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Der ferne Klang

»Plötzlich gehen mitten im Stück die Türen des Theatersaals auf. [...] Es ist der surreale Coup des Abends - und doch nur einer von vielen atemberaubenden Akzenten dieser gelungenen Inszenierung. [...] Regisseur Jochen Biganzoli stellt Gretes Schicksal und ihre Hoffnungen in den Mittelpunkt vieler starker Bilder. [...] Wie brutal sich Männer Frauen verfügbar machen, ist ein Kernthema des Abends. [...] Oper, Tanzmusik und Schlager verbinden sich zu einem bunten Musik-Gemälde. [...] Die Philharmoniker unter der Leitung von Andreas Wolf spielen wie im Rausch. [...] Cornelia Ptassek singt und spielt sowohl Grete als auch Greta fantastisch. Zu Tränen rührt ihre Vision vom kleinen Glück in der traumhaft grün ausgeleuchteten Bühne (Licht: Falk Hampel). Dieser ›Ferne Klang‹ ist ein dreistündiges, sinnliches Feuerwerk. Da wird von den Rängen gesungen, durch die Reihen getänzelt, und auch aus den Foyers klingen immer wieder Chorfragmente. Überall ist Musik. Pailletten glitzern. Lametta-Vorhänge flirren. Es ist ein praller, lustvoller, kurzweiliger, aufregend funkelnder Opernabend. Ein Must-See. Es gibt einfach in jeder Sekunde etwas zu gucken. Am Ende verbeugen sich gefühlt fast so viele Menschen auf der Bühne, wie ihnen im Publikum zujubeln. Der Einsatz hat sich gelohnt. Das Lübecker Theater hat wieder gezeigt, dass es zu den wichtigen, mutigen, kreativen Bühnen zählt, mit denen man rechnen muss. Manches größere Haus darf da gern ein bisschen vor Neid erblassen.«

(NDR Kultur)

 

 

 

»Was sich Biganzoli für die Bespielung der Pause zwischen den ersten beiden Akten hat einfallen lassen, sprengte den Rahmen normaler Inszenierungen. [...] Wie Biganzoli die Szenen mit Gretes Eltern und den Saufkumpanen des Vaters inszeniert, ist präzise und eindringlich, die unerträgliche Atmosphäre dieses Elternhauses vermittelt sich dem Zuschauer intensiv. Ein großartiger erster Akt. [...] Das sind Szenen von tiefster Innigkeit, traumhaft schönes Theater [...]. Musikalisch ist es ein Abend der Extraklasse. Man muss Schrekers Musik wahrlich nicht mögen, aber welche Facetten Dirigent Andreas Wolf aus dieser über weite Strecken öden Partitur herausholt, ist bewundernswert. Die Philharmoniker spielen in sehr guter Form, vom zarten Piano bis in die glutheißen, donnernden Fortissimi. Auch Chor und Extrachor, einstudiert von Jan-Michael Krüger, boten Überdurchschnittliches. Unter den Solisten ragen die beiden Protagonisten Cornelia Ptassek (Grete) und Zoltán Nyári (Fritz) heraus. Cornelia Ptassek verfügt über eine hell timbrierte Sopranstimme, die sie ausgezeichnet führt. Nyári zeichnet sich durch Präzision und Präsenz aus - auch für ihn gab es großen Applaus. Die vielen Nebenrollen erhielten Luxusbesetzungen. Johan Hyunbong Choi als Graf und Schauspieler ist eine feste Größe im Ensemble, er agierte sehr eindringlich. Taras Konoshchenko als Gastwirt ist wunderbar schmierig und abstoßend. Die Qualitäten von Gerard Quinn sind bekannt, sein Winkeladvokat tendierte großartig zwischen Schmierigkeit und Reue. Überzeugend auch Steffen Kubach, Wioletta Hebrowska, Caroline Nkwe, Evmorfia Mataxaki und Emma McNairy, die drei letzten als verführerische Kolleginnen von Greta.«

(Lübecker Nachrichten) 

 

 

 

