Die Räuber
Foto: Marlène Meyer-Dunker

Schauspiel

Die Räuber

Piktogramm

von Friedrich Schiller

Premiere 13/09/19 | Großes Haus
Zum letzten Mal 12/01/20

Inhalt

»Jeder hat gleiches Recht zum Größten und Kleinsten.«

Karl Moor, der glänzende Erstgeborene, wird von seinem Vater innig geliebt und verstoßen. Das Philosophie-Studium abgebrochen, das Erbe verjubelt, durch allerhand übermütige Aktionen und wüste Rechtsverstöße in Verruf geraten, bereut Karl und bittet den alten Grafen Moor um Vergebung. Statt der erwarteten positiven Antwort erhält Karl von seinem jüngeren Bruder Franz die bittere Botschaft: Er sei endgültig in väterliche Ungnade gefallen. Die Intrige des ewig Zweiten geht auf. Kaltblütig berechnend setzt Franz seine Machtphantasien in Taten um, erklärt Vater und Bruder für tot, übernimmt die Herrschaft und bedroht Karls Verlobte Amalia. Mehr lesen

Karl, der Idealist, sammelt in den Böhmischen Wäldern eine Räuberbande um sich, will Rache nehmen für das Unrecht der Welt und für die Freiheit kämpfen. Die Räuber und Rebellen radikalisieren sich, ihre Mordlust löst sich von Karls großmütigen Motiven. Vor dem Hintergrund entfesselter Gewalt begegnet Räuber Moor seinem Vater und Amalia, die ihn mit ihrer Liebe herausfordern.

Marodierende Männer wüten nicht nur in Böhmischen Wäldern. Seit Schiller sein Debut 1781 im Sturm und Drang veröffentlichte, haben sich Organisation und Ausdruck des Bandenwesens verändert – denken wir nur an das Finanzwesen, Internetkriminalität, religiösen Fanatismus, Menschenhandel –, dennoch scheint es nach wie vor männlich dominiert zu sein. Die Motive der Meute speisen sich in Schillers Schauspiel scheinbar aus dem Gefühl, ungeliebt zu sein und dem Frust, den eigenen Platz im Leben nicht finden zu können – eine Erfahrung, die Frauen wie Männer machen.

Doch wie unterscheiden sich weibliche und männliche Aggression? Im Leben und im Theater? Die Schauspielerinnen in Andreas Nathusius’ Inszenierung spielen mit Bildern männlicher Gewalt, wie sie in vielen Bühnenstücken wieder und wieder aufgeführt werden, und fügen ihr die andere, oft unterschlagene weibliche Sichtweise und Darstellung hinzu. Weniger anzeigen

Besetzung

Inszenierung Andreas Nathusius
Ausstattung Annette Breuer
Musik Felix Huber
Dramaturgie Anja Sackarendt
Licht Falk Hampel


Maximilian, regierender Graf von Moor / Schweizer, Libertiner, nachher Bandit Astrid Färber
Karl Moor Agnes Mann
Franz Moor / Grimm, Libertiner, nachher Bandit Rachel Behringer
Razmann, Libertiner, nachher Bandit Esther Schwartz
Spiegelberg, Libertiner, nachher Bandit / Herrmann, Bastard von einem Edelmann Susanne Höhne
Roller / Kosinsky, Libertiner, nachher Banditen / Amalia, von Edelreich Katharina Uhland


Dauer ca. 2 Stunden, 45 Minuten (eine Pause)

Pressestimmen

»Die Schauspielerinnen agieren mit Bildern männlicher Gewalt, wie sie in vielen Bühnenstücken wieder und wieder aufgeführt werden: roh, unbekümmert, selbstherrlich und unreflektiert, so als gäbe es gar keine Alternative zum Blutrausch. Sie ergänzen aber auch die andere, nämlich die weibliche Sicht in ihrem Spiel. [...] Ein schöner Ansatz des Regisseurs.«


NDR 1 Welle Nord

»Dass diese Männer in Wirklichkeit Frauen waren, konnte man kaum glauben, so tief hatten sich die Schauspielerinnen des Lübecker Theaters in die Figuren der ›Räuber‹ von Friedrich Schiller hingelebt. [...] Das Premierenpublikum erlebte eine feingeistige Inszenierung und honorierte sie mit viel Applaus.«


Lübecker Nachrichten

»Die sechs Damen auf der Bühne legen sich mächtig ins Zeug. Astrid Färber ist nicht nur der gramgebeugte Greis. Sie reiht sich mutig und munter auch unter die Räuber. Feurig stürmt Agnes Mann als Karl auf die Bühne, der edle Bruder von Robin Hood. Rachel Behringer hat [...] die Bürde des bösen Franz zu tragen. Ironisch, spöttisch, manchmal auch zynisch, ja, das ist sie. [...] Susanne Höhne ist gradlinig als Spiegelberg, des Hauptmanns Neider und Konkurrent. Großartig waren ihre Passagen als Bastard Hermann.«


HL-live