Konzert

8. Sinfonie­konzert

Werke von Arnold Schönberg, Viktor Ullmann und Johannes Brahms

Arnold Schönberg (1874‑1951)
Ein Überlebender aus Warschau · Für Sprecher, Männerchor und Orchester op. 46

Viktor Ullmann (1898‑1944)
Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke · 12 Stücke aus der Dichtung Rainer Maria Rilkes für Sprecher und Orchester · Rekonstruiert und orchestriert von Henning Brauel

Johannes Brahms (1833‑1897)
Sinfonie Nr. 1 c-Moll op. 68

Der legendäre, weltberühmte Schauspieler Klaus Maria Brandauer rezitiert in diesem Sinfoniekonzert den Sprecherpart in zwei äußerst eindrucksvollen Kompositionen aus der finsteren Mitte des 20. Jahrhunderts: Als Reaktion auf Nachrichten über NS-Gräueltaten in Europa vertonte Arnold Schönberg 1946 im amerikanischen Exil den Bericht eines polnischen Juden über Massaker im Warschauer Ghetto. Zwei Jahre zuvor hatte der jüdische Komponist Viktor Ullmann im KZ Theresienstadt zwölf Stücke aus Rainer Maria Rilkes Dichtung »Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke« als Melodram umgesetzt. Den unerträglichen Lebensbedingungen und der allgegenwärtigen Bedrohung durch die Lager-SS zum Trotz konnte Ullmann die Komposition im Klavier-Particell noch vollenden. Drei Monate später wurde er in Auschwitz ermordet. – Im zweiten Teil des Konzerts erklingt Johannes Brahms’ Erste Sinfonie. Nach jahrzehntelangem Ringen mit der sinfonischen Form griff Brahms bei einem Sommerurlaub in Saßnitz auf Rügen einen alten Entwurf wieder auf und konnte nach dem Urlaub einem Freund vermelden: »An den Wissower Klinken ist eine Sinfonie hängengeblieben«. Zwei Jahre später, 1876, vollendete er das durchschlagende Werk in Lichtental bei Baden-Baden.

8.  Sinfonie ­ konzert
Foto: Jan Philip Welchering

Besetzung

Herren des Chores und Extrachores des Theater Lübeck

Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck