Schauspiel

Auto maten büfett

Piktogramm

von Anna Gmeyner

Premiere 26/03/21 | Kammerspiele

Inhalt

»Und ein Automat, der unterscheidet nicht den Menschen von einem Individuum. Jeder, der was reinschmeißt, kriegt was heraus. Sehen Sie?«

Herr Adam angelt, eine junge Frau geht ins Wasser und er rettet sie: Eva.

Im Automatenbüfett seiner Frau sorgt Evas Anwesenheit für Aufsehen. Ihre Wirkung auf die Kundschaft und somit auf den Umsatz sind für Frau Adam der einzige Grund die junge Frau einzustellen. Der Geschäftssinn regiert im Automatenbüfett – hier versammeln sich die Kleinbürger vom Stadtrat über den Oberförster, Kaufmann, Apotheker und Zeitungsredakteur hin zum »abgebauten« Lehrer und Straßenhändler. Im Hinterzimmer wird das Bier, das Eva serviert, getrunken und verhandelt. Hier gärt im großen Gerede der Herrschaften das Unheil des 20. Jahrhunderts: Antisemitismus und Nationalismus. Obwohl die Männer Eva gegenüber zutraulicher werden, bleibt sie als Frau in ihren Augen – bei aller Faszination – nur ein schönes Ding. Selbst die geschäftstüchtige und finanziell unabhängige Frau Adam hält sich unterwürfig. Ihr junger Schwarm wird dies auszunutzen verstehen und sich an ihr und dem Automatenbüfett bedienen. In Anna Gmeyners Volksstück ringen die Figuren um Würde, sie sind von der Angst getrieben zu kurz zu kommen, sie strampeln und treten, um sich Gewinn zu verschaffen. Eva und Herr Adam, unabhängiger von der Einschätzung der anderen, bleiben in dieser Gesellschaft Außenseiter. Zum Happy End rettet sie ihn aus seinem Angelteich und beide beginnen zusammen neu. Mehr lesen

Das satirische wie sozialkritische »Automatenbüfett« wurde bereits ein Jahr nach der Uraufführung 1932 in Hamburg verboten, unter dem Titel »Im Trüben fischen« wird die Züricher Premiere 1933 eine der ersten Vorstellungen des Exiltheaters. In ihrem Geburtsland Österreich – Anna Gmeyner kommt 1902 in einer Wiener jüdischen Familie zur Welt – wird »Automatenbüfett« erst 2004 aufgeführt.

Der junge Regisseur Zino Wey begeisterte mit seinen kraftvoll-formalen Inszenierungen am Schauspiel Stuttgart wie am Nationaltheater Mannheim und wird sich mit Anna Gmeyners selten gespieltem Volksstück dem Lübecker Publikum vorstellen. Weniger anzeigen

Besetzung

Inszenierung Zino Wey
Bühne Davy van Gerven / Zino Wey
Kostüme Davy van Gerven
Komposition/Musik Ziggy Has Adeur


Termine | Karten


Fr 26/03/21 | 20.00 Uhr Premiere

Kammerspiele