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Ein genialer Komponist und visionärer Theatermann war Richard Wagner zweifellos - Grund genug, sein 200. Geburtsjahr 2013 im großen Rahmen zu feiern, so auch im Theater Lübeck mit zwei repräsentativen Neuinszenierungen. Was damit geschieht, ist allerdings mehr als die Würdigung eines bedeutenden Musikerjubiläums. Wie kaum ein anderer Künstler vermochte Wagner es, mit seinen Werken die Fragestellungen seiner Zeit so im Kern zu erfassen, dass bis heute weit über operninteressierte Kreise hinaus ernsthafte Auseinandersetzungen mit ihm stattfinden, die immer wieder zu brandaktuellen Themen der Gegenwart führen. So erweist sich Wagner bis in unsere Tage als hellsichtiger Diagnostiker, der in seinen künstlerischen Werken Aufschluss über den Menschen der Moderne gibt, wie es nicht viele theoretische Untersuchungen vermögen. »Wagner-trifft-Mann«: Thomas Manns große Romane haben ihre Bühnentauglichkeit als berührende Menschheitsstoffe in den vergangenen Spielzeiten mit Bravour unter Beweis gestellt.
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Nachdem das Theater Lübeck in den Jahren 2007 bis 2011 mit sensationellem Erfolg die Gesamtaufführung des »Ring des Nibelungen« erarbeitet und in einer preisgekrönten DVD-Version des Klassik-Labels musicaphon dokumentiert hat, sollen im Jubiläumsjahr 2013 wieder unter der musikalischen Leitung von Roman Brogli-Sacher und in der Inszenierung von Anthony Pilavachi die beiden Musikdramen Wagners auf die Bühne gebracht werden, die die künstlerischen Konsequenzen aus Wagners »Ring«- Komposition zogen: Das Bühnenweihfestspiel und Erlösungsdrama »Parsifal« sowie, mit einer Premiere im Herbst 2013, »Tristan und Isolde«, Wagners persönliche Hommage an die grenzüberschreitende Liebe. Auch im Schauspiel findet »Wagner-trifft-Mann« seine Fortsetzung: John von Düffels Dramatisierung von Thomas Manns »Lotte in Weimar« wird die Spielzeit 2013/14 in den Kammerspielen eröffnen. Und gleichzeitig wird mit einer Bühnenfassung von Heinrich Manns »Professor Unrat« der - neben den »Buddenbrooks« - zweite große Mythos der Stadt nach Lübeck zurückkehren: »Der blaue Engel« im Großen Haus. Ein Gipfeltreffen der ungleichen Schriftsteller- Brüder! »Die Manns: Thomas trifft Heinrich«.
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