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»Die antinaturalistische Askese, Künstlichkeit und Stilisierung der Musik von ›Luci mie traditrici‹ findet in der Inszenierung von Sandra Leupold eine so idealtypische Entsprechung, dass uns gleichsam doppelt die Sinne schwinden. Uns vergeht nicht bloß das Hören. Wagners Vision vom unsichtbaren Theater wird hier scheinbar nebenbei, doch umso ganzheitlicher in die Tat umgesetzt. Statt zu schauen und zu lauschen, tauchen wir in musiktheatralische vermittelte Seelenzustände ein. Alle Grenzen scheinen durchlässig zu werden: Stumme Laute werden beredt, Unaussprechliches bekommt Kontur, kleine Gesten entfalten die größtmögliche Wirkung. Sciarrinos konzis konstruiertes Klanggeflecht huldigt der Devise: So viel wie nötig, so wenig wie möglich.«

(Opernwelt)

 

 

 

»Sciarrinos Musik geschieht nah an der Stille. Geigen imitieren Spatzen. Flötisten hauchen in ihr Instrument. Es ist ein leiser, konzentrierter Abend. [...] Sciarrinos Oper ist eine subtile Form des Mitmachtheaters. Das Publikum muss sich darauf einlassen und das große Drama in den leisen Tönen selbst erspüren. [...] Diese Menschen sind Archetypen. Der Stil der Kostüme und Frisuren wandert von Szene zu Szene durch die Geschichte - von der Renaissance bis heute. Liebe, Eifersucht, Ehre und Tod sind als Mischung zeitlos toxisch. Es geht um Ur-Mechanismen von Leidenschaft und Gewalt. Plötzlich blitzt ein Messer im Scheinwerferlicht auf. [...] Wer sich für diese gute Stunde auf Sciarrinos besonderen Sound einlässt, wird belohnt. [...] Wieder hat das Lübecker Theater an der richtigen Stelle Mut bewiesen. Es ist kein sinnloser Mut, irgendein sperriges Stück aufzuführen, weil man es kann. Hier wird ein aufregender Akzent gesetzt, der das Publikum als mündiges Gegenüber in besonderer Weise ernst nimmt. Ein ungewöhnlicher, ein starker Abend!«

(NDR Kultur)

 

 

 

»Magische Klanggemälde. [...] Begeisterung für eine zeitgenössische Oper: Salvatore Sciarrinos ›Luci mie traditrici‹ wurde bei der Premiere am Theater Lübeck bejubelt. Das ist ungewöhnlich für ein derart sperriges Werk, das die Mitwirkenden, aber auch das Publikum an ihre Grenzen brachte. Ungewöhnlich, aber erfreulich. Denn diese Oper, die keine Oper im herkömmlichen Sinne sein will, ist in manch einer Hinsicht nur schwer zu ertragen. Sie verstört die Zuhörer und zerstört Opernkonventionen. Und warum soll man sich diese Anti-Oper ansehen und anhören? Weil sie großartige Kunst bietet und in der Inszenierung von Sandra Leupold zu einem Erlebnis wird, das man so leicht nicht vergisst. [...] Die Kostüme von Mechthild Feuerstein sind barock gestaltet und ergeben ein stimmiges Bild. Stimmig ist auch die Musik, die aus dem Orchestergraben erklingt. [...] zeigt Sciarrinos Musik im letzten Intermezzo noch einmal all ihre Kraft. Die Klänge aus dem Orchestergraben erzeugen einen schon fast hypnotischen Sog, das Hören dieser Musik wird so zu einer Art spiritueller Erfahrung. Diese Klänge übertragen Emotionen auf die Zuhörer, das bittere Ende wirft hier seinen bedrohlichen Schatten in einer Weise voraus, die sich bereits körperlich mitteilt. Das ist große Musik mit ungewöhnlichen Mitteln, ein echtes Erlebnis. Wioletta Hebrowska als Gräfin bewältigt ihre schwierige Partie mit Bravour, vom Flüstern bis zum Aufschrei reicht ihr stimmliches Repertoire. Ganz ausgezeichnet auch Otto Katzameier als mörderischer Graf, darstellerisch und gesanglich in großer Form. Den Gast singt Christian Rohrbach mit der angemessenen Mixtur aus Leichtigkeit und Ernst, Steffen Kubach als Diener gelingt es ebenfalls, seine Rolle zu gestalten. Das Orchester unter Dietger Holm schaffte es, Sciarrinos musikalische Absichten umzusetzen. Der Dirigent hielt alle Fäden in der Hand - wahrlich kein leichtes Unterfangen.«

