Die Liebe der drei Könige (L’amore dei tre re)
Foto: Olaf Malzahn

Musiktheater

Die Liebe der drei Könige
(L’amore dei tre re)

Piktogramm

Oper von Italo Montemezzi (1875‑1952)
Libretto von Sem Benelli (1877‑1949) nach seinem gleichnamigen Bühnenstück

Uraufführung 1913 in Mailand

Lübecker Erstaufführung

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Premiere 13/05/22 | Großes Haus

Inhalt

»Um mich ist nur sanfte Stille, in mir die höchste Angst und Not.«

Drei Könige, ein Ziel: Fiora. Archibaldo, selbsternannter König von Altura, dessen Sohn Manfredo sowie Avito – der rechtmäßige Prinz von Altura – lieben dieselbe Frau. Fiora wurde von Archibaldo mit Manfredo verheiratet, liebt ihrerseits aber Avito. Archibaldo ist Symbol gealterter Macht. Unreflektiert und in seinem Eifern nach Macht erblindet, hat er eigenes Begehren zu lange verleugnet. Er ahnt, dass die Zeit und die nächste Generation Veränderungen fordern, hält aber an alten Ordnungen fest. Manfredo, Symbol des Gegenwärtigen, wird zu Archibaldos Machtinstrument. Er ist die einzige Person, die sich ehrlich, einfühlsam und offenherzig zeigt. Avito steht für ungestüme, leidenschaftliche Zukunft. Jung, kraftvoll und waghalsig, versucht er die Geschehnisse zu seinem Vorteil zu nutzen. Fiora, die allen dreien als Projektionsfläche ihrer unterschiedlichen Lebensentwürfe dient, schwankt zwischen Vernunft und Leidenschaft und entwickelt ihre eigene, selbstbestimmte Vision von Zukunft. Genau davor fürchten sich alle drei Männer. Jeder von ihnen möchte (ihr) König sein. Archibaldo zerstört schließlich in seinem blinden Hass jede Zukunft. Sein getrübter Blick versperrt die Sicht auf das Neue; es kommt zum Zusammenbruch aller Visionen und Leidenschaften. Mehr lesen

Die 1913 in der Mailänder Scala uraufgeführte dritte Oper des Komponisten Italo Montemezzi war dessen erfolgreichstes Werk. Die musikalische Sprache bewegt sich zwischen zwei Polen – Richard Wagner und Claude Debussy. Einerseits beeindruckt sie mit ihrer extremen Orchestrierungsdichte und fein ausgearbeiteten Leitmotivik, andererseits ist sie durch den subtilen Symbolismus und die Evokation einer transparenten Traumstimmung gekennzeichnet. Das Libretto der dunklen Geschichte stammt vom italienischen Dramatiker Sem Benelli. Die größten Erfolge feierte die heute in Europa eher unbekannte Oper in den Vereinigten Staaten, unter anderem an der Metropolitan Opera unter dem Dirigat von Arturo Toscanini. Weniger anzeigen

Besetzung

Musikalische Leitung Stefan Vladar
Inszenierung Effi Méndez
Licht Falk Hampel
Dramaturgie Polina Sandler


Archibaldo Rúni Brattaberg
Avito Yoonki Baek
Magd / Eine junge Frau Nataliya Bogdanova / Rosa-Dongeun Kim
Stimme aus dem Off Therese Fauser, Iris Meyer
Eine alte Frau Frederike Schulten / Therese Fauser


Chor des Theater Lübeck

Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck



Dauer ca. 1 Stunde, 50 Minuten (eine Pause)

Termine | Karten


Einführung um 17.30 Uhr im Mittelrangfoyer

So 12/06/22 | 18.00 Uhr

Großes Haus


So 19/06/22 | 16.00 Uhr Zum letzten Mal in dieser Spielzeit

Großes Haus


Pressestimmen

»Die Premiere der Montemezzi-Oper ›Die Liebe der drei Könige‹ am Theater Lübeck wurde vom Publikum begeistert gefeiert. […] Generalmusik- und Operndirektor Stefan Vladar gelang es hervorragend, [den] Reiz aus der Partitur hervorzuzaubern. […] Effi Méndez findet klare Bilder für diese unheilvolle Konstellation [Handlung], sie führt die Darsteller überzeugend durch den Spielraum […]. […] Sängerisch war der Abend auch ein Erlebnis. Maria Fernanda Castillo sang mit klarem und hellem Sopran, sicher in der Stimmführung und auch darstellerisch überzeugend. Rúni Brattaberg […] mit sicher fundiertem Bass und bedrohlicher Ausstrahlung – auch eine große Leistung. Anton Karemidtchew gab einen Manfredo […] mit sicherer Stimme und großem darstellerischem Ausdruck. Yoonki Baek ließ seinen Tenor strahlen, seine Stimme saß ausgezeichnet. In den Nebenrollen beeindruckte vor allem Noah Schaul als Flaminio – diese Stimme hat großes Potenzial. […] Am Ende gab es stürmischen Applaus und Bravos für die Sänger, den Dirigenten und das Regieteam. Diese Ausgrabung einer fast vergessenen Oper hat sich gelohnt.«


Lübecker Nachrichten

»Hinter dem märchenhaften Titel verbirgt sich eine emotional aufgeladene Geschichte. […] Als monumentaler Grabkeller erscheint das Bühnenbild von Stefan Heinrichs […]. Montemezzis Musik malt dieses […] Gemälde mit spätromantischer Schwere und überwältigender Klangfülle. […] Die Rollen sind allesamt großartig besetzt. […] Für ein Optimum an Ausgewogenheit sorgt GMD und Operndirektor Stefan Vladar […]. Die Lübecker Philharmoniker [breiten] dieses […] Tonbild […] in bewährter Könnerschaft aus. Der Lübecker Jugendstilbau ist wie gemacht für diese Produktion und so vervollkommnen kongeniale Einfälle das Gesamtbild. […] Leidenschaftlicher Applaus […]  würdigte die hervorragende Produktion einer phantastischen Oper.«


Klassik begeistert

»[…] Alles ist ein brisantes Gemenge, das für sich schon […] spannend ist, durch Montemezzis Musik wunderbar durchleuchtet wird. […] Am Pult hat Vladar die Partitur dynamisch und klanglich mit großer Finesse umgesetzt und das Orchester zu einer höchst spannenden Interpretation angeregt. […] Die andere Seite ist ein stimmlich grandios besetztes Sängerensemble, das im Phänotyp und im Stimmcharakter erfreulich zur jeweiligen Rolle passte […]. […] Der lange Applaus bewies, dass diese Oper stark beeindrucken kann. Ein sehr guter Erfolg [...]!«


nmz