Musiktheater

Die Gespenster sonate

Piktogramm

Kammeroper von Aribert Reimann (*1936)
Libretto von Uwe Schendel (1953‑1994)
Nach dem gleichnamigen Schauspiel von August Strindberg (1849‑1912)

Uraufführung 1984 in Berlin

Lübecker Erstaufführung

In deutscher Sprache mit Übertiteln

Premiere Fr 22/01/21 | Großes Haus
Premiere + So 24/01/21 | Großes Haus

Inhalt

»Mich überkommt zuweilen ein rasendes Verlangen, alles zu sagen, was ich denke, aber ich weiß, dass die Welt einstürzen würde, wenn man wirklich aufrichtig wäre.«

Wie würde wohl der Blockbuster »Und täglich grüßt das Murmeltier« als expressionistischer, als absurder Film aussehen? Und wie würde sich die Filmmusik dazu anhören? Aribert Reimann weiß es. Zugleich fragt man sich, wie wohl Filme wie »Shining«, »Psycho« oder »Das Schweigen der Lämmer« ausgesehen hätten, wenn die Protagonisten ohne Sprache hätten auskommen müssen. Wenn nur die Filmmusik zum Verständnis des Unverständlichen hätte beitragen können. Aribert Reimann weiß es.

In der »Gespenstersonate« nach August Strindbergs gleichnamigen Schauspiel steht die Sprachlosigkeit im Vordergrund: Eine morbide Gesellschaft kommt seit vielen Jahren zum Essen zusammen. Der Ablauf ist immer derselbe. Schweigend vollführt man die immer selben Rituale. Eines Tages wird alles anders, als einer versucht, die Verwirrung aller zu entwirren – und doch ist alles zu verworren, um es zu entwirren. Auch das Okkulte und Mystische steht in der »Gespenstersonate« im Vordergrund. Die Welt wird nicht mehr nach den Prinzipien von Kausalität und Logik abgebildet, sondern folgt einer höheren, metaphysischen Logik. In ihr walten Mächte, die wirklicher erscheinen, als die Mächte dieser Welt. Die Sprachlosigkeit der Teilnehmer des Gespenstersoupers sind dafür eindrückliche Symbole. Dort, wo das Schweigen, die Sprachlosigkeit einsetzt, kommt die Ausdrucksmöglichkeit der Musik voll zur Geltung.

Nach Kafka ist Kunst und sind Bücher nicht dazu da, uns glücklich zu machen. Im Gegenteil glaubte er, dass »ein Buch die Axt sein muss für das gefrorene Meer in uns.« Strindbergs und Reimanns »Gespenstersonate « ist ohne Zweifel eine Axt dieser Art.

»Mich überkommt zuweilen ein rasendes Verlangen, alles zu sagen, was ich denke, aber ich weiß, dass die Welt einstürzen würde, wenn man wirklich aufrichtig wäre.« (Der Student) Ich glaube in der Kunst kann und muss man diesem Verlangen nachgeben und alles sagen und dabei aufrichtig und schonungslos sein. Sonst stürzt die Welt in ein gefrorenes Meer. (Julian Pölsler)

Besetzung

Musikalische Leitung Andreas Wolf
Inszenierung Julian Pölsler
Ausstattung Roy Spahn


Termine | Karten


Fr 22/01/21 | 19.30 Uhr Premiere

Großes Haus
Abo: MT.1

Musikalische Leitung Andreas Wolf

So 24/01/21 Premiere +

Großes Haus
Abo: MT.1+

Musikalische Leitung Andreas Wolf

So 21/03/21

Großes Haus
Abo: MT.6

Musikalische Leitung Andreas Wolf

Sa 24/04/21 | 19.30 Uhr

Großes Haus
Abo: Theaterfahrt am Samstag

Musikalische Leitung Andreas Wolf

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Diese ursprünglich geplante Produktion wurde aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus auf die Spielzeit 2021/22 verschoben:

Cardillac

Oper von Paul Hindemith (1895-1963)
Libretto von Ferdinand Lion (1883-1968)
Uraufführung 1926 in Dresden

Musikalische Leitung Andreas Wolf
Inszenierung Julian Pölsler
Ausstattung Roy Spahn