Schauspiel

Der Unter tan

Piktogramm

nach dem Roman von Heinrich Mann

Premiere Sa 06/02/21 | Kammerspiele
Premiere + Do 11/02/21 | Kammerspiele

Inhalt

»Wie wohl man sich fühlte bei geteilter Verantwortlichkeit und einem Selbstbewußtsein, das kollektiv war.«

Heinrich Mann zeichnet in seinem ironisch-sarkastischen Roman ein pointiertes Bild seiner Zeit – des Wilhelminischen Kaiserreichs – und übt beißende Kritik an den sozialen und politischen Verhältnissen, dem Erstarken eines Nationalismus aus dem Gefühl einer gesamtgesellschaftlichen Unsicherheit. Hellsichtig beschreibt er eine Welt, die auf den Abgrund zusteuert. In seinen Memoiren »Ein Zeitalter wird besichtigt« reflektiert er auch über den »Untertan«: »Beendet habe ich die Handschrift 1914, zwei Monate vor Ausbruch des Krieges – der in dem Buch nahe und unausweichlich erscheint. Auch die deutsche Niederlage. Der Faschismus gleichfalls schon: Wenn man die Gestalt des ›Untertan‹ nachträglich betrachtet.« Mehr lesen

Seinen Protagonisten Diederich Heßling zeichnet Heinrich Mann als obrigkeitshörigen, chauvinistischen und präfaschistischen Konformisten ohne Zivilcourage. Er ist ein Mitläufer und Opportunist, der nach oben buckelt und nach unten tritt. Geboren in einer deutschen Kleinstadt, aufgewachsen als Sohn eines Papierfabrikanten, von Natur aus eher schwächlich und feige, empfindet er seine Umgebung als ständige Bedrohung. Doch schon bald lernt Diederich, wie man sich für erlittene Demütigungen durch Anbiederung an die Autoritäten oder an die dominierende Masse rächen kann. Opfer seiner Gegenschläge sind immer die Schwächsten, die von der Gesellschaft nicht Akzeptierten und Diffamierten: »Aus Klötzen […] erbaute er auf dem Katheder ein Kreuz und drückte den Juden davor in die Knie. Er hielt ihn fest, trotz allem Widerstand. […] Was Diederich stark machte, war der Beifall ringsum«.

Heinrich Mann beschreibt mit ironischer Schärfe den Aufstieg von Diederich Heßling zum »ehrenwerten Mitglied der Gesellschaft«, der in Wirklichkeit eine Geschichte des moralischen Niedergangs ist – und das Scheitern einer Gesellschaft. Mit Lust an der gesellschaftlichen Analyse – sowie an der bitter-bösen Komik der Vorlage – wird sich die Regisseurin Mirja Biel mit diesem Psychogramm eines opportunistischen Karrieristen auseinandersetzen. Weniger anzeigen

Besetzung

Inszenierung Mirja Biel
Bühne Matthias Nebel
Kostüme Hannah Petersen
Komposition/Musik Arpen


Termine | Karten


Sa 06/02/21 | 19.30 Uhr Premiere

Großes Haus
Abo: S.1


Do 11/02/21

Großes Haus
Abo: S.1+


So 21/02/21

Großes Haus
Abo: S.7