Schauspiel

Bunbury
oder Ernst sein ist wichtig!

Eine triviale Komödie für ernsthafte Leute von Oscar Wilde

Vollständige Neuübersetzung von Rainer Kohlmayer

»Wer heiratet ohne einen Bunbury zu kennen, kann keine harmonische Ehe führen.« Dessen ist sich der Dandy und überzeugte Londoner Junggeselle Algernon sicher. Er hat sich einen kränkelnden Freund namens Bunbury ausgedacht, um jederzeit eine Ausrede parat zu haben, wenn Tante Augusta wieder zu einer ihrer langweiligen Abendgesellschaften einlädt. Algernons Freund John Worthing gibt sich hingegen einfach als jemand anderes aus, wenn er in der Stadt seinen Spaß haben will. Denn vor allem gegenüber seinem Mündel Cecily gilt es, sich als Vertreter der Prüderie im viktorianischen England zu beweisen. Die Maskerade der beiden Herren droht jedoch aufzufliegen, als sie sich verlieben: John will Gwendolen heiraten, doch diese kennt ihn nur unter seinem städtischen Pseudonym »Ernst« und weigert sich, eine Ehe mit einem Mann anderen Namens auch nur in Erwägung zu ziehen. Bevor sich John jedoch umtaufen lassen kann, taucht Algernon auf seinem Landsitz auf und verliebt sich unsterblich in Cecily – dumm nur, dass er sich bei seiner Ankunft als Johns Bruder »Ernst« ausgegeben hat. Wer ist nun wer und wer meint es ernst?

Oscar Wildes Komödie über Moral, Manieren und englische Muffins steckt voller satirischer Seitenhiebe auf eine Oberschicht, deren Doppelmoral Wilde in seinen Werken immer wieder thematisierte.

Besetzung

Inszenierung Cilli Drexel
Kostüme Janine Werthmann
Licht Falk Hampel
Dramaturgie Cornelia von Schwerin
John Worthing, genannt Jack Vincenz Türpe
Algernon Moncrieff Johannes Merz
Pastor Chasuble Sven Simon
Merriman, Butler / Lane, Diener Jan Byl
Lady Bracknell Astrid Färber
Gwendolen Fairfax Lilly Gropper
Cecily Cardew Anna-Lena Hitzfeld
Miss Prism, Gouvernante Susanne Höhne
 Bunbury
Foto: Isabel Machado Rios
Premiere 15/09/23 · Großes Haus

Dauer: ca. 2 Stunden (eine Pause)

Pressestimmen

»Der Anachronismus zwischen viktorianischer Lebenswelt und grellbuntem Disco-Stil (Kostüme: Janine Werthmann) entfaltet seine komische Wirkung, und die Schauspielerinnen und Schauspieler kosten das aus. […] Großartig ist Astrid Färber als Lady Bracknell [...]. In weiteren Nebenrollen glänzen Sven Simon als verkommener Pastor mit Kollar und Cowboystiefeln, Susanne Höhne als dümmliche, aber durchtriebene Gouvernante und Jan Byl als mal unterwürfiger, mal unverschämter Diener.«

Lübecker Nachrichten

»Die Bühne ist grandios ausstaffiert. Ein gewaltiger Schrankkoffer beherrscht die Szenerie. […] Als wäre es das Koffer-Innenfutter, ist die Bühne (Christina Mrosek) mit stilisierten Lilien austapeziert. […] Im Publikum herrscht große Heiterkeit. Tatsächlich wird […] großartiges, körperbetontes Spiel geboten.«

shz

»Astrid Färber als Lady Bracknell überzeugt mit ihrer dominanten, lauten, standesbewussten Art. […] Es ist ein Vergnügen, Susanne Höhne zuzusehen, wie sie als eher verhuschte Gouvernante am Ende des Stückes eine lang zurück liegende Unachtsamkeit beichtet […]. […] Es kommt zu slapstickhaften Szenen bei Einsatz der Drehbühne, es geht turbulent und amüsant zu. Die Musikeinspielungen und die Ausleuchtung von Falk Hampel unterstützen diese Wirkung. Das Premierenpublikum lachte begeistert und amüsierte sich köstlich.«

Offener Kanal Lübeck

»Zuerst beeindruckt das clevere Bühnenbild (Christina Mrosek) […]. Die Komödie […] wurde von Cilli Drexel als schrill-buntes Kaleidoskop britischer Liebes- und Lebensart des ausklingenden 19ten Jahrhunderts inszeniert […]. […] Die Irrungen und Wirrungen auf dem Weg zum (Liebes-)Glück und die Dekadenz der High Society sind immer noch aktuell.«

ultimo