Don Giovanni
Foto: Olaf Malzahn

Musiktheater

Don Giovanni

Piktogramm

Oper von Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
Libretto von Lorenzo Da Ponte (1749–1838)

(Uraufführung 1787)

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Wiederaufnahme 25/10/19 | Großes Haus

Inhalt

»Nach einem schändlichen Leiden wächst der Übermut, der trotz allem heimlich weiterbesteht, von Neuem, wächst zuerst ganz langsam, dann plötzlich, jählings, er blendet mich und stürzt mich in ein Glücksgefühl, das sich wider alle Vernunft behauptet.«

Georges Bataille: Das Blau des Himmels

»Viva la libertà« (Szene 20 AktI, T384-403) proklamiert der Titelheld in der klassischen Don-Juan-Geschichte, die auf den Bühnen der Welt heute am häufigsten in Wolfgang Amadeus Mozarts Dramma giocoso »Il dissoluto punito ossia Don Giovanni« in Erscheinung tritt. Don Giovanni weckt die Emotionen vor allem der Frauen, hinterfragt ihre Lebenskonzepte und weckt ihr Gefühl für die eigenen Gefühle, denen zu folgen konsequent wäre, denen nicht zu folgen, sie aber in die Hölle bringt. Aber wer kann sich schon leisten, ganz frei zu leben gegen jede Norm und Gesellschaftsform, die ja ein Zusammenleben von Menschen ermöglichen muss. Mehr lesen

Donna Elvira, diese sehr gebildete und weltgewandte Frau, sei verrückt, erklärt Don Giovanni immer wieder im Laufe des Stückes. Diesen Don Giovanni gibt es nicht, er existiert in der Vorstellung von Donna Elvira und ist das Wesen all ihrer geheimen Wünsche. Sie ist liebeskrank und durchlebt immer wieder ihr Trauma, das, die wie ein Dämon in ihr wohnt. Wie auf ihr eigenes Leben blickt sie in Form dieser drei Frauen: Anna, die sich von den Zwängen des durch den Vater und den Verlobten vorprogrammierten Lebens befreien möchte und Zerlina, die kurz vor ihrer Hochzeit steht und in Zweifel gerät.

Don Giovanni ist ein Prinzip, die bedingungslose Freiheit, die Radikalität von Sehnsüchten, und Wünschen, die freilich sowohl höchstes Vergnügen bereiten, aber auch Angst machen.

In seiner Oper lässt Mozart wie immer in seiner Musik tief in die Seelen der Menschen blicken.

Seine Uraufführung erlebte »Don Giovanni« als zweite der drei Mozart-Opern nach Libretti von Lorenzo Da Ponte 1787 mit großem Erfolg in Prag. Bis heute gehört sie als »Oper aller Opern«, wie sie E. T. A. Hoffmann in romantischer Überhöhung bezeichnete, zu den beliebtesten Werken der Opernliteratur überhaupt, die regelmäßige Wiederbelebung sowie stets erneute Interpretation verlangen. Weniger anzeigen

Besetzung

Musikalische Leitung Andreas Wolf
Inszenierung Martina Veh
Bühne Momme Hinrichs
Video Torge Møller / Momme Hinrichs
Licht Kevin Sock


Don Giovanni Johan Hyunbong Choi
Donna Anna Evmorfia Metaxaki
Komtur Minhong An
Donna Elvira Wioletta Hebrowska
Leporello Steffen Kubach
Masetto Mario Klein
Zerlina Andrea Stadel


Chor des Theater Lübeck
Statisterie

Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck



Dauer ca. 3 Stunden, 15 Minuten (eine Pause)

Pressestimmen

»Ihre [Martina Vehs] Inszenierung spielt in der geschlossenen Abteilung eines Krankenhauses für psychisch auffällige Persönlichkeiten. [...] Die Hauptattraktion des Abends aber waren die Damen, Evmorfia Metaxaki: großartig als Donna Anna; Wioletta Hebrowska: eine grandiose Donna Elvira und Andrea Stadel gab eine hervorragende Zerlina. Besser werden diese Rollen, vom gesanglichen Niveau her, an den sogenannten großen Häusern auch nicht besetzt: schlichtweg phantastisch. [...] Ein beglückender Abend.«


Ihr Opernratgeber

»Machorolle hin, Frauenblick her: Unterm Strich eine tolle Inszenierung mit einer mal ganz anderen Sichtweise auf die bekannte Oper. Der rücksichtslose Herzensbrecher, die liebeskranken Frauen - wunderbar gespielt von Johan Hyunbong Choi, Wioletta Hebrowska, Evmorfia Metaxaki und Andrea Stadel. Prädikat: Sehenswert!«


NDR 1 Welle Nord

»Der Chor (Leitung: Jan-Michael Krüger) [...] rundete das Gesangliche klangvoll und lebhaft ab. Erfreulich sensibel und mit dynamischer Finesse agierte das von Andreas Wolf geleitete Philharmonische Orchester und erhielt dafür verdienten langen Beifall.«


nmz-Online

»[Man] hört [...] wunderbaren Gesang. Insbesondere die Vertreter des Lübecker Ensembles – Hebrowska, Metaxaki, Stadel, Choi, Konoshchenko – strahlen in dieser Oper mit Stimm- und Spielfreude; man erlebt einen feinfühligen Andreas Wolf am Pult und einen gut eingestimmten Chor [...]. Das musikalische Personal wurde mit heller Begeisterung belohnt.«


shz

»Musikalisch hat dieser ›Don Giovanni‹ [...] viel zu bieten. Dirigent Andreas Wolf führte das Orchester in raschen Tempi durch die beiden Akte. [...] Wolf begleitete die Sänger geschickt und einfühlsam, gab ihnen Raum zum Atmen. [...] Der von Jan-Michael Krüger einstudierte Chor agierte spielfreudig, wie man es von ihm gewohnt ist.«


Lübecker Nachrichten

»[...] beeindruckend [...] das Bühnenbild von Momme Hinrichs. Durch eine dreigeteilte Drehbühne konnten die Räume rasend schnell gewechselt werden. Vom Patientenraum ins Chefarztzimmer, vom Waschraum in die Gummizelle. Per Videoprojektion wird die Gummizelle vom kühlen, weißen Gefängnis zur Traumkulisse von Neuschwanstein, in die sich Donna Elvira mit ihrem verflossenen Liebhaber hineinphantasiert. Und an anderer Stelle erscheint ein Riesenrad am Horizont, von dem ein Karussell der erbeuteten Frauen dem Lebemann zuwinkt.«


Offener Kanal Lübeck