Konzert
3. Kammerkonzert
Alexander von Zemlinsky (1871‑1942)
Zwei Sätze für Streichquintett
Robert Krampe (*1980)
»… mein Saitenspiel«
Streichquintett
Johannes Brahms (1833‑1897)
Streichquintett Nr. 2 G-Dur op. 111
Beim 3. Kammerkonzert im Hoghehus wird das klassische Streichquartett durch eine fünfte Stimme zum Streichquintett erweitert – einer besonders farbenreichen kammermusikalischen Besetzung zwischen Intimität und Klangfülle.
Die drei Werke des Abends führen klanglich und gedanklich ins Wien der Spätromantik. Eine besondere Verbindung besteht zwischen dem ersten und dem letzten Stück: Alexander Zemlinskys zwei Sätze für Streichquintett sind die einzigen erhaltenen Teile eines in den 1890er Jahren entstandenen, heute verlorenen viersätzigen Werks. Vor allem das humorvolle Finale fand großen Anklang – auch bei Johannes Brahms. Zemlinsky stand damals stark unter dessen Einfluss; Brahms’ Streichquintett Nr. 2 op. 111 diente ihm als Vorbild und wird den Konzertabend beschließen. Brahms betrachtete dieses Werk zunächst als Abschluss seines kompositorischen Schaffens: ein konzentriertes Alterswerk von großer Klangsinnlichkeit, kammermusikalisch verdichtet und zugleich von orchestraler Weite.
Einen weiteren Blick ins Wien um 1900 eröffnet Robert Krampes Streichquintett »… mein Saitenspiel«. Das rund zwanzigminütige Werk des in Lübeck studierten und lange Zeit unterrichtenden Komponisten greift musikalische Fragmente aus Gustav Mahlers unvollendeter Zehnter Sinfonie auf. Der Titel spielt auf Mahlers Kosenamen für seine Frau Alma an – ein persönlicher Bezug, der zugleich Erinnerungen an Zemlinskys leidenschaftliche Affäre mit Alma Schindler weckt und die Werke des Abends so auf vielschichtige Weise miteinander verknüpft.
Die Kammerkonzertreihe wird unterstützt von der Philharmonischen Gesellschaft Lübeck / Lübecker Philharmoniker e.V.