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8. Sinfoniekonzert
Zweifel überwunden!
Anton Bruckner (1824-1896)
Sinfonie Nr. 5 B-Dur


Anton Bruckner zählt heute zwar zu den großen Sinfonikern nach Beethoven, doch Anerkennung auf diesem Gebiet wurde dem Komponisten erst relativ spät, mit der Aufführung seiner Siebten Sinfonie im Jahre 1884 zuteil. Selbstzweifel und Perfektionismus führten dazu, dass Bruckner mit geradezu manischem Drang fast alle seine Sinfonien mehrfach umarbeitete. Die 1875/76 entstandene Sinfonie Nr. 5 B-Dur bildet eine Ausnahme, denn sie liegt – abgesehen von einigen Änderungen in Detailfragen, die der Komponist direkt in die Partitur eintrug – in einer einzigen Fassung vor und spricht vom neuen Selbstbewusstsein Bruckners. Hier war er sich sicher, etwas Gutes, etwas Großes geschaffen zu haben, was auch vor ihm selbst als strengem Richter bestehen konnte, und sprach von seinem Werk stolz als »seinem kontrapunktischen Meisterstück «. Umso besser vielleicht, dass er die Uraufführung der Siebten nie erlebte, denn sein Schüler Franz Schalk, der die Sinfonie 1894 dirigierte, griff grundlegend in die Partitur ein, strich über hundert Takte und instrumentierte das Werk wohlmeinend im Sinne eines effektvollen Wagnerischen Klangideals neu. Außerdem fügte man im Finale ein aus zwölf separat aufgestellten Bläsern bestehendes Sonderorchester ein, das die zwölf Apostel symbolisieren sollte.

Die tiefe Religiosität, die Bruckners Werke prägt, kennzeichnet in der Tat auch in besonderem Maße die Fünfte Sinfonie. So wurde sie im Laufe der Zeit als »Katholische«, als »Choral«- und »Glaubenssinfonie « oder auch als Bruckners »Glaubensbekenntnis« bezeichnet, während er selbst sie seine »Phantastische« nannte. Mittelalterlich wirkt sie ein wenig durch das kontrapunktische Stimmgewebe, das Bruckner selbst hervorhob, katholisch durch die klangliche Prachtentfaltung des weihevollen Choralstils. Als phantastisch empfinden könnte man sie wegen des Einfallsreichtums, der Vielfältigkeit des Ausdrucks und ihrer inneren Dramaturgie; Bruckner verknüpft die Sätze thematisch miteinander, sodass Eck- und Mittelsätze einen äußeren und einen inneren Kreis bilden: Innen die menschliche Sphäre aus Leiden und Freude, außen die göttliche Sphäre aus Werden und Vollendung, bis zum absoluten Höhepunkt des grandiosen Finales.


Foto © Olaf Malzahn

Konzert
So
26/05/19
11.00 Uhr
Musik- und Kongresshalle

Mo
27/05/19
19.30 Uhr
Musik- und Kongresshalle

Dirigent Ryusuke Numajiri