Schauspiel

BOMB
Variationen über Verweige­rung

Schauspiel von Maya Arad Yasur

Deutsch von Matthias Naumann

Drei Leben verknüpft die israelische Autorin Maya Arad Yasur in diesem Theatertext meisterhaft miteinander: Da ist die Künstlerin Naomi, die in einer Performance im Museum die Kriegstraumata ihres Vaters verarbeitet. Da gibt es den Kampfpiloten Eatherly, der sich in der blauen Wüste des Himmels wie ein Gott fühlt, nach einem Einsatz mit »Kollateralschaden« aber nicht mehr über die Zielobjekte am Boden richten will. Und da ist der namenlose Junge mit der Kamera, der das Kriegsgeschehen für die Ewigkeit festhält und auf Bilder bannt. Wie die Nornen, die Schicksalsgöttinnen der nordischen Mythologie, spinnt eine Gruppe von Erzähler: innen die Fäden dieser Lebensgeschichten, verwebt und verknotet sie auch hin und wieder. Denn nicht immer sind sich die Erzähler:innen einig über die Fakten. Ist das Schulgebäude, das Eatherly bombadieren soll, wirklich ein Munitionslager? Auf welchem Kontinent und in welchem Konflikt befinden wir uns eigentlich? Hat noch jemand den Überblick? Und: Was kann Kunst bewirken angesichts der Schrecken von Krieg? Maya Arad Yasur verweigert in »BOMB« Antworten und einfache Wahrheiten. Sie konzentriert sich vielmehr auf das Erzählen von Geschichten, auf den Sog, den sie entwickeln und auf die Spuren, die sie hinterlassen, nachdem der Vorhang gefallen, das Museum dunkel oder der Film zu Ende ist.

BOMB
Foto: Stefan Loeber
Wiederaufnahme 24/04/24 · Kammerspiele

Dauer: ca. 1 Stunde, 30 Minuten (keine Pause)

Pressestimmen

»Die Art und Weise, wie die Schauspieler:innen abwechselnd in die Rollen der Protagonist:innen ihrer Geschichte schlüpfen und diese […] überzeugend darstellen, zeigt das außerordentliche Können der Künstler:innen sowie ihre Empathie für die jeweilige Bühnenfigur. […] Es ist kein leichtes Thema, das […] verhandelt wird, und dennoch gibt es auch immer wieder Momente des Durchatmens und des Schmunzelns. Der absolut gelungenen Premiere wurde langanhaltend applaudiert.«

ultimo

»Es ist eine ernste Auseinandersetzung mit dem Krieg und seinen Folgen, aber sie ist eingebettet in eine Verbindung aus Streit, Komik und Nachdenklichkeit, ganz wie im wirklichen Leben […]. […] Was Astrid Färber, Andreas Hutzel, Samantha Ritzinger, Henning Sembritzki, Vincenz Türpe und Will Workman dem Publikum bieten, ist eine beeindruckende Leistung des gesamten Ensembles. Sie wechseln und tauschen die Rollen, den Ton, die Stimmung, schnell und flüssig, mit spielerischer Leichtigkeit.«

Lübecker Nachrichten

»Beeindruckend ist an diesem Abend das dynamische und virtuose Spiel des Ensembles mit Sprache. In blitzschnellen Anschlüssen spinnen die Spieler:innen gemeinsam den Faden fort, um dann den Erzählflow durch Widersprüche oder die im wahrsten Sinne des Wortes entwaffnende Frage ›Ist das überhaupt Kunst?‹ jäh zu brechen. […] Durch spannende metaphorische Setzungen und eine immense Spielfreude gelingt es […] dem gesamten Team, die Stärken von Maya Arad Yasurs Text herauszukitzeln und dessen intelligenten dramaturgischen Bau sogar zu potenzieren.«

Theater der Zeit

»Das Darstellerteam […] agiert intensiv und furios. Sie sprechen den Text eindringlich und verstärken dadurch die beklemmenden Aussagen. […] Das Publikum zeigte sich durch anhaltenden Applaus deutlich beeindruckt.  Man verließ das Theater benommen von der Wucht des Textes und der Inszenierung sowie von dem intensiven Spiel.«

Offener Kanal Lübeck

»Krasse, eindrückliche Bilder hat Sapir Heller gefunden für zerstörte Kindheiten: Das gewohnte Liebgewonnene verwandelt sich in albtraumartigen Schrecken − ob Zuckerwatte, Tomatensauce oder Piñatas. […] Die Stärke des Abends liegt in der ungemein plastischen, lebendigen, emotional aufrüttelnden Art, wie Astrid Färber, Andreas Hutzel, Samantha Ritzinger, Henning Sembritzki, Vincenz Türpe und Will Workman den Text performen, sich die Bälle zuspielen und in Gruppen choreographiert gestisch agieren − ob sie nun im Takt stampfen und trampeln oder sich in lustigen Flugbewegungen üben. Und dann ist da noch die Musikerin Rahel Hutter, die am Synthesizer, mit Electronics und Gesang für sphärische Klanglandschaften sorgt […].«

nachtkritik

»Tatsächlich wirkt die ganze Inszenierung so wie eine Auseinandersetzung mit der […] Frage nach der Möglichkeit einer Definition von Kunst […]. […] Der Abend ist brillant gemacht: witzig, turbulent, technisch präzise.«

Die deutsche Bühne

»›BOMB‹ erzählt von Kunst und Krieg und erweist sich in der Inszenierung von Sapir Heller als schlaues, dabei schwer durchschaubares Vexierspiel.«

Kieler Nachrichten

»Zu erleben ist eine fantastische Synthese von Schauspiel- und Autorinnenkunst, Regie, Ausstattung und Musik. ›Das beste moderne Stück, das ich jemals gesehen habe‹, befindet eine junge Besucherin am Ende der begeistert aufgenommenen Premiere.«

Die Gemeinnützige

Einladung zum Heidelberger Stückemarkt


Sapir Hellers Inszenierung von »BOMB Variantionen über Verweigerung« wurde zum 41. Heidelberger Stückemarkt eingeladen und ist dort für den Nachspielpreis nominiert. Anlässlich der Einladung wird das Stück am Mittwoch, den 24/04, und Freitag, den 31/05 auch wieder auf der Bühne der Kammerspiele zu sehen sein.