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3. Sinfoniekonzert
Geschichten von Strom und Fjord
Edvard Grieg (1843-1907)
Konzertouvertüre »Im Herbst« op. 11

Klavierkonzert a-Moll op. 16

Bedřich Smetana (1824-1884)
Auszüge aus »Mein Vaterland«
(Vyšehrad, Die Moldau und Aus Böhmens Hain und Flur)


Was ist Heimat? Das Land oder die Gegend, wo man geboren und aufgewachsen ist? Oder vielmehr ein Gefühl der Geborgenheit und des Verstandenwerdens? Edvard Grieg und Bedřich Smetana gingen als die großen Komponisten in die Geschichte ihres Landes ein. Ihr Hang und ihre Liebe zur Heimat nehmen dabei einen besonderen Stellenwert ein, so war es sicherlich die schmerzliche Sehnsucht nach Norwegen, die Edvard Grieg 1865/66 in Rom empfunden haben muss, als er bei seinem Auslands- Aufenthalt die Konzertouvertüre »Im Herbst« schrieb. Melancholie über fallende Blätter und die letzten wärmenden Sonnenstrahlen, aber auch freudige Erwartung auf Weinlese und Erntedank kommen im Stück zum Ausdruck. Grieg fühlte sich dazu berufen, norwegische Natur, Volksleben und Geschichte in Tönen zu malen. Um den norwegischen Charakter noch deutlicher zu zeigen, verwendete er originale Halling- und Springtanzrhythmen und baute diese in seine Werke ein. Dies zeigt sich auch in seinem einzigen Klavierkonzert. Bei der Uraufführung am 3. April 1869 brach das Publikum bereits nach der Kadenz im ersten Teil in einen wahren Begeisterungssturm aus, ebenso die anwesenden Anton Rubinstein und Niels Wilhelm Gade. Franz Liszt war einer der ersten, der sich begeistert über die nationale Prägung in Griegs Werken äußerte, außerdem überzeugten ihn die auffallenden harmonischen Wendungen in den triumphierenden Schlusstakten des Klavierkonzertes.

Für Tschechien schuf Bedřich Smetana mit dem Zyklus »Mein Vaterland« wohl das identifikationsstiftendste Werk, indem er den sechs sinfonischen Dichtungen nationale Ideen zugrunde legte. »Vyšehrad« als Sitz der legendären ersten Herrscher über Böhmen öffnet die Pforten zu einer vergangenen Welt. Das Fließen und Sprudeln der »Moldau«, von ihrer Quelle bis zur breiten Mündung in die Elbe, wird musikalisch mitreißend dargestellt. Schließlich zeigt »Aus Böhmens Hain und Flur« als Spiegel von Land und Leuten ein wunderbares, musikalisch eingängiges Landschaftsbild unter Verwendung originaler Polka-Klänge. Als Symbol nationaler Eigenständigkeit und Hoffnung trat »Mein Vaterland« nach der Uraufführung am 5. November 1882 in Prag seinen weltweiten Siegeszug an.

Mit freundlicher Unterstützung der Philharmonischen Gesellschaft Lübeck / Lübecker Philharmoniker e.V.


Foto © Olaf Malzahn

Konzert
So
26/11/17
11.00 Uhr
Musik- und Kongresshalle

Mo
27/11/17
19.30 Uhr
Musik- und Kongresshalle

Dirigent Roberto Paternostro
Klavier Lauma Skride