»Der ferne Klang - eine selten gespielte Oper, die das Publikum begeistert. Der Triumph war angekündigt. [...] Längst war durchgesickert, dass die Inszenierung von Jochen Biganzoli opulent wird. Was dann zu sehen und zu hören ist, sprengt drei Stunden lang die Erwartungen an ein Stadttheater. [...] Vor allem im zweiten Akt wird es prall und drall, flitterig und schlüpfrig. [...] Musik und Inszenierung bringen das Werk zum Strahlen. Es wagnert in Noten und Worten, hier flammt Puccini auf, dort erklingen Walzer- und Schlagerrhythmen. Das Premierenpublikum applaudiert begeistert: den Solisten, einem glänzend aufgelegten Chor und Extrachor und ganz besonders hartnäckig dem musikalischen Leiter und dem Regisseur.«

(shz)

 

 

 

»Opulenter geht es kaum. Jedenfalls nicht im Stadttheater. [...] Die Lübecker Philharmoniker unter Leitung von Andreas Wolf entfachen musikalische Gluten, bringen verschiedenste Klangbilder ins Haus. Puccini klingt an, Wagner natürlich, aber auch Walzer- oder Schlagerrhythmen sind zu hören. Üppig besetzt ist der Chor (Einstudierung Jan-Michael Krüger). Hervorragend schlagen sich die Sänger der Hauptpartien: Cornelia Ptassek als Grete und Zoltan Nyari als Fritz, beide auch überzeugend im Wechselspiel der Gefühle und ihrer Beziehung. Menschlich anrührend ist im Schlussbild Gerard Quinn als hilfsbereiter Advokat. Johan Hyunbong Choi in mehreren Rollen ebenfalls groß, vor allem als liebestoller Graf beim Sängerkrieg in der Lagune. Fast das gesamte Ensemble steht auf der Bühne. Am Schluss sitzt dort sogar das große Orchester für eine lange sinfonische Zwischenmusik. Der Erfolg - wie erwähnt - groß und verdient.«

(HL-live)

 

 

 

»Das alles verlangt große gesangliche und schauspielerische Überzeugungskunst. Die Münchnerin Cornelia Ptassek, jung und schlank, konnte beides. Sie ist eine optisch ansehnliche Sängerin, die mit ihrer Stimme zudem keine Schwierigkeiten hatte, den Ansprüchen dieser Partitur nachzukommen. [...] Ihr Partner als Fritz war der ungarische Tenor Zoltán Nyári, der mit einem farbenreichen, in allen Bereichen sehr sicheren und überzeugenden Tenor auch dieser Rolle ein ungewöhnlich präsentes sängerisches Gewicht gab - bis hin zur bewegenden Schlussszene. [...] Taras Konoshchenko etwa war mit seinem fülligen Bass und seinem intensiven Spiel zunächst der schmierige Wirt, dann der eitle Baron. Auch der junge Koreaner Johan Hyunbong Choi [...] verkörperte mit seinem kraftvollen Bariton einen Schmierenschauspieler, dann den Grafen. Gerard Quinn leiht dem Winkeladvokaten Dr. Vigelius und einem der Casinobesucher seinen agilen Bariton, und Steffen Kubach ist zunächst als Vater Gretes und als Zweiter Chorist wie immer präsent. Unter den Frauen bewies Wioletta Hebrowska wieder einmal ihre Wandlungsfähigkeit und stimmliche Qualität als das kupplerische Weib, als Spanierin, Kellnerin und eines der Mädchen im Etablissement. Stimmlich groß spielten Evmorfia Metaxaki, Caroline Nkwe und Emma McNairy Gretes Glitzerschwestern. Interims-GMD Andreas Wolf leitete beherzt.«

(unser Lübeck)

 

 

 

