschichte, deren Spannungskurve ständig die Frage umspielt: Gelingt die Rettung des Gefangenen? Die gesellschaftlichen Umbrüche der Französischen Revolution haben diesen neuen Wahrnehmungsreiz um das Bangen zwischen Tod oder Leben, zwischen Gefangenschaft oder Freiheit zur europäischen Theatermode werden lassen. Durch Beethovens grandiose Musik allerdings entsteht ein universales Drama voller humanistisch-freiheitlicher Ideale: Das »Prinzip Hoffnung« geht zusammen mit dem aufklärerischen Imperativ der ethischen »Pflicht« jedes Menschen. Eine politische Oper mit humanistischem Appell, die seit ihrer Uraufführung 1805 nicht zu altern scheint.


Foto © Jochen Quast


Premiere
06/09/15

Großes Haus
Dauer ca. 2 Stunden, 10 Minuten (eine Pause)

Musikalische Leitung Ryusuke Numajiri
Inszenierung Waltraud Lehner
Bühne Ulrich Frommhold
Kostüme Katherina Kopp
Chor Joseph Feigl
Dramaturgie Dr. Katharina Kost-Tolmein