2. Sinfoniekonzert
Foto: Olaf Malzahn

Konzert

2. Sinfonie konzert

Piktogramm

Werke von Mahler und Schostakowitsch

Inhalt

Gustav Mahler (1860-1911)
»Blumine«
(Trompetensolo: Matthias Krebber)

Gustav Mahler
»Kindertotenlieder«

Dmitri Schostakowitsch (1906-1975)
Sinfonie Nr. 5 d-Moll op. 47




Mahler schrieb seine »Blumine« ursprünglich im Jahr 1884 als Teil einer Bühnenmusik zu Scheffels Schauspiel »Der Trompeter von Säckingen«. Dort war es gedacht als eine »Serenade im Mondschein, auf der Trompete über den Rhein geblasen«. 1889 wurde »Blumine« der zweite von fünf Sätzen von Mahlers 1. Sinfonie. Der Komponist strich diesen Satz allerdings 1896 wieder aus seiner Sinfonie, und so ist das sensibel orchestrierte Werk heute allenfalls als Einzelsatz in Konzerten zu hören. Mehr lesen

Die »Kindertotenlieder« sind Vertonungen von Gedichten Friedrich Rückerts. Entstanden waren sie als Reaktion auf den Verlust zweier seiner Kinder durch Scharlach. In seiner großen Trauer verfasste Rückert knapp 100 Gedichte, die sich mit dem Tod beschäftigen. Mahler wählte fünf dieser Texte aus und vertonte sie in den Jahren 1901 und 1904. Die Lieder 1 bis 4 enthalten eher allgemeine Reflexionen über die Trauer und das Sterben von geliebten Menschen. Das fünfte Lied hebt sich durch seine Ausdehnung und die stark erweiterte Besetzung ab. Die Lieder unterscheiden sich wesentlich von den früheren Liedkompositionen Mahlers. Schlichtheit und fast kammermusikalische Instrumentierung spiegeln die Verzweiflung angesichts des grausamen Todes von Kindern. Mahlers Frau sah in der Komposition ihres Mannes die Herausforderung des Schicksals; drei Jahre nach Niederschrift starb die älteste Tochter des Ehepaares – an Scharlach.

Als »schöpferische Antwort auf berechtigte Kritik« gab Schostakowitsch seine 5. Sinfonie bei der Uraufführung 1937 in Leningrad aus. Vorausgegangen war 1936 der Artikel »Chaos statt Musik« in der Prawda, der eine wahre Hetzkampagne gegen den Komponisten auslöste. Die Folgen des Artikels waren so vernichtend, dass der Komponist mehrfach an Selbstmord dachte und seine avantgardistische 4. Sinfonie 1936 noch während der Proben für ein Vierteljahrhundert aus Angst vor den Konsequenzen zurückzog. Uraufgeführt wurde die 5. Sinfonie zum 20. Jahrestag der Oktoberrevolution und brachte dem Komponisten einen seiner größten Triumphe und (zunächst) vollständige Rehabilitation. Auch im westlichen Ausland wurde das Werk positiv aufgenommen und verbreitete sich rasch. Die 5. ist bis heute die meistgespielte Sinfonie Schostakowitschs geblieben. Die Doppelbödigkeit von dessen Musik war vielen Zuhörern schon bei der Uraufführung klar – der vorgeblich fröhlich-jubelnde Schluss ist vielmehr ein versteckter Anklageschrei gegen das herrschende politische System. Weniger anzeigen

Besetzung

Dirigent Stefan Vladar




Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck



Pressestimmen

»Die Kindertotenlieder nach Texten von Friedrich Rückert machte die österreichische Mezzosopranistin Angelika Kirchschlager zu einem intensiven Erlebnis. [...] Voluminös auch im tiefsten Ton des Mütterlein-Liedes lieferte sie eine überzeugende Interpretation. Das Orchester begleitete feinfühlig, malte die Stimmungen gut aus. [...] In diesem Sinne lotete Stefan Vladar mit dem bestens mitgehenden Orchester das 50-Minuten-Werk aus. [...] Die Musiker und ihr Chef wurden am Sonntag mit Bravorufen überschüttet.«


Lübecker Nachrichten

»Gleich im ersten Satz werden idyllische, ja liebliche Klangbilder jäh von marschähnlichem Aufruhr zerrissen. GMD Stefan Vladar arbeitet das mit den hinreißend aufspielenden Philharmonikern gut heraus. Das Largo, den langsamen Satz, gestaltete das Orchester unter Vladars klarer, deutlicher Zeichengebung zu einer großen Klage. Im Finale war die Gewalt im Marsch mit Pauken und dem aufschreienden Blech besonders deutlich zu hören. Das Publikum feierte die Musiker und ihren Chef mit Ovationen.«


HL-live

»Die Sängerin gestaltete die lyrischen Texte sehr konzentriert, verdeutlichte allenfalls mit kleinen Gesten. Alles überließ sie ihrer klangvollen, intensiven Stimme, ohne Kraft und ohne jemals laut zu werden, zudem mit großer Textverständlichkeit. Es war eine großartige und berührende Leistung, zumal das Orchester ein wunderbar klingender Partner war. [...] Wie immer diese Sinfonie gedeutet wird, diese Interpretation wirkte bezwingend, bescherte dem Orchester und seinem neuen Chef einen großen Beifall.«


unser Lübeck

»Ein plastisch durchhörbarer, klar konturierter Klang, in dem alle Instrumentengruppen feinste Nuancen aufbieten und das Zusammenspiel von bruchloser Intensität getragen ist. Das Orchester leuchtete gleichsam von innen. [...] Nach der Trauermusik bricht im Finale affirmative Wucht los - großartig gespielt und ein Publikumserfolg.«


Lübeckische Blätter