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Onkel Wanja
»Wahrscheinlich, Iwan Petrowitsch,
sind Sie und ich deshalb so gute
Freunde, weil wir beide geistlose,
langweilige Menschen sind.«
Ein Professor a. D. reist mit seiner jungen Frau auf sein Landgut, wo sich seine Tochter aus erster Ehe und sein Schwager hingebungsvoll abrackern, um den Wohlstand zu sichern. Der aufgeblasene Professor gilt als intellektuelle Kapazität und betrachtet den Dienst an seiner Person als höchst angemessen und gerechtfertigt. Schwager Wanja und Tochter Sonja bilden das treue Gespann, das ganz in der Arbeit aufgeht. Mit dem Besuch des hochangesehenen Gastes gerät das feste Gefüge von Aufopferung und Ausbeutung ins Wanken. Elena, die weltoffene Ehefrau, bringt frischen Wind in die Familie, von dem sich auch Wanja mitreißen lässt. Der Professor entlarvt sich als Windbeutel, die menschlichen Arbeitstiere begehren auf, und Wanja schleudert seinen Zorn gegen den unfähigen Patron. Zu allem Überfluss hat sich Sonja in den charismatischen Arzt und Visionär Astrow verliebt, der seinerseits jedoch von Elena hingerissen ist. Ein Menschenzirkus, der tragikomisch verwickelt ist und sich nicht auflösen wird. Doch das Strampeln und Kämpfen und Resignieren ist bei Tschechow Programm. Er fühlt dem Leben auf den Puls wie kein zweiter.

In kaum einer anderen Komödie Tschechows wird das Scheitern von Visionen, das Platzen von Träumen so thematisiert wie in »Onkel Wanja«. Es ist das Stück »nach« den Utopien. Nach den Weltformeln und großen Gesten. Entscheidend bei Tschechow ist der Lebenswille der Menschen. Wie immer ist er eine traurig-verfehlte, aber auch urkomische Angelegenheit, wenn er sich nicht befreien darf …

Wiederaufnahme
27/09/13

Kammerspiele
Die Komödie des Seins: Illusion statt Leben

Dauer ca. 2 Stunden, 35 Minuten (eine Pause)

Inszenierung Klaus Hemmerle
Ausstattung Tilo Steffens
Musik Jo Ambros
Dramaturgie Katrin Aissen