»Plausibel führt er das Wiener Mädel Grete und den jungen Komponisten Fritz durch die Niederungen des Lebens und über die Höhenflüge der Phantasie. Das ist Opernkolportage im besten Sinne. [...] Dieses ›Zwischenspiel‹ ist eine der kalkulierten Überraschungen einer höchst ungewöhnlichen Inszenierung. Dafür benötigt Biganzoli die Kleidung der Milieus (Kostüme: Katharina Weissenborn) und auf leerer Fläche lediglich ein enges Haus plus einen Käfig aus Glas (Bühnenbild: Wolf Gutjahr), der Rest ist präzise Personenregie vor allem auch des Chors. [...] Biganzoli hält alle Mitwirkenden auf Trab samt der Mannschaft hinter den Kulissen - auch wegen der Mehrfachrollen - und lässt ›Der ferne Klang‹ als Gesamtkunstwerk erleben. [...] Cornelia Ptassek ergreift mit ihren Charakter-Wandlungen und fesselt mit jugendlichem Timbre, Zoltán Nyári verinnerlicht den Künstler mit fahriger Aktion und beeindruckt mit geschmeidigem Tenor. [...] All die vielen anderen Partien können aus dem Ensemble adäquat besetzt werden. Sie überzeugten bei der Premiere vokal und spielerisch ohne Ausnahme. [...] Akzente setzen Hyungseok Lee (Chorist), Juraj Hollý (Chevalier/Individuum), Wioletta Hebrowska in viermaliger Verwandlung und dreifach Johann Hyunbung Choi, ganz besonders als Graf mit seiner werbenden König-Arie. [...] Engagiert und umsichtig lässt amtierender GMD Andreas Wolf das groß besetzte Orchester die verstörende Opulenz wie die insistierenden Besonderheiten der Partitur entwickeln. Lübecks Philharmoniker spüren die Freiheiten der oft eigenen Musik auf, vor allem ihre überzeugende Konsonanz. Das Premierenpublikum folgte aufmerksam den Klängen und Jochen Biganzolis Aufforderungen zur An- wie zur Einsicht. Es gab einhelligen Beifall für einen ebenso hochklassigen wie ungewöhnlichen Opernabend.«

(GÜZ/ Lübeck(er)leben)

 

 

 

»Der ferne Klang ist ein in mancher Hinsicht schwer zu realisierendes und leider viel zu selten gespieltes Werk, das derzeit in einer durchweg gelungenen Produktion am Theater Lübeck zu sehen ist. Die beiden anspruchsvollen Hauptpartien sind mit Cornelia Ptassek und Zoltán Nyári gut besetzt, das Philharmonische Orchester der Hansestadt Lübeck unter der Leitung von Andreas Wolf spielte präzise und intensiv und die Inszenierung ist inklusive einiger Umdeutungen des Schreker-Werkes bestens nachvollziehbar.«

(Hamburg Woman)

 

 

 

»Es ist für jedes Opernhaus schon eine enorme Herausforderung, dieses personalintensive [...] Werk auf die Bühne zu bringen. Das ist dem Theater Lübeck im Rahmen einer Erstaufführung grandios gelungen! [...] Dem Dirigenten des Abends, Andreas Wolf, derzeit kommissarischer GMD für Konzert und Oper in Lübeck, ist ein ganz großer Wurf gelungen. [...] Die orchestrale Umsetzung dieser sehr anspruchsvollen Partitur gelingt überaus brillant und spannend [...]. Cornelia Ptassek [...] gelang es bravourös, alle Facetten der enorm herausfordernden Rolle der Grete darstellerisch und gesanglich grandios herauszuarbeiten. [...] Die Künstlerin besticht mit eher dunkel timbrierter Stimme und einer enormen Ausdrucksskala, sowohl in den lyrischen, wie auch dramatischen Passagen. Eine bezwingende Sängerdarstellerin mit großer Bühnenpräsenz. Der ungarische Tenor, Zoltan Nyari [...], gestaltet die Partie des Fritz, gespickt mit hohen Tönen, die nur ein Tenor mit einer guten Technik makellos auszuformen versteht. Zoltan Nyari nahm jede Klippe, die Höhe sprach leicht und scheinbar mühelos an. Eine großartige Rollengestaltung. [...] Ein grandioser Abend, den man sich nicht entgehen lassen sollte.«

(Ihr Opernratgeber)

 

 

 

»[...] diese Aufführung gerät zum Triumph. [...] Cornelia Ptassek ist eine enorm wandlungsfähige Grete in Stimme und Spiel, die allen Metamorphosen ihrer Partie wunderbar gerecht wird. Hochdramatisches, Lyrisches, Parlando, Belcanto zwischen Mädchen und Kurtisane. Zoltán Nyári verkörpert mit illustrem Tenortimbre Fritz als Besessenen und Scheiternden. [...] Für die wieder einmal glänzenden Chöre zeichnete Jan-Michael Krüger verantwortlich. [...] Philharmoniker und Ensembles meistern die enormen Ansprüche deluxe - Klangkultur und Intensität, feine Präzision. Andreas Wolf führt den riesigen Apparat souverän durch den Abend und prägt auch den extensiven Orchesterzwischenspielen Spannung auf.«

(Lübeckische Blätter)