1. Sinfoniekonzert
Foto: Anja Doehring

Konzert

1. Sinfonie konzert

Piktogramm

Werke von Ludwig van Beethoven

Inhalt

Ludwig van Beethoven (1770‑1827)
Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 36 (1801‑02)

Sinfonie Nr. 4 B-Dur op. 60 (1806)




In diesen Konzerten setzt Stefan Vladar seinen durch die Coronakrise unterbrochenen Beethoven-Zyklus fort. Mit der 2. und der 4. Sinfonie stehen die am wenigsten bekannten Sinfonien Ludwig van Beethovens auf dem Programm. Steht die 2. Sinfonie meist im Schatten von Beethovens Erstling, so hat es die 4. Sinfonie durch die Umklammerung der 3. und der 5. Sinfonie mit ihren verkaufsförderlichen Titeln »Eroica« bzw. »Schicksalssinfonie« nicht ganz leicht. Mehr lesen

Anhand umfänglichen Skizzenmaterials kann man beim Entstehungsprozess von Beethovens 2. Sinfonie beobachten, dass sich der Komponist im Zweifelsfall immer wieder für die unkonventionellste und ungewöhnlichste Lösung entschieden hat. So verwundert es nicht, dass die Zeitgenossen die 2. Sinfonie zunächst als »zu lang, zu grell, zu schwierig, zu kolossal, zu wild« tituliert haben – eine Einschätzung, die sich erst durch die Konfrontation mit den »viel wilderen« späteren Sinfonien relativierte. Scharfe Kontraste kennzeichnen die Faktur dieser Sinfonie. Die Musik wird immer mehr zum »Drama«. Publikumserwartungen werden ganz bewusst durch (für damalige Verhältnisse) schockartige Wendungen getäuscht. Die Ansätze der historisch-informierten Aufführungspraxis werden dem Innovativen dieser früher oft zu harmlos interpretierten Sinfonie sicherlich besser gerecht.

Beethovens 4. Sinfonie trägt klassizistische Züge. In ihrem Charakter findet sich nichts von der gewalttätigen Energie der vorausgegangenen 3. Vielmehr zieht sich ein Gestus der grazilen Dezenz durch diese auch kammermusikalischere Sinfonie. Als »heiter, verständlich und sehr einnehmend gehalten« beschrieb sie ein Rezensent später. Interessanterweise hat gerade diese Sinfonie die Komponisten der Romantik nachhaltig beeindruckt. Felix Mendelssohn Bartholdy wählte die 4. für sein Debüt beim Gewandhaus in Leipzig, und vor allem die ungewöhnlich starre, bereits auf Gustav Mahlers 1. Sinfonie vorausweisende, langsame Einleitung war es, die Robert Schumann begeisterte, der die Sinfonie mit den Worten »griechisch schlanke Maid zwischen zwei Nordlandriesen« umschrieb. Weniger anzeigen

Pressestimmen

»Begeisternder Beethoven in der Lübecker MuK […] Dass unter diesen [Corona-]Bedingungen dennoch ein großartiges Konzert zustande kam, ist eine herausragende Leistung des Orchesters und seines Dirigenten […] die Freude, endlich wieder einmal gemeinsam vor Publikum spielen zu können, war fast mit Händen zu greifen. […] Es ist ein reines Vergnügen, dem Zusammenspiel dieses Dirigenten mit seinen Musikern zuzusehen und zuzuhören. […] Was Orchester und Dirigent leisteten, war außergewöhnlich. Und dementsprechend fiel der Beifall aus: Das Publikum war begeistert.«


Lübecker Nachrichten