(Lübecker Nachrichten)

 

 

 

»[...] die Elegie im Prolog besticht, die wunderbar klar und eindringlich von Caroline Nkwe, [...], gesungen wird. Doch Star der Aufführung ist Wioletta Hebrowska, die mit ihrer schönen Stimme bewundernswert Zauber und Kunst in einem vermittelt. [...] Als Graf überzeugte Otto Katzameier mit einem klangvollen Bariton, der diese Rolle schon in anderen Inszenierungen gesungen hatte und sehr sicher wirkte, und Christian Rohrbach, der den Gast wunderbar schattiert interpretierte. Als zweites Ensemblemitglied neben der Sängerin übernahm Steffen Kubach den Part des Dieners, auch er füllte seine Rolle ganz. [...] Dietger Holm, [...], ist ein kompetenter Dirigent vor allem zeitgenössischer Musik und gab allen die Sicherheit, die diesen komplexen Eindruck ermöglichte.«

(nmz)

 

 

 

»Bei Sciarrino huschen Klänge und Geräusche durch die Gesangspartien, die ebenfalls den Rahmen des gewohnten sprengen: Monologe, innere Kämpfe, in Tonfolgen und Phrasen transportiert. Nur 75 Minuten [...] dauert das Spiel. Die zu investieren, lohnt sich unbedingt.«

(shz)

 

 

 

»Die Bühne [...] von Martin Kukulies dezent und eher stilisierend eingerichtet und von Mechthild Feuerstein schön kostümiert. Überhaupt war die ganze Inszenierung, von Sandra Leupold ansprechend arrangiert, ganz dem Minimalismus des Werkes angepasst. Es war schon erstaunlich, wie es Dietger Holm, der seine Aufgabe grandios bewältigte, gelang, dieses große Orchester auf einen solch minimalistischen Orchesterklang zu dimmen. [...] Wioletta Hebrowska, war, wie immer, hervorragend und meisterte gekonnt alle Schwierigkeiten, die sich aus dem Minimalismus der Partitur ergaben. Letzteres galt auch für die weiteren Sänger wie Otto Katzameier, der den Grafen darstellte, Christian Rohrbach als Gast (Geliebter) und auch Steffen Kubach als Diener. Caroline Nkwe sang wunderschön die ›Stimme [...] hinter dem Vorhang‹.«

(Ihr Opernratgeber)

 

 

 

»Sie (die Beteiligten) schlagen sich großartig. Wioletta Hebrowska als Gräfin steht auch musikalisch im Mittelpunkt. Was sie an Intervallen, an Klangfarben abliefert, ist bewundernswert. Mit kraftvollem Bariton ist Otto Katzameier als Graf ein sehr guter Partner. Steffen Kubach versieht seine Rolle mit der angemessenen Zurückhaltung des Dieners. Die Partie des Gastes ist für Countertenor geschrieben. Christian Rohrbach bringt schönes Material zum Klingen. Den Prolog bei geschlossenem Vorhang bietet Caroline Nkwe mit leuchtendem Sopran.«

(HL-live)

 

 

 

»Sandra Leupold ist eine Theaterverrückte, die Partituren lesen kann [...] und sich mit besonderer Hingabe von einem Komponisten leiten lässt, der gegen alle Opernroutine anschreibt. Sie mutet den Sängern nichts zu, was die Konzentration auf die Erzeugung äußerst ungewöhnlicher, aber hoch expressiver Gesangslinien stören könnte. [...] Anteilnahme und Wärme in diesen Opernabend bringen Wioletta Hebrowska (Gräfin) und Otto Katzameier (Graf) als Gesangartisten, die ihre kaum möglichen Partien (wie geht das überhaupt?) beherrschen und mehr als das. Da spürt man eine Lust auf eine extreme (Sänger-)Erfahrung, welche auf die eher schemenhaften Rollen abfärbt und sie verlebendigt. In kleineren Rollen gelingt das auch Steffen Kubach (Diener) und Christian Rohrbach (Gast) [...]. Dieter Holm dirigiert das aus Mitgliedern der Lübecker Philharmoniker zusammengestellte Ensemble, als wäre die wunderliche Partitur auf seinem Pult das Selbstverständlichste von der Welt.«

(text-der-stadt.blogspot)

 

 

 

