Home    Termine    Spielzeit    Ensemble    Theaterpädagogik    Service    Kartenkauf online    Extras    Junges Publikum
Iwanow
»Ich kann den Gedanken nicht zulassen, dass ein lebendiger Mensch plötzlich, mir nichts, dir nichts, stirbt.«
Iwanow ist erschöpft. Dabei war er einmal ein Mensch, der die Welt in Bewegung setzte, doch jetzt empfindet er nur Leere – und das mit Fünfunddreißig. Früher widersetzte er sich allen Normen: »Ich habe nicht geglaubt wie die andern, habe nicht geheiratet wie die andern, habe mich ereifert, bin Risiken eingegangen, habe mein Geld, nach links und rechts hinausgeworfen, war glücklich und habe gelitten wie niemand«. Seine Frau Anna, die sich aus Liebe zu ihm von ihrer Familie und Religion abgewandt hat und enterbt wurde, ist krank. Dennoch bringt Iwanow keine Kraft auf, Anna noch zu lieben. Der junge moralische Arzt Lwow wirft ihm vor, Anna mit seiner trägen Ich-Bezogenheit in den Tod zu treiben. Iwanow ekelt sich selbst vor seiner Trägheit. Dazu plagen ihn Alltagssorgen: Sein Gut ist hochverschuldet, der Verwalter Borkin wird mit seinen Rettungsplänen immer aufsässiger, sein zynischer Onkel, Graf Schabjelski, nervt. Iwanow flieht die eintönige Enge zu Hause, Zerstreuung findet er bei den Lebedews, deren Tochter Sascha ihn mit ihrer Liebe retten will. Iwanow, der komische Reflekteur, erwägt einen Neuanfang, der nach Annas Tod plötzlich real werden könnte.

Anton Tschechow schreibt sein erstes abendfüllendes Stück über den hochreflektierten, egoistischen und doch liebenswerten Zauderer Iwanow als Komödie, der er nach der Premiere 1887 ein dramatisches Ende setzte. Regisseurin Lilja Rupprecht, die u. a. am Deutschen Theater Berlin, Münchener Volkstheater und am Schauspiel Köln inszenierte, interessiert sich für die Handlungsunfähigkeit Iwanows, der in seinen Vorstellungen vor allem von sich selbst und der Welt, hängen bleibt.

Premiere
07/04/17

Kammerspiele
Die nächsten Termine
Fr
07/04/17
20.00 Uhr
Kammerspiele

Mi
12/04/17
20.00 Uhr
Kammerspiele

So
30/04/17
18.30 Uhr
Kammerspiele

Inszenierung Lilja Rupprecht
Ausstattung Geraldine Arnold, Korbinian Schmidt
Musik Romain Frequency
Video Helena Ratka
Dramaturgie Anja Sackarendt