Konzert

5. Sinfonie­konzert

Werke von Samuel Barber, Theodor Berger und Béla Bartók

Samuel Barber (1910‑1981)
Adagio for Strings op. 11

Theodor Berger (1905‑1992)
Malinconia · für 48 Streicher

Béla Bartók (1881‑1945)
Konzert für Orchester Sz 116

Mit seinem »Adagio for strings« hat der amerikanische Komponist Samuel Barber eine Trauermusik von überzeitlicher Schönheit geschaffen. Ursprünglich war das Stück als langsamer Satz eines Streichquartetts konzipiert, doch Barber entschloss sich, es als eigenständiges Werk für ein Streichorchester herauszugeben, das 1938 unter Toscanini in New York uraufgeführt wurde und seither in aller Welt gespielt wird. Freundschaft verband Barber u. a. mit seinem österreichischen Komponistenkollegen Theodor Berger, für dessen Werke sich Dirigenten wie Furtwängler, Karajan und Celibidache einsetzten. Seine Unabhängigkeit von sämtlichen musikalischen Schulen machte Berger zu einem Außenseiter der Musikgeschichte. In seiner Komposition »Malinconia« für Streichorchester kann man Anklänge an das Adagietto aus Mahlers Fünfter Sinfonie hören. – Béla Bartók floh 1940 aus Ungarn in die USA, wo er als Künstler kaum beachtet wurde und schwer erkrankte. Völlig unerwartet erreichte ihn 1943 ein Kompositionsauftrag von Serge Koussewitzky und dem Boston Symphony Orchestra. Noch einmal raffte sich Bartók auf und schrieb eines seiner wunderbarsten Orchesterwerke, in dem er einzelne Instrumente und Instrumentengruppen in der Art eines Solokonzerts auftreten lässt – daher der ungewöhnliche Titel »Konzert für Orchester«.

5.  Sinfonie ­ konzert
Foto: Jan Philip Welchering

Pressestimmen

»Vladar nimmt sich in seinem Dirigat […] angemessen zurück; er, das Orchester und vor allem der Erste Violinist ernten […] herzlichen Beifall.«

Klassik begeistert/Der Opernfreund

»Das ›Adagio for Strings‹ hat eine große Ausstrahlung, der man sich kaum entziehen kann. Stefan Vladar und seinen Musikern gelang eine eindrucksvolle Wiedergabe. Wie die Streicher des Lübecker Orchesters ihre Pianokultur entwickelt haben, ist kaum zu glauben. Schwebende Töne an der Grenze des Hörbaren erklangen, die Transparenz dieser bewegenden acht Minuten Musik war immer gegeben. Ein großartiger Auftakt. […] Wieder beeindruckten die Streicher durch ihre Fähigkeit zum leisen Spiel und durch ihre formidable Tongebung. Konzertmeister Carlos Johnson spielte die Solo-Passagen eindringlich und klangschön, ihm galt dann auch ein Extra-Applaus des begeisterten Publikums. […] Nach der Pause stand Béla Bartóks letztes vollendetes sinfonisches Werk auf dem Programm […]. […] Hier hatten alle Instrumentengruppen des Orchesters auch in solistischen Abschnitten ihren großen Auftritt. Eine vielseitige Komposition, die durch Vladars Dirigat klar und durchsichtig dargeboten wurde. […] Ein beeindruckender und wunderschöner Abschluss des Konzertes. Das Publikum applaudierte begeistert.«

Lübecker Nachrichten

»Des Amerikaners Barber oft zu hörendes ›Adagio for Strings‹ ist ein tröstender Gesang, den Vladar zwischen piano und mezzoforte ruhig gleiten ließ, bis er nach kurzem Aufbäumen verklang – im Sinne des Wortes eine Fingerübung, die Violinen, Violen, Violoncelli und Kontrabässen sanft von der Hand ging. Der Wiener Berger geht mit seiner ›Melancolia‹ für 48 Streicher kompakter vor. Aus Cello-Tiefen und mit fahlen Violen entwickelt er eine langsame Bewegung, der die Solovioline entgegenarbeitet (Erster Konzertmeister Carlos Johnson mit wahrem Fingerspitzengefühl und steter Bogenbewegung). […] Das Partitur-Dickicht und der permanente Taktwechsel verlangen von jeder Gruppe des großbesetzten Orchesters immer wieder höchste Technik und Konzentration. […] Kein Wunder, dass dieser Großtat der Philharmoniker – im Tutti wie in vielen virtuosen Einzelleistungen – und ihres Chefs nach dem letzten Takt am Sonntag großer Beifall entgegenbrandete.«

HL-live