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Doktor Faustus

»Ein schwer beeindruckender Abend. Besser, als durch John von Düffel geschehen, lässt sich der Roman ›Doktor Faustus‹ von Thomas Mann vermutlich nicht dramatisieren. Andreas Hutzel in der Hauptrolle des Adrian Leverkühn ist ebenso ideal besetzt wie Götz van Ooyen als sein alter Freund, der Erzähler Serenus Zeitblom. Beide spielen begeisternd; mitreißend ihre Rolle, hervorragend unterstützt vom durchweg wunderbar aufspielenden Ensemble, aus dem noch Peter Grünigs Darstellung des Organisten Wendell Kretzschmar herausragt. [...] Wundervoll ist das punktgenaue Bühnenbild von Werner Brenner. Der hingeklotzte Hochbunker mit Klavierflak, Soldaten- Showtreppe und Schotten zum Dichtmachen - nebst Löchern zum Reinfallen und zum Verschanzen - verdichtet die Atmosphäre des Romans, den Zeitgeist und macht ihn erschütternd klar.«

(Die Welt)

 

 


»In starken, bedrückenden, mitunter verstörenden Bildern bringt Pit Holzwarth Thomas Manns ›Doktor Faustus‹ auf die Bühne. John von Düffels Bühnenfassung von Manns großem Roman über deutsche Identität erlebte am Theater Lübeck [am 17. Oktober 2010] seine umjubelte Uraufführung. [...] Großen Anteil am Erfolg hat das Schauspielensemble mit durchweg großartigen Leistungen. Als Adrian Leverkühn spielt sich Andreas Hutzel die Seele aus dem Leib. Geradezu beklemmend verkörpert er den zwischen intellektuellem Hochmut und Wahnsinn schwankenden, um Genialität ringenden Künstler, der an seiner Gefühlskälte zerbricht. Als Serenus Zeitblom ist Götz van Ooyen mal distanzierter Beobachter, mal involvierter Freund. Ein Kabinettstückchen liefert Peter Grünig als stotternder Musiklehrer Wendell Kretschmar mit seinem Monolog über die Frage, warum Beethovens letzte Klaviersonate Nr. 32 opus 111 nur zwei statt drei Sätze hat. [...] Ein eindrucksvoller Theaterabend. Er ist Höhepunkt und Abschluss des vielbeachteten Lübeker Projektes ›Wagner-trifft-Mann‹«

(dpa)

 

 

 

»Der Teufelspakt als eine Schlüsselszene des Romans, im Theater mit dem Faust-Mythos schon lange fest verankert, gelingt dem Regisseur und Lübecker Schauspieldirektor Pit Holzwarth als einer der Höhepunkte seiner bildstarken Inszenierung. [...] Auch Florian Hacke als schöner Geiger Rudolf Schwertfeger, Karoline Reinke als Ines Institoris sowie Robert Brandt, Patrick Heppt und Will Workman zeigen rundum stimmige Rollencharakterisierungen. Essentiell für Inhalt und Atmosphäre des Stücks ist die Musik von Achim Gieseler.«

(Kieler Nachrichten)

 

 

 

»Eine überwältigende Inszenierung am Theater Lübeck. Die Inszenierung von Pit Holzwarth verstört und überwältigt. [...] Einen Kraftakt bewältigt Peter Grünig als stotternder Musikdozent Wendell Kretschmar. [...] Zwischen all den Textblöcken gelingen Holzwarth hinreißende Bilder, wenn sich die Bunkerlemuren zu aggressiven Verbindungstudenten in Unterhosen und Knobelbechern wandeln, wenn ein akademischer Theologie-Diskurs von lebenden Marionetten bestritten wird [...]. Holzwarth verfügt über ein Ensemble, das zwischen Komik und Tragik lustvoll und fließend changiert: Florian Hacke als Geiger Schwerdtfeger, Jörn Kolpe als jüdischer Impressario Fitelberg, Manager des Deutschtums, Karoline Reinke als Ines. Und Andreas Hutzel, der dem Genius ein Gesicht, einen Körper, eine Stimme gibt und der ihm doch das Geheimnis lässt.«

(Lübecker Nachrichten)

 

 

 

»Von Düffels Drehbuch und Holzwarths Inszenierung sind teilweise gedanklich klarer und pointierter als der gelegentlich mehr als episch breite Roman.«

(Lübeckische Blätter) 

 

 

 

