Schauspiel

BOMB
Variationen über Verweige­rung

Schauspiel von Maya Arad Yasur

Deutsch von Matthias Naumann

Drei Leben verknüpft die israelische Autorin Maya Arad Yasur in diesem Theatertext meisterhaft miteinander: Da ist die Künstlerin Naomi, die in einer Performance im Museum die Kriegstraumata ihres Vaters verarbeitet. Da gibt es den Kampfpiloten Eatherly, der sich in der blauen Wüste des Himmels wie ein Gott fühlt, nach einem Einsatz mit »Kollateralschaden « aber nicht mehr über die Zielobjekte am Boden richten will. Und da ist der namenlose Junge mit der Kamera, der das Kriegsgeschehen für die Ewigkeit festhält und auf Bilder bannt. Wie die Nornen, die Schicksalsgöttinnen der nordischen Mythologie, spinnt eine Gruppe von Erzähler: innen die Fäden dieser Lebensgeschichten, verwebt und verknotet sie auch hin und wieder. Denn nicht immer sind sich die Erzähler:innen einig über die Fakten. Ist das Schulgebäude, das Eatherly bombadieren soll, wirklich ein Munitionslager? Auf welchem Kontinent und in welchem Konflikt befinden wir uns eigentlich? Hat noch jemand den Überblick? Und: Was kann Kunst bewirken angesichts der Schrecken von Krieg? Maya Arad Yasur verweigert in »BOMB« Antworten und einfache Wahrheiten. Sie konzentriert sich vielmehr auf das Erzählen von Geschichten, auf den Sog, den sie entwickeln und auf die Spuren, die sie hinterlassen, nachdem der Vorhang gefallen, das Museum dunkel oder der Film zu Ende ist.

Premiere 03/02/23 · Kammerspiele

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