Schauspiel

Das Los

Schauspiel von Raphaela Bardutzky

Uraufführung

An kaum einem Ort treffen so viele Menschen unterschiedlichster sozialer Schichten aufeinander wie im Hotel. Gut betuchte Reisende genießen gewohnten Luxus. Urlauber:innen, die sich sonst nichts gönnen, leisten sich endlich einmal 4 oder gar 5 Sterne. Und selbst Gäst:innen, die nicht zum reinen Vergnügen im Hotel wohnen, sondern etwa zu einer Tagung oder Konferenz anreisen, erwarten einen gewissen Standard, denn noch immer gilt: Der Gast ist König. Doch wie sieht es hinter den Kulissen aus? Wer sind die Menschen, die für die Münchner Sicherheitskonferenz im Hotel »Bayerischer Hof« in drei Tagen 8.000 Tassen Kaffee kochen? Die wissen, mit welcher Temperatur man eine Zeitung bügelt? Und hat der Tellerwäscher im teuersten Hotel der Welt wirklich das schlechtere Los gezogen, als der Ferrari Besitzer in der »Royal Suite«?

Die Münchner Autorin Raphaela Bardutzky hat selbst im Hotelfach gearbeitet und begibt sich für ihr neuestes Werk noch einmal in eine Welt der Gegensätze. Mit großer Empathie für Figuren ober- und unterhalb der Einkommensgrenze und exzellentem Sprachgefühl verfasst Raphaela Bardutzky Theatertexte, die ihr u. a. 2021 den Publikumspreis beim Förderpreis für Neue Dramatik an den Münchner Kammerspielen eingebracht haben. Mit »Das Los« schreibt sie erstmalig einen Text für das Theater Lübeck, der im Hotel »Hanseatischer Hof« uraufgeführt werden wird – und den Auftakt bildet zu einer Reihe Schauspielaufführungen an verschiedenen Orten im Stadtraum.

Besetzung

Inszenierung Catrin Mosler
Bühne & Kostüme Nicole Zielke
Dramaturgie Cornelia von Schwerin
Maria Meyer, Servicekraft Rachel Behringer
Hans Müller, Servicekraft Robert Brandt
Peter Schmidt, Servicekraft Sven Simon
Anna Schneider, Management Magdalena Helmig
Felix Trupetzki, Lottofee Jan Byl
Das Los
Foto: Isabel Machado Rios
Premiere 10/09/22 · Hotel Hanseatischer Hof

Dauer: ca. 1 Stunde, 30 Minuten (keine Pause)

Pressestimmen

»Mit seiner Uraufführung […] im Festsaal des ›Hanseatischen Hofs‹ […] ist dem Theater Lübeck ein Bravourstück gelungen: Thematisch topaktuell trifft diese Inszenierung über Arbeit, Leben und Träume des Servicepersonals in der Dienstleistungsgesellschaft als Sozialsatire mitten ins Schwarze. […] Die […] real existierenden Verhältnisse treibt Bardutzkys Stück, […] inszeniert von Catrin Mosler, zur Erheiterung des Publikums karikierend auf die Spitze. […] Die Inszenierung hält die […] Spannung bis zuletzt aufrecht – und ist damit nicht nur wegen des außergewöhnlichen, authentischen Spielorts sehenswert.«

Lübecker Nachrichten

»Luxushotels sind seltsame Orte. Da quartieren sich Menschen ein. Die sich einiges leisten können, und werden von Menschen bedient, die sich wenig leisten können. Ein Luxushotel schon gar nicht. Von solch einer Gemengelage handelt das Schauspiel […]. Am Ende gibt es großen Applaus für den Blick hinter Hotelkulissen.«

shz

»Es hat […] Spaß gemacht. Da war […] viel Humor drin, auf der anderen Seite zuckte man oft […] wieder […] zusammen. Das waren […] ernste Themen, gerade in so einem Hotel, welches jetzt geschlossen wird, und weil es um schwierige Arbeitsbedingungen geht, um diesem Arm-Reich-Gegensatz. Das alles spielt mit. Man lachte manchmal sogar vielleicht zu viel, weil es letztendlich doch so ernsthaft ist.«

Offener Kanal Lübeck

»Die gezeigte Uraufführung eines Auftragswerks passt prima in die leicht angeberische Unterkunft mit den etwas reicheren Gästen. Denn Autorin Raphaela Bardutzky will mit ihrem Stück […] etwas über soziale Spaltung erzählen […]. Also konkret darauf hinweisen, dass in vielen solcher Hotels steile Hierarchien herrschen zwischen Gast und Gastgeber, Direktion und Dienerschaft, Besser- und Schlechterverdienenden. […] Dass die Schauspieler:innen […] vital verlorene Figuren entwerfen, spricht für Regisseurin Catrin Mosler und die Qualität des Ensembles.«

taz Nord

Weitere Informationen

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Zur Schließung des Hotels Hanseatischer Hof

Alle Vorstellungstermine im September und Oktober finden wie geplant im Hotel Hanseatischer Hof statt – für die weitere Vorstellungsserie suchen wir aufgrund der aktuell bekannt gewordenen Schließung des Hotels nach einer neuen Spielstätte.

»Die Nachrichten, die uns in den letzten Wochen und damit in der Hochphase der Probenzeit für diese Uraufführung erreichten, dass der Hanseatische Hof verkauft und von den neuen Inhabergesellschaft nicht als Hotelbetrieb weitergeführt werden wird, haben uns zutiefst getroffen«, sagt Regisseurin Catrin Mosler im Namen ihres Teams. Schauspieldirektor Malte C. Lachmann ergänzt: »Wir bedauern diese Entscheidung außerordentlich, da sie den plötzlichen Jobverlust für die Mitarbeiter:innen und eine ungewisse Zukunft für die Quartiersentwicklung in St. Lorenz Nord bedeutet. Um über diese Entwicklungen mit unserem Publikum ins Gespräch zu kommen, halten wir an den Aufführungsterminen im September und Oktober fest und erarbeiten zurzeit ein Rahmenprogramm aus Nachgesprächen mit Produktionsbeteiligten und Gästen.«