2. Sinfoniekonzert
Foto: Anja Doehring

Konzert

2. Sinfonie konzert

Piktogramm

Werke von Wolfgang Amadeus Mozart und Ottorino Respighi

Inhalt

Wolfgang Amadeus Mozart (1756‑1791)
Sinfonia concertante Es-Dur KV 297b (1778)

Ottorino Respighi (1879‑1936)
»Adagio con variazioni« für Violoncello und Orchester (1921)
»Die Vögel« - Suite nach barocken Tänzen (1928)




In diesen Konzerten präsentieren sich gleich fünf Mitglieder des Philharmonischen Orchesters als Solist:innen und zeigen dabei in besonderem Maße ihr großes musikalisches Können.

Zu Beginn steht die Sinfonia concertante Es-Dur KV 297b auf dem Programm. Ob dieses Werk tatsächlich von Mozart stammt, ist bis heute umstritten – völlig unumstritten ist hingegen die Schönheit und Brillanz der Musik, die sie unbedingt hörenswert macht. Als Mozart 1778 nach Paris kam, hatte er Gelegenheit, für die »Concerts spirituels«, die wichtigste Konzertreihe der Stadt, eine Sinfonia concertante zu schreiben. Aufgeführt wurde das Stück letztlich nicht, und ob er es wirklich komponiert hat, wird bis heute bezweifelt. Ursprünglich war die verschollene Sinfonia concertante für Flöte, Oboe, Horn, Fagott und Orchester gedacht. Überliefert ist das Werk allerdings nur in einer Abschrift aus dem frühen 19. Jahrhundert, die die Besetzung Oboe, Klarinette, Horn, Fagott und Orchester vorsieht. Vor allem die Orchesterbegleitung lässt stilistisch manche Fragen offen und lässt eine verlässliche Mozart-Zuschreibung nicht zu. Mittlerweile gibt es auch Rekonstruktionen der Urversion, meist ist das Werk jedoch in der Besetzung dieser Konzerte zu hören.

Der Komponist der beiden folgenden Stücke steht zweifelsfrei fest: Es ist der Italiener Ottorino Respighi, der den meisten vor allem durch seine »Römische Trilogie« (Fontane di Roma, Pini di Roma, Feste Romane) bekannt sein dürfte. Italien wurde im 18. und 19. Jahrhundert vor allem als das (Mutter-)Land der Oper wahrgenommen. Respighi war einer der ersten italienischen Komponisten, der nach der Zeit Antonio Vivaldis wieder vornehmlich als Orchesterkomponist Erfolge feiern konnte. 1921 schrieb der Komponist ein 1900 entstandenes Duo für Cello und Orchester um und erweiterte es zu einem kleinen Cellokonzert. Geprägt wird das »Adagio mit Variationen« durch warme Melodik und durchgängig melancholische Stimmung. Schon mit den ersten Takten der Suite »Die Vögel« wird jegliche melancholische Stimmung weggeblasen. Aus den barocken Tanzvorlagen eines Jacques de Gallot, Bernardo Pasquini und Jean-Philippe Rameau macht der Klangzauberer Respighi eine lebensbejahend-fröhliche Orchestersuite, in der Taube, Henne, Nachtigall und schließlich der Kuckuck herumgackern und tirilieren dürfen, dass es eine Freude ist.

Besetzung

Dirigent Andreas Wolf


Violoncello Hans-Christian Schwarz
Oboe Johannes Brüggemann
Klarinette Andreas Lipp
Fagott Jakob Meyers
Horn Emanuel Jean-Petit-Matile


Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck



Pressestimmen

»Glücklich kann ein jedes Orchester sein, das die vier virtuosen Solistenpartien aus den eigenen Reihen besetzen kann. Mit Johannes Brüggemann (Oboe), Andreas Lipp (Klarinette), Jakob Meyers (Fagott) und Emanuel Jean-Petit-Matile (Horn) waren die Lübecker Philharmoniker bestens aufgestellt. Die vier Solisten spielten mit Temperament und größter Präzision, Andreas Wolf dirigierte einfühlsam und überaus differenziert. […] Der Gesamteindruck von Solisten-Quartett und Orchester war hervorragend. Und dann Musik von Ottorino Respighi […] [Die Lübecker Philharmoniker] ließen sozusagen einen Kammer-Respighi erklingen, von wunderbarer Transparenz und mit fein ziselierten Differenzierungen. […]  auf jeden Fall war das Ergebnis herausragend. Im ›Adagio con variazioni‹ für Cello und Orchester von 1921 kam der nächste Solist aus den Reihen der Philharmoniker zum Zuge. Solo-Cellist Hans-Christian Schwarz spielte Respighis hochvirtuose Komposition nach anfänglicher leichter Nervosität mit Verve und Klangschönheit. Die abschließende Suite ›Die Vögel‹ nach barocken Tänzen (1928) geriet dann unter Leitung von Andreas Wolf zu einer musikalischen Pracht sondergleichen. […] ein eindrucksvoller Abschluss dieses bemerkenswerten Konzertes.«


Lübecker Nachrichten