»Das Werk ist vollendet: Mit der Uraufführung des ›Doktor Faustus‹ hat das Lübecker Theaterprojekt ›Wagner trifft Mann‹ am Sonntag seinen Schluss- und Höhepunkt erreicht. Ein gewaltiger Roman Thomas Manns, klug von John von Düffel dramatisiert, machtvoll von Pit Holzwarth inszeniert - und von einer hochklassigen Crew auf eine spektakulär ausgestattete Bühne (Werner Brenner) gebracht. [...] Hutzel wächst dabei über sich hinaus und nimmt das restliche Bühnenpersonal mit. Was einen durch und durch normalen Menschen an einem Wahnsinns-Genie verzweifeln lässt: Götz van Ooyen als Leverkühns konventionell-treuer Freund Zeitblom spiegelt es. Die teuflischen Verführungen - Peter Grünig, Anne Schramm, Karoline Reinke, Florian Hacke, Robert Brandt und Jörn Kolpe zelebrieren sie. [...] Die Musik, von der Leverkühn von Jugend an besessen ist und die ihn als Zwölftonkomposition ›Doktor Fausti Wehklag‹ schließlich Verstand und Leben kostet, lassen die Lübecker von Kontrabassisten interpretieren (Musik und musikalische Leitung Achim Gieseler), die mit ihren hölzern-warmen Instrumenten einen Kontrast in den feuchten Bunker bringen, an dem allein man irre werden könnte. [...] Projekt abgeschlossen, Krönung geglückt. Das Premierenpublikum dankte begeistert. Man geht theatral beglückt mit prallvoll gefülltem Kopf.«

(shz.de)

 

 

 

»Die Inszenierung im Großen Haus des Lübecker Theater schließt an die großen Erfolge der bisherigen Teile dieses großen Zyklus an. [...] Pit Holzwarth ist es gelungen, die vielen Ebenen geschickt miteinander zu verweben, immer wieder ›unterhaltende‹ Elemente ins Spiel zu bringen. Dazu steht ihm ein vorzügliches Ensemble zur Verfügung. [...] Andreas Hutzel ist als Adrian Leverkühn Herzstück der Aufführung. Götz van Ooyen als Erzähler Serenus Zeitblom und Peter Grünig als stotternder Organist und alle weiteren Schauspieler in jeweils mehreren Rollen bilden mit ihm ein homogenes Ensemble.
Mit ›Doktor Faustus‹ hat das Lübecker Theater den doppelten Ring (Wagner und Thomas Mann) geschmiedet: eine der beeindruckendsten Theaterleistungen der letzten Jahre, nicht nur in Lübeck, nicht nur im Norden.«

(Evangelische Zeitung)

 

 

 

»Adrian Leverkühn umgeben von grauen Betonwänden - das Bühnenbild erzeugt eine bedrohliche Bunker-Atmosphäre mit Falltüren und zwei Himmelsleitern an den Seitenmauern - eine geniale Inszenierung von Pit Holzwarth - das fanden auch die meisten Premierenbesucher:

 

Grandios, großartige Leistung, großartige Inszenierung, fantastisches Stück - alles großartig

 

Wunderbar - ganz toll. Also, besonders toll fand ich diese Bunkersituation, dass man wirklich versteht, in welchem geschichtlichen Zusammenhang dieses Stück geschrieben wurde, und dass es auch ein Stück auch über Musik geworden ist.

 

Für mich war es imponierend. Ich habe den ›Faustus‹ also sehr, sehr intensiv gelesen und ich war sehr skeptisch, ob man das überhaupt auf die Bühne bringen kann, aber für mich war das sehr gelungen.

 

Relativ gut, interessant gemacht, weil man viele verschiedene Szenarien einfach in einem Bild ohne Bühnenbildwechsel brauchte.

 

Ich fand das Bühnenbild jetzt passend.

 

Durch die Einfachheit wirkt es natürlich schon sehr beeindruckend und man braucht viel Vorstellungskraft für die einzelnen Szenen, aber es fördert die Fantasie, und ich finde es eigentlich sehr schön, dass es so modern ist.

 

Ja, für das Selbstzerstörerische war es sehr minimalistisch und klar. Ich fand es sehr gradlinig, aber doch beeindruckend von der Farbe und von der Form her.

 

Besonders herausragend unter den Nebendarstellern Jörn Kolpe - er begeisterte in mehreren Rollen durch seine Ausdrucksstärke. Star des Abends war aber Andreas Hutzel in seiner Rolle als Adrian Leverkühn:

 

Er hat den ganzen Abend getragen. Ich fand ihn sehr bewegend!

 

Er hatte eine unglaubliche Kraft. Also, das als Schauspieler über die Zeit, über die Höhen und Tiefen, die er gemacht hat.

 

Die Mimik war großartig.

 

Dank Hutzel und einem phantastischen Bühnenbild war es eine gelungene Uraufführung.«

(NDR 1 Welle Nord / NDR Kultur)