Game of Crowns 1
Foto: Marlène Meyer-Dunker

Schauspiel

Game of Crowns 1

Piktogramm

Intrige – Macht – Könige
von und nach William Shakespeare

Uraufführung

Uraufführung 06/09/2019 | Kammerspiele

Inhalt

»Eure Phantasie krönt unsere Könige.«

Kann es einen guten Alleinherrscher geben? Was passiert, wenn ein Potentat an der Spitze eines Staates steht und die Autorität für persönliche Zwecke einsetzt? Warum folgt das Volk einem Despoten, der ihm und dem Land schadet? Warum sind Lügen und Halbwahrheiten so verführerisch? Gibt es eine Chance, den Tyrannen aufzuhalten? Mehr lesen

In seiner Lancaster-Tetralogie – »Richard II.«, »Heinrich IV.« (Teil 1 + 2) und »Heinrich V.« – beschreibt Shakespeare den Aufstieg und Niedergang sehr unterschiedlicher Herrscherpersönlichkeiten. Da ist zum einen der absolutistisch herrschende Richard II., der sein Volk durch Steuern ausquetscht, den Reichtum verprasst und sein Land in einen blutigen Bürgerkrieg treibt. Richard II. fühlt sich als Herrscher von Gottes Gnaden. Doch da er sich selbstherrlich am Hab und Gut des verbannten Heinrich Bolingbroke bereichert hat, steht ihm Rebellion ins Haus. Bolingbroke kehrt nach England zurück, besiegt Richard II. und lässt sich zum neuen König – Heinrich IV. – krönen. Sich seiner illegitimen Aneignung der Macht bewusst und immer in Furcht, dass ihn das gleiche Schicksal wie Richard II. ereilen könnte, räumt der neue Gewalthaber sogleich im eigenen Lager auf. Als raffinierter Machtpolitiker ist ihm die Bedeutung der öffentlichen Meinung sehr bewusst und mit Missmut betrachtet er den Lebenswandel seines Sohnes und Thronfolgers in spe: Prinz Harry. Dieser gibt sich lieber mit seinem »weibischen« Kumpan Falstaff den Ausschweifungen und dem Laster hin. Beide genießen ihr Leben in einer Art Gegenwelt der Vergnügungen, jenseits jeglicher politscher Rankünen. Enttäuscht wendet sich Heinrich IV. innerlich ab von seinem Sohn – doch überraschenderweise erweist sich Harry als der erfolgreichste Machtpolitiker und Kriegsherr …

In seinen Königsdramen beschreibt William Shakespeare eine Geschichte der Macht – vulgär, grausam, poetisch. Habgier, Korruption, politische Intrigen, Totalitarismus, Selbstzerstörung und Populismus – Shakespeares Themen erweisen sich gerade in unserer heutigen Zeit der politischen wie gesellschaftlichen Turbulenzen, der aufkommenden Sehnsucht nach starken Führern und einfachen Lösungen als brisanter denn je. Weniger anzeigen

Besetzung

Inszenierung / Fassung Pit Holzwarth
Ausstattung / Video Werner Brenner
Kampfchoreografie Heiner Kock
Dramaturgie Katrin Aissen
Licht Georg Marburg


König Richard II. / Chor Andreas Hutzel
Herzog von York / Chor Sven Simon
John von Gaunt, Herzog von Lancester / Sir John Falstaff / Chor Robert Brandt
Heinrich Bolingbroke, nachmaliger König Heinrich IV. / Chor Michael Fuchs
Herzog von Aumerle, Sohn des Herzogs von York / Mowbray, Herzog von Norfolk / Bushy; Verschwörer / Königsdouble / Chor Johannes Merz
Graf von Northumberland / Chor Matthias Hermann
Heinrich Percy, Sohn von Northumberland / Bagot / Verschwörer / Chor Heiner Kock
Graf von Westmoreland / Green / Bischof von Carlisle / Verschwörer / Königsdouble / Chor Johann David Talinski
Harry, Prinz von Wales, nachmaliger König Heinrich V. / Chor Lilly Gropper


Dauer ca. 3 Stunden, 10 Minuten (eine Pause)

Pressestimmen

»›Game of Crowns‹ bringt im Theater Lübeck mit surrealen Elementen verstaubte Shakespeare-Literatur brilliant und modern inszeniert mit tollen Schauspielern auf die Bühne.«


NDR

»Pit Holzwarth fallen immer wieder großartige Bilder ein, mal in unruhiger Bewegung, dann wieder in fast lähmender Stille. Kleine Symbole haben große Wirkung, regen die Fantasie an [...]. Die Spannung blieb gut drei Stunden lang erhalten. Pit Holzwarth wählte nicht nur moderne Übersetzungen, sondern übertrug auch selber aus dem englischen Original. Das transportiert den Stoff in die Gegenwart. Parallelen sind leicht zu finden.«


HL-live

»Eine gelungene Meditation über Macht, Despotie, Usurpation und Opportunismus. Parallelen zur realen gegenwärtigen Welt sind aus vollem Herzen beabsichtigt. [...] Man findet sich in einem Holzwarth-Stück, das voller Respekt vor Shakespeare diesen nicht etwa modernisiert, sondern die Gegenwart durch eine kulturhistorische Lupe betrachtet: Macht verändert den Menschen.«


shz

»Schauspielerisch ist dieser lange Abend hervorragend besetzt. Andreas Hutzel ist ein überzeugender Richard II., pendelnd zwischen Schöngeisterei und Brutalität, im Grunde ein Opfer seiner selbst. Sven Simon ist ein wunderbar stoischer Herzog von York, der für die alten Werte steht und als einziger in dieser höfischen Lemurenschar Würde bewahrt. Robert Brandt als alter John von Gaunt und vor allem als Falstaff fasziniert durch seine körperliche Präsenz – seine Schlussszene ist ein Kabinettstück für sich.«


Kieler Nachrichten

»Lilly Gropper als einzige mitwirkende Frau gibt den Prinzen von Wales und nachmaligen König Heinrich V. mit Engagement und sprachlicher Präzision, Michael Fuchs als Heinrich IV. überzeugt mit seiner Darstellung der Brutalität der von ihm gespielten Figur. In ihren diversen Nebenrollen sind Johannes Merz, Matthias Hermann, Heiner Kock und Johann David Talinski ein beeindruckendes Quartett.«


Lübecker Nachrichten

»Auch optisch macht die Inszenierung einiges her: Eine riesige Krone prangt auf der Bühne, welche im Laufe des Stücks von Figuren beklettert wird, mal auf, mal ab - ebenso flexibel wie die wechselnden Herrscher der Geschichte. Komplexe Beziehungsgeflechte, die Shakespearesche Sprachgewalt, etwas inszenatorischer Witz und der Inhalt mehrerer Dramen runden das Gesamtpaket ab und sorgen für drei Stunden gelungene Unterhaltung«


Lübeckische Blätter