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Nosferatu
Haus der Antikörper
»Ihr seid der Wirt. Hier kommt der Virus.«
Der Blick auf die nahe Zukunft öffnet sich im Innern des menschlichen Körpers: Wie werden Körper geformt und verworfen, wie sehen seine Grenzen und Normen von innen aus? Auf der Suche nach einem »Haus der Antikörper« verlässt das gemischte Ensemble aus Tänzer*innen und Schauspieler*innen das Theater, schwärmt aus in die Stadt. Die alten Fabrikhallen der Lübecker Gollan Werft und das Zahnradbahndepot in Stuttgart werden zu Häusern der Zirkulation.

Willkommen liebes Publikum! Folgen Sie der Bahn, die sich das Blut durch die zukünftige Gesellschaft bricht. Die Wesen, die Sie treffen werden, sind bedeutend älter als sie aussehen – und ihre Überlebenschancen bleiben gut. Blut ist Leben, Ware, Botenstoff. Es gibt, immer frisch, genug für alle. Die Vampir*innen lassen es munter zirkulieren – wie das Leben selbst. Glücklich, wem Zugang erteilt wird.

Untot zu sein, ist längst ein Privileg. Im Haus der Antikörper ist es in den Kreislauf des Lebens eingeschlossen. Dank Forschung, Wissenschaft und Social Media Engineering verbindet sich die nächste Generation mit dem Anderen – sei es Geschlecht, Maschine, Tier oder Pflanze. Transfusionen gehen im großen Stil kontrolliert und hygienisch vonstatten. Das Blut zirkuliert in globalen Handelsströmen.

Der Mensch in der sogenannten westlichen Welt ist infiziert mit dem vampirischen Virus, resistent führt er das zähe Leben der Untoten immer weiter. Die alten Legenden und schaurigen Gerüchte von den Wiedergängern sind auserzählt, die dunkle Zeit der blutverschmierten Mäuler ausgeleuchtet und abgelaufen, der archaische Holzpflock aussortiert und umfunktioniert. Von Murnaus »Nosferatu« bleibt eine Symphonie des Grauens, ein Tanz der Vampir*innen.

Nach Sivan Ben Yishais »DIE TONIGHT, LIVE FOREVER oder DAS PRINZIP NOSFERATU« überlässt sich das gemischte Ensemble im zweiten Teil des gemeinsamen Vampir-Projekts den Arbeitsweisen der freien Tanzkompagnie.

Uraufführung
16/05/20

Kulturwerft Gollan
Die nächsten Termine
Sa
16/05/20
19.30 Uhr
Kulturwerft Gollan

Inszenierung Nicki Liszta/Marie Bues
Ausstattung Annatina Huwiler
Musik Heiko Giering
Texte Natascha Gangl und Ensemble