Schauspiel

Der Prozess

nach dem gleichnamigen Roman von Franz Kafka

Bühnenfassung von Kerstin Ortmeier und Gerhard Roiß

„Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.“ – Mit diesem Satz beginnt Kafkas Romanfragment. Zwei Herren stehen plötzlich vor Joseph K. und erklären ihn für verhaftet. Mehr erklären sie nicht. Was ihm zur Last gelegt wird, bleibt schleierhaft. Die Herren nehmen ihn auch nicht mit, Joseph K. kann weiterhin seiner Arbeit nachgehen. Der Versuch, bei Gericht vorzusprechen, führt ihn auf einen verwinkelten Dachboden. Noch misst er, von seiner Unschuld überzeugt, dem ganzen Prozess kaum Bedeutung bei. Joseph K. beauftragt eine Anwältin, aber Aufklärung seines Falls oder auch nur eine sinnvolle Vorgehensweise sucht er vergeblich. Obwohl der Prozess kaum vorangeht, vereinnahmt er Joseph K. allmählich ganz und gar – bis der eines Tages von seiner Verurteilung erfährt und hingerichtet wird.

Worin besteht K.s Schuld? Was ist das überhaupt für ein Gericht, das auf Dachböden tagt? Liegt in diesem Prozess irgendein Sinn? Ist Joseph K. einem völlig willkürlichen System ausgesetzt? Was kann er selbst tun? Joseph K.s Umgebung wird immer empathieloser. Seine eigenen Versuche Einfluss zu nehmen, scheinen das System noch zu stützen. Mit sachlicher, präziser Sprache schafft der Autor Franz Kafka eine monströse Welt. Seine Fantasien haben eine erschreckend existentielle Kraft und wirken heute so frisch und zwingend wie vor 100 Jahren. Ohnmacht, Schuld und Scham werden im Laufe der Handlung zu den zentralen Themen dieses Alptraums, den Anne Bader als bildstarken Thriller inszeniert.

Besetzung

Inszenierung Anne Bader
Bühne & Kostüme Luisa Wandschneider
Video Joscha Eckert
Licht Georg Marburg
Dramaturgie Astrid Reibstein
Joseph K. Will Workman
Franz, Gerichtsdiener, Kaufmann Block Vincenz Türpe
Willem, Richter, Onkel, Titorelli Andreas Hutzel
Aufseherin, Wäscherin, Mädchen, Kanzleidirektor, Geistliche Antonia Sophie Schirmeister
Frau Grubach, Advokatin Huld, Mädchen Susanne Höhne
Fräulein Bürstner, Student, Leni, Mädchen Lilly Gropper
Im Hintergrund stehen das Mädchen, die Wäscherin, der Gerichtsdiener und der Student auf der Treppe. Davor Josef K. und der Richter, welche auf das Publikum zugehen. Josef K.s schaut nachdenklich.
Foto: Sinje Hasheider
Titorelli geht die Treppe hoch auf Josef K. zu. Dieser hält sich mit schmerzverzehrtem Gesicht den Kopf. Vor der Treppe tanzen die drei Mädchen nebeneinander.
Premiere 07/11/25 · Kammerspiele

Dauer: ca. 1 Stunde, 30 Minuten (keine Pause)

Termine

Sa 31/01/26 · 20.00 Uhr
Kammerspiele
So 22/02/26 · 18.30 Uhr
Kammerspiele

Einführung 18.00 Uhr · Mittelrangfoyer

Abo: Mix-6
Do 26/02/26 · 20.00 Uhr
Kammerspiele
Abo: Do1S
Do 12/03/26 · 20.00 Uhr
Kammerspiele
Abo: Do2S

Pressestimmen

» Grotesk und irrwitzig […]«

Lübecker Nachrichten

»Fesselnd stellt Will Workman Joseph K.s Ohnmacht und Suche nach Antworten dar, der dabei eine skurrile Gestalt nach der anderen trifft.«

Lübecker Nachrichten

»Grotesk, absurd, irrwitzig und laut tobt sich das Ensemble in seinen Rollen als unheimliche Wächter, überdrehter Onkel, wahnsinnige Aufseherin oder verschlagene Advokatin aus.«

Lübecker Nachrichten

»Mehr Kafka geht nicht in 90 Spielminuten.«

Lübeckische Blätter