Konzert

4. Sinfonie­konzert

Werke von Dmitri Schostakowitsch und Gustav Mahler

Dmitri Schostakowitsch (1906‑1975)
Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 a-Moll op. 77

Gustav Mahler (1860‑1911)
Sinfonie Nr. 1 D-Dur »Titan«

Sein Erstes Violinkonzert hatte Dmitri Schostakowitsch 1948 vollendet, musste es dann jedoch jahrelang unter Verschluss halten, weil das Zentralkomitee der KPdSU ihn wegen angeblich »formalistischer, volksfeindlicher« Tendenzen in seiner Musik mit Aufführungsverbot belegte. Erst zwei Jahre nach dem Tod Stalins wurde eine öffentliche Aufführung mit dem Widmungsträger David Oistrach in Leningrad möglich. Für das Konzert in Lübeck konnte die Weltklasse-Geigerin Viktoria Mullova engagiert werden. Selbst 1983 aus der Sowjetunion geflohen, spiegelt ihre Interpretation eine tiefe persönliche Auseinandersetzung mit Schostakowitschs Werk wider. – Zweifellos handelt es sich bei der zwischen 1884 und 1888 entstandenen Ersten Sinfonie Gustav Mahlers um eine der kühnsten sinfonischen Visitenkarten der Musikgeschichte. Folgerichtig ist der vom Komponisten selbst vorgesehene, dann zurückgezogene Titel »Titan« (in Anlehnung an den gleichnamigen Roman von Jean Paul) bis heute eng mit dem Werk verbunden. Die kühne Sinfonie lässt bereits Mahlers charakteristischen Tonfall, die wechselnden Kontraste als Ausdruck seiner inneren Zerrissenheit, hörbar werden. »Die höchste Glut der feurigsten Leidenschaft und die verzehrendste Todessehnsucht – beide thronen abwechselnd in meinem Herzen.« (Mahler)

Die Philharmonische Gesellschaft Lübeck/Lübecker Philharmoniker e. V. fördert das Engagement von Viktoria Mullova.

4.  Sinfonie ­ konzert
Foto: Jan Philip Welchering

Pressestimmen

»Im 4. Sinfoniekonzert schenken die große Geigerin Viktoria Mullova [und] GMD Stefan Vladar […] zu Weihnachten zwei große Werke: das 1. Violinkonzert (1947) von Dmitri Schostakowitsch und die 1. Sinfonie ›Titan‹ (1889) von Gustav Mahler. Beide Wiedergaben wurden […] mit Ovationen bedacht – besonders die Interpretation der großen Geigerin war hier ein Ereignis. […] [Viktoria] Mullova haucht die Flageoletts, geht über zum grimmigen Scherzo mit gerissenen Staccati und in ein friedlich-harmonisches Andante, in dessen Kadenz die Solistin erst fein ziseliert und dann zwitschert – um im Finalsatz in einem wilden Vivacissimo zu enden. All das ist von einer atemberaubenden Präzision im Feinen wie im Kraftvollen.«

HL-live

»Dirigent Stefan Vladar gelang es, die vielfältigen Stimmungen des Werkes darzustellen. In den düsteren Traumwelten des ersten Satzes zeigte die Solistin bereits ihr großes Können auf. Ihr Piano-Spiel war von einer Eindringlichkeit, wie man sie selten erlebt, das Orchester begleitete sie wunderbar einfühlsam. […] Tänzerisch und doppelbödig zugleich dann der Schlusssatz, hier konnten sich auch die Orchestersolisten wieder auszeichnen. Für den rauschenden Beifall bedankte sich Viktoria Mullova mit einer fein ziselierten Bach-Zugabe. […] Der Beifall war wieder groß nach diesem spätromantischen Erlebnis erster Güte.«

Lübecker Nachrichten

»Das Orchester spielt mit der Violinistin auf Augenhöhe, Vladars Dirigat ist ebenso einsatzfreudig wie, bei allem Enthusiasmus, dem Werk entsprechend dann zurückgenommen, wenn die Solovioline alleine im Vordergrund steht. […] Den begeisterten Beifall für die grandiose Umsetzung dieses Konzerts beantwortet die Künstlerin mit einem Bach-Partita-Satz […]. […] Phantastisch! Langer Applaus eines berührten, beglückten Publikums.«

Klassik begeistert/Der Opernfreund

»Die Musik ist auffallend vielschichtig und in ihrer virtuosen Gestaltung für die Solistin, aber kaum weniger für das Orchester eine Herausforderung, eine, die das Publikum fesselt. Sie hat eine wundersam komplexe ästhetische Kraft und kündet zugleich genial von den inneren Zuständen und Vorstellungen des Komponisten. Kaum war der letzte Ton verklungen, klang lautstark ein Bravo durch den Raum. […] Vladar fand für die großen Entwicklungen den Weg, sie schlüssig zu entfalten. Seine Musiker ließen sich führen und fesselten selbst in kleinsten Momenten. Zusammen begeisterten sie das Publikum, darunter auch erfreulich viele junge Hörer.«

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