Foto: Olaf Malzahn
Foto: Olaf Malzahn

Orchester des Wandels

Konzert

 

Das Philharmonische Orchester der Hansestadt Lübeck ist Gründungsmitglied des gemeinnützigen Vereins Orchester des Wandels Deutschland e.V., einer gemeinsamen Klimaschutzinitiative der Musikerinnen und Musiker der deutschen Berufsorchester. Es möchte damit ein sichtbares Zeichen für Klima- und Umweltschutz setzen. Dabei versteht sich die Initiative als kulturelle Graswurzelbewegung, aus der mit musikalischen Aktivitäten neue Impulse in der Branche entstehen und Begegnungsräume zum Thema Klimawandel geschaffen werden. Geigerin Franziska Ribbentrop und Hornist Johannes Wache, Sprecher der Initiative, erklären: »Wir konnten in den vergangenen Monaten unseren gesellschaftlichen-kulturellen Auftrag nicht wie gewohnt erfüllen und haben daher ein Projekt vorangebracht, das uns schon seit langem am Herzen liegt und ebenfalls einen gesellschaftlichen Beitrag darstellt: Der Klimawandel ist das drängendste Problem unserer Zeit, das können wir als Künstler:innen nicht außen vor lassen. Beim Spielen und Hören teilen wir als Musiker gemeinsam mit unserem Publikum Empfindungen und Gedanken, die stets Bezug zu unserem aktuellem Leben haben.«
So sollen für Lübeck neue Konzertformate initiiert werden, die musikalische Vielfalt, Qualität und Originalität mit dem Thema Klima- und Umweltschutz verbinden. Die Durchführung von themenbezogenen »Klimakonzerten« ist ebenso geplant wie gemeinsame Aktionen mit Lübecker Institutionen wie dem Museum für Natur und Umwelt. Diese sind in Zeiten der Corona-Pandemie abhängig von den jeweils geltenden Bestimmungen.
»Die große Gemeinschaft von Orchestermusiker:innen bietet eine hervorragende Plattform, sich zum Thema Klimawandel untereinander aber auch mit renommierten Wissenschaftlern zu vernetzen. Durch eine große Reichweite möchten wir Künstler:innen über unseren musikalischen Beitrag als Multiplikatoren wirken, um unser Publikum zu sensibilisieren, neues hinzuzugewinnen, zum Nachdenken anzuregen und zu inspirieren«, so Ribbentrop und Wache.

Ein weiteres Augenmerk der Initiative liegt auf der Beschäftigung mit der CO2-Bilanz im Kulturbereich. Durch ein gemeinsames Erarbeiten von Maßnahmen, die sowohl die eigenen Veranstaltungsorte als auch Konzertreisen betreffen, möchten die Musiker:innen durch Einsparung und Kompensation von Emissionen ihren Teil einer Transformation hin zu einer klimafreundlicheren und zukunftsfähigen Gesellschaft beitragen.

Für Stefan Vladar, Generalmusikdirektor des Philharmonischen Orchesters der Hansestadt Lübeck, sind Klimaschutz und Nachhaltigkeit wichtige Anliegen, auch und gerade im Kulturbereich. Das Engagement seiner Orchestermusiker:innen findet er großartig und möchte dies auch im Namen des Theater Lübeck tatkräftig unterstützen.

Auch ihrer globalen Verantwortung für das Klima möchten sich die Musiker gemeinsam mit den weiteren beteiligten Orchestern stellen. Unter Einbeziehung der einheimischen Bevölkerung unterstützt der Verein in Zusammenarbeit mit der World Conservation Society (WCS) und dem Zoo Zürich ein Projekt zur nachhaltigen Wiederaufforstung von Musikinstrumentenhölzern im Masoala-Gebiet auf Madagaskar. Viele der speziell im Streich-, aber auch im Holzblas- und Schlaginstrumentenbau verwendeten tropischen Holzarten sind durch jahrzehntelangen Raubbau vom Aussterben bedroht. Hierfür möchten die Mitgliedsorchester, soweit es die geltenden Bestimmungen zulassen, jährlich eine Benefizaktion veranstalten.

Der Verein Orchester des Wandels Deutschland e.V. wurde am 5. Juni 2020, dem Tag der Umwelt, gegründet. Er geht auf eine Initiative der Mitglieder der Staatskapelle Berlin zurück, die mit ihrer 2009 ins Leben gerufenen Stiftung NaturTon jährlich Klimakonzerte veranstalten und mit den Erlösen Umweltschutzprojekte unterstützen. Die Deutsche Orchestervereinigung (DOV), der Gewerkschafts- und Berufsverband der deutschen Berufsmusiker:innen, ist offizieller Partner von Orchester des Wandels Deutschland e.V. Neben der Staatskapelle Berlin stehen bisher unter anderem die Duisburger Philharmoniker, das Staatsorchester Braunschweig, das Frankfurter Opern- und Museumsorchester, die Bremer Philharmoniker und das Philharmonische Orchester der Hansestadt Lübeck als Mitgliedsorchester fest.

 

Musik für den Klimaschutz:
Mit kreativen Video-Clips forderten die Musiker:innen der Initiative »Orchester des Wandels« die Teilnehmer:innen der COP26 zu entschiedenem Handeln auf

Die Mitglieder der Initiative  setzen sich seit gut zwei Jahren künstlerisch in Konzerten, Projekten und Aktionen für den Klimaschutz ein. In ihren Clips veranschaulichen sie musikalisch die zu erwartenden Folgen des Klimawandels: Die Forelle aus Schuberts berühmtem Quintett würde sterben, ihr Fluss versiegen, die Landschaft aus Beethovens »Pastorale-Sinfonie« verschwinden und es gäbe keine Hölzer mehr für Musikinstrumente. Wenn nicht endlich gehandelt wird, drohen gravierende Folgen für die gesamte Menschheit!, lautet ihr Credo. Die Teilnehmer:innen der Weltklimakonferenz COP26, die im Novemer 2021 in Glasgow stattfand, müssten schnell und entschieden handeln.

Die kurzen Videofilme der 22 Mitgliedsorchester sollen Mut machen, beim Engagement zur Rettung des Planeten nicht nachzulassen.
Die Videos der Aktion finden Sie hier



Das nächste Konzert:
»Matineekonzert Orchester des Wandels«

Eine Naturfantasie mit Live-Bildern
Im Rahmen der Messe »GO.GRØØN«
Termin 01/05/22, 11.00 Uhr, Musik- und Kongresshalle, Konzertsaal