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Gipfeltreffen 2013/14

Gipfeltreffen 2013/14


   

»Zwei Kräfte, zwei entrückte Wesen strebten in Leiden und in Seligkeit nacheinander
und umarmten sich in dem verzückten und wahnsinnigen Begehren nach dem Ewigen
und Absoluten.«
(aus der Tristan-Novelle von Thomas Mann)

 

 
             

Mit »Der blaue Engel« nach Heinrich Manns »Professor Unrat«, Thomas Manns »Lotte in Weimar« sowie Richard Wagners »Tristan und Isolde« stehen drei herausragende Werke auf dem Spielplan des Theater Lübeck, die dem spartenübergreifenden Erfolgsprojekt »Wagner-trifft- Mann« neue Horizonte öffnen.

 

Nachdem wir Thomas Mann in gefeierten Inszenierungen vergegenwärtigen konnten, ist es an der Zeit, auch das Werk seines Bruders im Theater Lübeck zu würdigen. Mit seinem Roman »Professor Unrat«, der weltbekannt wurde als Film unter dem Titel »Der blaue Engel«, gelang es Heinrich Mann, einen Mythos dieser Stadt zu schreiben. Doch weit mehr als das, wird die suffig-frivole Geschichte zu einem Gleichnis fur die Geburt des Tyrannen aus dem Geist kleinbürgerlichen Miefs. Heinrich Mann ist ein Visionar. Bissig und grotesk, hatte sein Stil wenig von der spitzen Eleganz seines Bruders Thomas - vielmehr vernimmt man den Furor des Mahners. In der Inszenierung von Andreas Nathusius wird »Der blaue Engel« seine ganze Magie und Verführungskraft entfalten. Doch auch Thomas Mann begegnet Ihnen in der neuen Spielzeit: »Lotte in Weimar« wirft einen ironisch-heiteren Blick auf Goethes Werther-Mythos. Thomas Mann, erstmals in den Kammerspielen und in der Regie von Marco Štorman, zeigt sich wieder als Meister des Ungesagten in einem Dickicht herzzerreisender Dialoge: Die erste große Liebe, wie viel bleibt von ihr? Zumal die ganze Welt davon weiß?

 

»Beziehungszauber« nannte Mann die zentrale Qualitat in Wagners Musikdramen. Musik und Wort, Mythos und Gegenwart, Individuum und Welt, das Du und das Ich stehen - wie er zeigt - in einem spannungsreichen Verhältnis zueinander. Nach dem bildgewaltigen »Parsifal«, den der umjubelte »Ring«-Regisseur Anthony Pilavachi als tiefgreifende Auslotung persönlicher Verantwortung neu gedeutet hat, wird er im Herbst 2013 das Liebesmysterium »Tristan und Isolde« inszenieren. Zum Verdi-Wagner-Jahr steht dem gegenüber die zeitgleich entstandene Schiller-Oper »Don Carlo« des großen italienischen Musikdramatikers Giuseppe Verdi unter der musikalischen Leitung des neuen GMD Ryusuke Numajiri. Die historische Dimension des Wagnerschen »Beziehungszaubers« ergänzt zum Gluck-Jahr 2014 Glucks »Armide«, zahlte Wagner den »Ritter Gluck« doch zu seinen wichtigsten Vorbildern.