»Wioletta Hebrowska (Gräfin) gurrt betörend wie erschreckt die Vokalisen. Otto Katzameier (Graf) setzt seinen sonoren Bassbariton mit Nachdruck ein. Christian Rohrbach (Der Gast) fährt seinen Countertenor ganz hoch. Steffen Kubach (Gärtner) übt Zurückhaltung in Spiel und Ton. Caroline Nkwe (Stimme hinter dem Vorhang) weckt Sehnsucht. [...] Äußerst behutsam am Pult koordiniert alles Gastdirigent Dietger Holm.«

(GüZ/Lübeck Erleben)

 

 

 

»Das Lübecker Theater zeigt im Großen Haus eine Aufführung, die musikalisch wie szenisch begeistert [...]. Enorm sind die Ansprüche. Das Kammerorchester entwickelt mit meisterhafter Intensität alle möglichen Tonfacetten, Flageolett, Atemgeräusche, Stöhnen, Schaben der Bögen, Klappengeräusche von den Blasinstrumenten, Zikadenzirpen und unheilvolle Trommelschläge. Alptraumhafte Expressivität, die aus klanglichen Grenzbereichen erwächst. Neben der Grundierung der Vokalpartien spielen die Philharmoniker instrumentale Intermezzi, Übermalungen nach Musik des Renaissancekomponisten Claude Le Jeune. Ein daraus kompiliertes Lamento eröffnet den Abend, atmosphärisch gesungen von Caroline Nkwe. [...] Dietger Holm [...] führt sein Ensemble großartig durch die Tücken der Partitur und tariert den Klangraum sensitiv aus. [...] Bewundernswertes leisteten die Sänger in diesem ›Psychogramm einer seelischen Zerrüttung‹. Die ausfransenden Melodiebruchstücke, Andeutungen, Fragmente, das Flüstern und herausfordernde Hauchen - all das gewinnt im Grenzbereich zum Verstummen eine extreme Intensität. [...] Wioletta Hebrowska verkörpert verführerisch und gleichermaßen zerfahren die Gräfin mit warmer Stimmgebung. Otto Katzameier brachte seine große Erfahrung mit der Partie ins Spiel und einen prächtigen Bassbariton. Christian Rohrbachs [...] lockender Countertenor glänzt und schmeichelt, während Steffen Kubach den angemessenen intriganten Gärtner gibt.«

(Lübeckische Blätter)

 

 

 

»Theater Lübeck beeindruckt mit Sciarrino-Oper. Lübeck zeigt eine brillante Produktion. [...] Vor zwanzig Jahren wurde diese Oper von Spezialisten für neue Musik uraufgeführt. Jetzt zeigt das Theater Lübeck, dass es auch von einem normalen Stadttheater auf höchstem Niveau realisiert werden kann. Und die Inszenierung von Sandra Leupold tut alles, damit das Interesse auf die Musik gelenkt wird. [...] Otto Katzameier ist seit vielen Jahren vertraut mit dieser Methode, eine Phrase anzusingen und dann etwa in einem extrem gestauchten Doppelschlag enden zu lassen. Es klingt, als habe Sciarrino Melodiefragmente aus der Renaissance ausgeschnitten und dann gefaltet [...]. Die Sopranistin Wioletta Hebrowska hat sich diesen gepressten Stil nicht weniger stark erkämpft, beide Sänger sind völlig frei in der Darstellung. Und es klingt sehr gut so! [...] auf der Bühne von Martin Kukulies stehen fragmentarisch bemalte Kulissen: der Busch, eine Statue, im Hintergrund die Treppe samt Grünzeug. Mehr braucht man nicht zum Theaterspielen - Sandra Leupold ist ja eine Meisterin des Minimalismus, [...]. [...] für ihren reduzierten Lübecker ›Don Carlos‹ [hat sie] den FAUST bekommen. Die schönen Kostüme von Mechthild Feuerstein allerdings sind korrekt in der Renaissance verortet. Kulissen und Kostüme wechseln von Szene zu Szene [...]. Dietger Holm hat die Orchesterpartie so präzise mit [dem Philharmonischen Orchester der Hansestadt Lübeck] einstudiert, dass auch sie jetzt so frei sind, die Partitur nicht nur wiederzugeben, sondern wirklich künstlerisch zu gestalten. Holm leitet die Musiker und Sänger unangestrengt zu einer auch musikalisch begeisternden Aufführung. [...] Im gut verkauften Haus ist während der Vorstellung kein Mucks zu hören. Nach dem ersten Schreck gewöhnen sich die Zuschauer an Sciarrinos eigenwillige Sprache und lassen sich in die faszinierenden Vorgänge hineinziehen. Am Ende gibt es starken Beifall für alle Beteiligten.«

(KlassikInfo.de)