Ball im Savoy
Foto: Kerstin Schomburg

Musiktheater

Ball im Savoy

Piktogramm

Operette von Paul Abraham (1892–1960)
Libretto von Alfred Grünwald (1884–1951) und Fritz Löhner Beda (1883–1942)
Bühnenpraktische Rekonstruktion der Musik von Henning Hagedorn und Matthias Grimminger

(Uraufführung 1932)

Lübecker Erstaufführung

In deutscher Sprache

Wiederaufnahme 18/04/20 | Großes Haus
Die Wiederaufnahme-Serie entfällt wegen Corona.
Eine Verlegung in die Spielzeit 2021/22 wird geprüft.

Inhalt

»Es gibt doch hunderttausend Schampusflaschen und soviel schöne Frau’n. Man muss doch wissen, wie die andern küssen, um der eig’nen zu trau’n.«

Gerade aus den Flitterwochen zurück und schon hängt der Haussegen schief! Die junge Gattin glaubt, ihr Mann betrügt sie und legt sich mächtig ins Zeug, um dessen Eifersucht zu wecken. Schon ist die größte Konfusion im Gange – und das Verwirrspiel um Liebe, Täuschung und Seitensprünge nimmt seinen turbulenten Lauf. Die Hauptakteure sind neben dem jungvermählten Paar Aristide und Madeleine de Faublas eine argentinische Tänzerin namens Tangolita, Mustafa Bei, türkischer Gesandter und Aristides bester Freund, sowie der mysteriöse Jazzkomponist José Pasodoble, der in Wahrheit Daisy Darlington heißt und Madeleines Cousine ist. Schauplatz der Handlung ist Aristides luxuriöse Villa in Nizza und natürlich der prächtige Ballsaal im Savoy, wo sich die feierwütige, champagnerlaunige High Society allabendlich zusammenfindet. Getanzt wird natürlich auch, dafür lieferte der Komponist Paul Abraham eine Reihe an fetzigen Musiknummern, die alles vereinen, was in der Vergnügungshauptstadt Berlin in den 20er Jahren und Anfang der 30er Jahre angesagt war: Jazz und Blues, Tango, Fox, Paso Doble und sogar ein neuer, verrückter Modetanz namens »Känguru«. Die Revueoperette »Ball im Savoy« erlebte 1932 in Berlin ihre umjubelte Uraufführung. Das ausgelassene Lebensgefühl, der bissige Humor und die prickelnde Erotik kamen an – trotz oder gerade wegen der politischen Endzeitstimmung kurz vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Paul Abraham, ungarischer Komponist jüdischer Abstammung, hatte zuvor mit »Viktoria und ihr Husar« und »Blume von Hawaii« zwei Welterfolge gelandet, »Ball im Savoy« sollte jedoch sein letzter großer Triumph sein. Er emigrierte in die USA, und seine Werke verschwanden für viele Jahre von den Spielplänen.

Besetzung

Musikalische Leitung Jan-Michael Krüger
Inszenierung Michael Wallner
Bühne Heinz Hauser
Kostüme Tanja Liebermann / Yvonne Forster
Choreographie Andrea Danae Kingston
Licht Falk Hampel
Dramaturgie Doris Fischer


Dauer ca. 2 Stunden, 30 Minuten (eine Pause)

Termine | Karten


Mi 10/06/20 | 19.30 Uhr Zum letzten Mal

Großes Haus

Achtung Vorstellungsänderung!

Absage wegen Corona.

