Die Gespenstersonate
Foto: Olaf Malzahn

Musiktheater

Die Gespenster sonate

Piktogramm

Kammeroper von Aribert Reimann (*1936)
Libretto von Uwe Schendel (1953‑1994)
Nach dem gleichnamigen Schauspiel von August Strindberg (1849‑1912)

Uraufführung 1984 in Berlin

Lübecker Erstaufführung

In deutscher Sprache mit Übertiteln

Wiederaufnahme 03/12/21 | Großes Haus

Inhalt

»Durch zu langes Schweigen bildet sich stillstehendes Wasser, das fault.«

Wie würde der Blockbuster »Und täglich grüßt das Murmeltier« als expressionistischer, als absurder Film aussehen? Und wie würde sich die Filmmusik dazu anhören? Aribert Reimann weiß es. Zugleich fragt man sich, wie Filme wie »Shining« oder »Psycho« ausgesehen hätten, wenn die Protagonisten ohne Sprache hätten auskommen müssen. Wenn nur die Filmmusik zum Verständnis des Unverständlichen hätte beitragen können. Aribert Reimann weiß es.

In der »Gespenstersonate« steht die Sprachlosigkeit im Vordergrund: Eine morbide Gesellschaft kommt seit vielen Jahren zum Essen zusammen. Der Ablauf ist immer derselbe. Eines Tages wird alles anders, als einer versucht, die Verwirrung aller zu entwirren – und doch ist alles zu verworren, um es zu entwirren. Auch das Okkulte und Mystische steht hier im Vordergrund. Die Welt wird nicht mehr nach Prinzipien von Kausalität und Logik abgebildet, sondern folgt einer höheren, metaphysischen Logik. In ihr walten Mächte, die wirklicher erscheinen als die Mächte dieser Welt. Die Sprachlosigkeit des Gespenstersoupers ist dafür eindrückliches Symbol. Dort, wo das Schweigen, die Sprachlosigkeit einsetzt, kommt die Ausdrucksmöglichkeit der Musik voll zur Geltung. Mehr lesen

Nach Kafka ist Kunst und sind Bücher nicht dazu da, uns glücklich zu machen. Im Gegenteil glaubte er, dass »ein Buch die Axt sein muss für das gefrorene Meer in uns.« Strindbergs und Reimanns »Gespenstersonate« ist ohne Zweifel eine Axt dieser Art. »Mich überkommt zuweilen ein rasendes Verlangen, alles zu sagen, was ich denke, aber ich weiß, dass die Welt einstürzen würde, wenn man wirklich aufrichtig wäre.« Ich glaube, in der Kunst kann und muss man diesem Verlangen nachgeben und alles sagen und dabei aufrichtig und schonungslos sein. Sonst stürzt die Welt in ein gefrorenes Meer. (Julian Pölsler) Weniger anzeigen

Besetzung

Musikalische Leitung Alexander Winterson
Inszenierung Julian Pölsler
Ausstattung Roy Spahn
Licht Falk Hampel


Der Alte, Direktor Hummel Otto Katzameier
Der Student Arkenholz Yoonki Baek
Die Mumie Karin Goltz, Iris Meyer
Das Fräulein Andrea Stadel
Johansson Daniel Schliewa
Bengtsson Steffen Kubach
Die dunkle Dame Milena Juhl
Die Köchin Julia Grote


Statisterie des Theater Lübeck

Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck



Dauer ca. 1 Stunde, 30 Minuten (keine Pause)

Termine | Karten


Fr 03/12/21 Wiederaufnahme

Großes Haus

Musikalische Leitung Alexander Winterson
Der Alte, Direktor Hummel Otto Katzameier
Der Student Arkenholz Yoonki Baek
Die Mumie Karin Goltz, Iris Meyer
Das Fräulein Andrea Stadel
Johansson Daniel Schliewa
Bengtsson Steffen Kubach
Die dunkle Dame Milena Juhl
Die Köchin Julia Grote

Statisterie des Theater Lübeck

Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck