Home    Termine    Spielzeit    Ensemble    Theaterpädagogik    Service    Kartenkauf online    Extras    Wagner-trifft-Mann
Ausgezeichnetes Theater!

Ausgezeichnetes Theater!


Drei renommierte Auszeichnungen hat das Theater Lübeck für sein 2007/08 begonnenes Projekt »Wagner-trifft- Mann«, das bis heute eine enthusiastische Resonanz bei Publikum und Presse hervorruft, erhalten: Auf den Preis der Deutschen Schallplattenkritik 2011 folgte 2012 der ECHO-Klassik - beide Preise wurden für die DVD-Edition von »Der Ring des Nibelungen« verliehen. Im Dezember 2013 wurde das Theater Lübeck zudem mit dem Rudolf Stilcken Preis für Kultur-Kommunikation ausgezeichnet - und hat sich damit gegen hochkarätige Hamburger Konkurrenz durchgesetzt.

 

 

     

 

       

Das Theater Lübeck feierte das Wagner-Jahr 2013 mit Konzerten unter den Dirigaten des Generalmusikdirektors Ryusuke Numajiri und des Ersten Kapellmeisters Andreas Wolf, mit Neuinszenierungen zweier Werke aus Richard Wagners Reifezeit, nämlich »Parsifal« und »Tristan und Isolde« unter der musikalischen Leitung von Roman Brogli-Sacher und in der Regie von Anthony Pilavachi sowie mit ergänzenden Veranstaltungen wie Kinderopern und Kammerkonzerten. In der Spielzeit 2014/15 nehmen wir den jüngeren Wagner als Ausgangspunkt unserer Arbeit. »Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg« des bei der Uraufführung gerade 33-jährigen Komponisten steht zur Eröffnung der Saison auf dem Programm, also diejenige Oper, deren Vervollkommnung Wagner bis an sein Lebensende nicht losließ. Ryusuke Numajiri wird mit diesem Stück, das wie kein zweites im Werk Wagners von einer Fülle unvergesslicher musikalischer Einzelnummern lebt, sein szenisches Wagner-Debüt in Lübeck geben. Mit Florian Lutz befasst sich ein Regisseur der jüngeren Generation mit den Fragen, die das als Erlösungsdrama rezipierte, stets widersprüchliche Werk mit seinem anarchistischen Titelhelden für uns heute noch aufwirft.

 

Im Schauspiel war die Auseinandersetzung mit dem Werk Thomas Manns eine prägende Säule des Spielplans der ersten Jahre unter Pit Holzwarth am Theater Lübeck. In seiner eigenen Regie kamen die »Buddenbrooks« auf die Bühne, später folgte »Doktor Faustus«. Andreas Nathusius schenkte dem Theater ein opulentes Ereignis mit »Joseph und seine Brüder« und Michael Wallner verzauberte das Publikum mit seinen Adaptionen des »Zauberbergs« und der »Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull«. Im vergangenen Jahr war Thomas Manns Auseinandersetzung mit Goethe Gegenstand von Marco Štormans gefeierter Inszenierung »Lotte in Weimar (Werther revisited)« und der Blick weitete sich erstmals von Thomas auf Heinrich Mann und seine Auseinandersetzung mit Lübeck: »Der blaue Engel« (Regie: Andreas Nathusius). In der kommenden Spielzeit geht es in besonderer Weise um die politischen Implikationen des schriftstellerischen Kosmos der Manns, wenn Michael Wallner mit seiner Bearbeitung von Klaus Manns »Mephisto« einen Stoff behandelt, in dem es um die Verantwortung des Einzelnen in einer aufkommenden Diktatur geht. So beziehen wir das Werk der großen Lübecker Schriftstellerdynastie auf brisante Fragen der Gegenwart, in der zumindest an den Rändern Europas sicher geglaubte politische Verhältnisse zunehmend in Bedrängnis zu geraten scheinen.