Musikalische Leitung Jan-Michael Krüger

Pressestimmen

»Das ist witzig und amüsant, die Musik ist schmissig und mit eingängigen Melodien versetzt [...]. Im zweiten Akt wird das Bühnenbild einfach umgedreht – technisch eine enorme Leistung. [...] Die opulenten Kostüme von Tanja Liebermann und Yvonne Forster mit ihrer coolen Eleganz bieten großen optischen Reiz. [...] Ein rundherum vergnüglicher Theaterabend.«


Lübecker Nachrichten

»McNairy ist mit ihrem strahlenden Sopran in dieser Rolle ein Erlebnis [...]. Mit Steffen Kubach, aus tiefstem Herzen Komödiant, ist die Rolle des Mustapha Bei bestens besetzt. Wer sonst sollte sich auch in die selbstbewusste Jazzkomponistin Daisy Darlington so überzeugend schockverlieben können. Neben Kubach hat Sara Wortmann, die [...] mit ihrer machtvollen Singstimme beeindruckte, einen großen Abend, auch, weil sie den Jazz mit auf die Bühne bringt. [...] Der heitere Abend ist obendrein eine Verbeugung vor dem jüdischen Komponisten Paul Abraham, der ein Opfer der deutschen Geschichte wurde.«


shz

»Regisseur Michael Wallner hatte sogar einen Stargast mitgebracht, die Musicalsängerin Angelika Milster. Er erntete mit einem spiel- und tanzfreudigen, sangesfrohen Ensemble sowie einem schwungvoll aufspielenden Orchester einen großen Publikumserfolg. [...] Angelika Milster kehrt nicht den Star heraus, gliedert sich geschickt ins Ensemble ein. In Spiel und Gesang klappt das Miteinander vorzüglich. [...] Es gab viel Szenenapplaus und am Schluss Wiederholungen etlicher Musiktitel.«


HL-live

»Genüsslich baut er [Michael Wallner] [...] die Episoden zusammen, gibt viel Anlass zum Lachen, übernahm selbst als Kammerdiener Archibald und Oberkellner Pomerol gleich zwei zwerchfellreizende Rollen. Ein großartiges Ensemble hilft ihm [...]. Den Chor hatte Jan-Michael Krüger sehr sicher einstudiert, so dass er wunderbar leicht mitspielen, auch mittanzen konnte.«


nmz

»Hier die Lorbeeren auf das richtige Haupt zu platzieren, ist beinahe unmöglich, war doch ein Ensemble auf der Bühne, das kaum zu übertreffen ist. [...] Der Regisseur Michael Wallner nutzt die Gelegenheit vorzüglich. Kräftig unterstützt von Heinz Hauser, für die Bühne verantwortlich, der grandios einen Swimming-Pool installiert. Die Kostüme von Tanja Liebermann und Yvonne Forster brillieren und werten die Akteure noch mehr auf. Die Protagonisten singen und spielen mit Euphorie und sind klasse. ›Ball im Savoy‹, zu gut, um es nur einmal anzuschauen.«


unser Lübeck

»Dem Regieteam gelingt eine farbenfrohe, heitere und schlüssige Umsetzung des Stoffes. [...] In dieser Produktion gelang die elegante Balance zwischen Witz und Situationskomik, bei der man herzlich mitlachen konnte. Als Tangolita brillierte Angelika Milster [...], mit Ausdruck und Temperament, einer Prise Humor und ihrer unvergleichlich schön timbrierten Stimme [...]. Sie zählt nicht umsonst zu den besten Musicalinterpretinnen seit Barbra Streisand. An diesem Abend war sie einmal mehr umwerfend komisch und gesanglich mit Emma McNairy in einer Klasse für sich. [...] Adrian Pavlov und das Philharmonische Orchester der Hansestadt Lübeck sorgten für einen fulminanten Orchesterklang. Großartig auch der Chor des Hauses und das Tanzensemble. Die Begeisterung des Publikums bestätigte den großen Erfolg der Eröffnung der neuen Saison.«


Ihr Opernratgeber

»Ohrwürmer wie ›Es ist so schön, am Abend bummeln zu geh'n‹, und ›Wenn wir Türken küssen‹ kommen kess über die Rampe. [... ]Tänzer (Choreographie: Andrea Danae Kingston) und Chor (Jan Michael Krüger) leisten Famoses. Regisseur Michael Wallner, ein ausgewiesener Könner, trifft den Karacho-Ton, führt die Personen phantasievoll.«


Lübeckische Blätter