Konzert
4. Sinfoniekonzert
Jörg Widmann (*1973)
Armonica
für Glasharmonika und Orchester
Gustav Mahler (1860‑1911)
Sinfonie Nr. 5 cis-Moll
Die Glasharmonika wurde im 18. Jahrhundert von Benjamin Franklin entwickelt und war zu ihrer Zeit ein beliebtes und sagenumwobenes Instrument – ihre schwebenden Töne werden erzeugt, indem man mit befeuchteten Fingern über verschieden große Glasglocken fährt. Jörg Widmann widmete dem Instrument unter seinem ursprünglichen italienischen Namen »Armonica« 2006 eine Komposition, in der sich die sphärischen Klänge des schwingenden Glases auf das gesamte Orchester ausweiten und einen Klangkosmos von berückender Schönheit schaffen.
Für Gustav Mahler war seine 5. Sinfonie »ein verfluchtes Werk. Niemand capiert sie.« Kurz nach der Jahrhundertwende komponiert, war es sein erstes sinfonisches Werk, in dem er sich nicht auf die Liedsammlung »Des Knaben Wunderhorn« bezog und somit keine Textgrundlage anbot, die eine Deutung beförderte. Trotzdem blieb er seinem Anspruch treu, in der Musik »mit allen Mitteln der vorhandenen Technik eine Welt aufzubauen.« Schmerz und Schönheit, Ironie und Ernst liegen in dieser Welt wie immer bei Mahler nahe beieinander: Vom düsteren Trauermarsch zu Beginn über das berühmte lyrische Adagietto in der Mitte bis zum fröhlichen Kehraus-Finale mit seinen doppelbödigen Naturklängen.