1. Sinfoniekonzert
Foto: Olaf Malzahn

Konzert

1. Sinfonie konzert

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Gustav Mahler »Auferstehungssinfonie«

Inhalt

Gustav Mahler (1860-1911)
Sinfonie Nr. 2 c-Moll »Auferstehungssinfonie«




Stefan Vladar setzt in seinem Antrittskonzert als neuer Generalmusikdirektor ein musikalisches Großwerk auf das Programm. Gustav Mahlers 2. Sinfonie c-Moll entstand in den Jahren 1888 bis 1894 in Prag, Hamburg und am Attersee. Das am 13. Dezember 1895 in Berlin unter Leitung des Komponisten uraufgeführte Werk war lange Zeit die populärste unter Mahlers Sinfonien und wurde nach ihrem Schlusschor »Auferstehungssinfonie« genannt. Mit ihr beginnt der Zyklus der drei sogenannten »Wunderhorn- Sinfonien«, die in enger Verbindung zu Gedichten aus »Des Knaben Wunderhorn« stehen. Fünf Sätze stellen ein gewaltiges musikalisches Fresko dar, das die eschatologischen Dimensionen von Tod und Auferstehung beschwört. Nach der Vollendung wurden von Mahler Programmentwürfe für diese Sinfonie verfasst: Mehr lesen

1. Satz. Am Grabe eines geliebten Menschen. Sein Kampf, sein Leiden und Wollen zieht am geistigen Auge vorüber. Fragen drängen sich auf: »Was bedeutet der Tod – gibt es Fortdauer?« Die nächsten drei Sätze sind als Intermezzi vor dem »antwortenden« Schlusssatz eingefügt.

2. Satz. Ein seliger Augenblick aus dem Leben des Toten, wehmütige Erinnerungen.

3. Satz. Der Geist der Verneinung hat sich seiner bemächtigt. Die Welt erscheint ihm als sinnloses Treiben. Aufschrei der Verzweiflung.

4. Satz. Rührende Stimme des »naiven« Glaubens: Vertonung eines Volksliedtextes aus »Des Knaben Wunderhorn«.

5. Satz. Die Fragen des ersten Satzes drängen sich erneut auf. Apokalyptische Visionen: der große Appell; schließlich der Ausblick auf Erlösung: »Und siehe da: es ist kein Gericht, es ist kein Sünder, kein Gerechter – kein Großer und kein Kleiner –, es ist nicht Strafe und nicht Lohn! Ein allmächtiges Liebesgefühl durchdringt uns mit seligem Wissen und Sein.«

Später zog Mahler diese programmatischen Überlegungen wieder zurück, und tatsächlich sind sie höchstens eine Behelfs-Erzählung. Keineswegs können sie die Vielfältigkeit, Ereignishaftigkeit und tiefe Ambivalenz von Mahlers Musik in Worte fassen. Kritisiert von Theodor W. Adorno wegen ihrer »zu großen Redseligkeit«, ist die 2. Sinfonie mit ihren anrührenden Worten aus dem Schlusssatz »Aufersteh’n, ja aufersteh’n, wirst du, mein Staub, nach kurzer Ruh« bis heute ein tröstliches Werk angesichts der Endlichkeit menschlichen Strebens und Lebens geblieben. Weniger anzeigen

Mit freundlicher Unterstützung der MOF - Musik- und Orchesterfreunde Lübeck e.V.

Besetzung

Dirigent Stefan Vladar


Mezzosopran Laura Mayer


Chor und Extrachor des Theater Lübeck, Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Chor Hamburg

Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck



Pressestimmen

»Vladar hatte den großen Apparat sehr konzentriert, zugleich inspirierend im Griff. Seine Gestik war führend, von klarem Formwillen gezeichnet. Unverkrampft hatte er alle Fäden in dem verästelten Gewerbe der Mahlerschen Polyphonie in der Hand, gestaltete liedhafte Bögen, verstand es, Übergänge von grandioser Spannung zu modulieren, beschönigte in den wilden Ausbrüchen nichts, riss das Orchester in kraftvoller Bewegung durch die Stationen, um im nächsten Moment wieder diszipliniert zur Ruhe zurückzuleiten. Das war packend, zog das Publikum in atemlosen Bann und führte die Lübecker Philharmoniker, verstärkt durch viele Aushilfen, zu exemplarischem Tun. [...] Stefan Vladar führte sich mit dieser Leistung beeindruckend ein, vermochte alle, die Solisten und die Chöre, aber auch ›seine‹ Philharmoniker zu einem imponierenden Erfolg zu führen.«


unser Lübeck

»Vladar setzte auf stärkste Kontraste, die dynamische Bandbreite war unglaublich. [...] Die Farbigkeit dieser Aufführung faszinierte ebenso: Vladar gelang es, Mahlers ausgeklügelte Instrumentation zum Leben zu erwecken und einen unglaublichen Reichtum an Klangfarben zu erschaffen. [...] Das in allen Instrumentengruppen großartig aufspielende Orchester folgte seinem Dirigenten bereitwillig mit höchsten Energie und Musikalität. [...] in der Schlusskantate bewiesen der Lübecker Theater-Chor (Einstudierung Jan-Michael Krüger) und der Hamburger Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Chor (Einstudierung Edzard Burchards) hohe sängerische Qualität. Altistin Laura Mayer und Sopranistin Evmorfia Metaxaki sangen ihre Partien mit höchster Ausdruckskraft, die Emotion war fast mit Händen zu greifen. [...] Am Ende gab es riesigen Applaus, Ovationen im Stehen und Bravos ohne Ende für ein denkwürdiges Konzert.«


Lübecker Nachrichten

»Vladar entfachte fesselnde Klangfluten, malte aufgewühlte Seelenlandschaften. [...] Wunderbar fließend und harmonisch erklang das Altsolo von Laura Mayer. [...] Leise, fast flüsternd setzte der Chor ein, dem Evmorfia Metaxaki mit ihrem Solosopran Spitzentöne aufsetzte. [...] Die Lübecker Philharmoniker zeigten sich in Hochform, musizierten konzentriert und mit Leidenschaft. Gerade der Wechsel zwischen mehrfachem Forte und geheimnisvoll leisen Passagen überzeugte. [...] Beifall und Bravorufe wollten kaum enden.«


Lübeckische Blätter