Schauspiel

Ghetto

Piktogramm

von Joshua Sobol
Deutsch von Jürgen Fischer

Premiere 06/11/20 | Kammerspiele
Premiere + 08/11/20 | Kammerspiele

Inhalt

»Es ist nur noch ein Schritt vom Humanismus zum Nationalismus. Und ein weiterer zur Bestialität.«

Der Puppenspieler Srulik erinnert sich an die letzte Vorstellung des Ghetto-Theaters. Eng verwoben mit wahren Begebenheiten führt Sruliks Geschichte zurück ins Jahr 1942. In der litauischen Hauptstadt Vilnius, zur Jahrhundertwende das Zentrum der jüdischen Kultur und »Jerusalem des Nordens« genannt, wurde die jüdische Bevölkerung von den deutschen Nationalsozialisten in das Ghetto getrieben. Jakob Gens, der Chef der jüdischen Ghettopolizei, hat sich mit dem SS-Führer Hans Kittel arrangiert und versucht pragmatisch die Zahl der Opfer gering zu halten. Das Ghetto-Theater gründete er, um Juden ohne Arbeitsgenehmigung vor der Erschießung zu retten, auch um ihre Selbstachtung und den Lebenswillen zu stärken. Doch heiligt der Zweck die Mittel? Gens stößt auf Protest, der Bibliothekar und Aktivist Herman Kruk vom Sozialistischen Bund lässt plakatieren: »Auf dem Friedhof spielt man kein Theater!« Joshua Sobol schrieb sein Stück auf Grundlage von Kruks Chronik des Ghettos. Mehr lesen

Im Zwiegespräch mit seiner vorlauten Puppe setzt sich Srulik für die berühmte Sängerin Chaja ein, die wie viele der Künstler:innen im Ghetto um ihr Leben spielt. In Szenen und jüdischen Liedern, die im Ghetto von Vilnius geschrieben wurden, begegnen wir Chaja, Srulik und den anderen Charakteren, die mit dem mörderischen Wahnsinn der Nazis umgehen müssen. Sie sind der zynischen Tyrannei des SS-Offiziers Kittel ausgeliefert, der jüdischen Humor, Jazz und Gershwin liebt – und ein gnadenloser Mörder ist.

Malte C. Lachmann, der zuletzt am Theater Lübeck »Die Dreigroschenoper« und »Alice« inszenierte, wird mit Joshua Sobol, einem Ensemble von Schauspieler:innen und Puppen die tragische Ökonomie von Überleben und Tod befragen. Dürfen einzelne Menschen geopfert werden, um andere zu retten? Welche Antworten geben Religion, Wissenschaft und Kunst? Weniger anzeigen

Besetzung

Inszenierung Malte C. Lachmann
Kostüme Tanja Liebermann
Musik Willy Daum
Puppenbau/Beratung Judith Mähler
Dramaturgie Anja Sackarendt
Jiddisch-Betreuung Martin Quetsche


Srulik (der Erzähler), ein Bauchredner und Schauspieler Will Workman
Kittel, ein Nazi-Offizier Andreas Hutzel
Weiskopf, ein Unternehmer Vincenz Türpe
Chaja, eine Sängerin Kathrin Hanak
Gens, Leiter des Ghettos Henning Sembritzki
Kruk, der Ghetto-Bibliothekar Heiner Kock
Dessler, jüdischer Ghettopolizei-Offizier Sven Simon
Ein Kind Statisterie


Puppen:
Lina, die Puppe / Itzig Will Workman
Gerstein / Tobias / Helena Heiner Kock
Lea / Luba Kathrin Hanak
Umah Sven Simon


Musiker:
Chaikin Edgar Herzog
Schloime Peter Imig
Feivel Tobias Hain
Moishe Willy Daum


Termine | Karten


Fr 06/11/20 | 20.00 Uhr Premiere

Kammerspiele
Abo: S.1


So 08/11/20 | 18.30 Uhr Premiere +

Kammerspiele
Abo: S.1+


So 15/11/20 | 16.00 Uhr

Kammerspiele
Abo: S.7


Fr 20/11/20 | 20.00 Uhr

Kammerspiele

Achtung Vorstellungsänderung!

Statt »Patti Smith · Shortcut«.


Sa 28/11/20 | 20.00 Uhr

Kammerspiele

Achtung Vorstellungsänderung!

Der Termin wurde auf den 20/11/20 verschoben.


Fr 11/12/20 | 20.00 Uhr

Kammerspiele

Achtung Vorstellungsänderung!

Die Vorstellung fällt leider aus.


Sa 12/12/20 | 20.00 Uhr

Kammerspiele


Sa 19/12/20 | 20.00 Uhr

Kammerspiele

Achtung Vorstellungsänderung!

statt »Patti Smith · Shortcut«


So 20/12/20 | 18.30 Uhr

Kammerspiele


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