Hänsel und Gretel
Foto: Oliver Fantitsch

Musiktheater

Hänsel und Gretel

Piktogramm

Märchenspiel von Engelbert Humperdinck (1854–1921)
Libretto von Adelheid Wette (1858–1916)

(Uraufführung 1893)

In deutscher Sprache

Wiederaufnahme 07/12/19 | Großes Haus

Inhalt

»Knusper, knusper Knäuschen,
wer knuspert mir am Häuschen?«

Für Generationen von Kindern war und ist Humperdincks »Hänsel und Gretel« das erste, unvergessliche Opernerlebnis. Die Geschichte der beiden Besenbinderkinder, die – von der Mutter aus dem Haus gejagt – angstvoll durch den Wald irren, bis sie zu einem verlockenden Hexenhaus kommen, um dort erst recht in Gefahr zu geraten, hat die Schwester des Komponisten, Adelheid Wette, frei nach Grimms Märchen in Verse gebracht. Humperdinck, als Komponist stilistisch Wagner nahestehend, erfand für die Märchenbilder berückende Musik vom »Abendsegen« über Sandmännchens und Taumännchens Gesang bis hin zur furchteinflößenden Hexe, die Kinder wie Erwachsene seit ihrer Entstehung in ihren Bann zieht. Mehr lesen

Ursprünglich sollte es nur eine Haustheateraufführung werden. Doch was 1890 mit einigen Kinderlied-Versen Adelheid Wettes, von Humperdinck vertont, begonnen hatte, nahm im Verlauf der Arbeit immer mehr die Züge einer großen, vollgültigen Oper an. Als das Stück fertig gestellt war, erwarben die Opernhäuser in München und Karlsruhe schnell die Aufführungsrechte. Die Uraufführung fand jedoch schließlich 1893 in Weimar unter der musikalischen Leitung von keinem Geringeren als Richard Strauss statt. Die Lübecker Inszenierung basiert auf historischen Bühnenbildvorlagen aus der Entstehungszeit der Oper, die der Bühnenbildner Thomas Döll in Theaterarchiven ausfindig und für die heutige Bühne umsetzbar gemacht hat, und entführt in eine längst vergangene, doch heute noch reizvolle Theaterwelt. Weniger anzeigen

Besetzung

Musikalische Leitung Stefan Vladar
Inszenierung Herbert Adler
Ausstattung Thomas Döll
Licht Harald Hentschel
Kinderchor Gudrun Schröder
Dramaturgie Diane Ackermann


Peter, Besenbinder Steffen Kubach
Gertrud, sein Weib Maria Bulgakova
Hänsel Therese Fauser
Gretel, deren Kinder Andrea Stadel
Die Knusperhexe Michael Gniffke
Knusperhexen-Double Sebastian Lau
Sandmännchen Angela Shin / Claire Austin
Taumännchen Angela Shin / Claire Austin


Extrachor
Kinder- und Jugendchor Vocalino des Theater Lübeck und der Musik- und Kunstschule Lübeck

Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck



Dauer ca. 2 Stunden, 5 Minuten (eine Pause)

Pressestimmen

»Musikalisch bewegte sich der Abend auf hohem Niveau, denn das Philharmonische Orchester der Hansestadt Lübeck erwies sich als ausgezeichneter Klangkörper, der [...] schon ab der Ouverture in den rein instrumentalen Momenten aufhorchen ließ, weil er die Wagner nacheifernde Dichte des Klanges mit gleichzeitiger Transparenz zu verbinden wusste. Als interessanteste Stimme des Abends erwies sich der dunkle, weiche Mezzo der Polin Wioletta Hebrowska, die als Hänsel auch in ihrer burschikosen Körpersprache bewundernswert war. Aber auch die Gretel Andrea Stadel bezauberte mit ihrem klangvollen Sopran und temperamentvollen Spiel. Als Mutter Gertrud beeindruckte die Amerikanerin Rebecca Teem mit dramatischen Tönen [...]. Ihnen allen, sowie der Knusperhexe des Charaktertenors Michael Gniffke, ist hohe Wortdeutlichkeit zu bescheinigen, angesichts der vielen Kinder im Haus besonders wichtig.«


Der Opernfreund

»Die Philharmoniker zeigten sich so spielfreudig wie Regisseur Herbert Adler die Szene belebte. Ungekünstelt besteht das Geschwisterpaar seine Abenteuer, menschlich agieren die Eltern, komisch saust sie Hexe durch die Bäume – nur die Engel bleiben bei allem feinen Naturalismus märchenhaftes Kunsthandwerk. Ausstatter Thomas Döll leistet dem Vorschub mit opulenter Hochwald-Kulisse wie zu Uropas Zeiten und einem Lebkuchenhaus zum Reinbeißen. Das schafft eine wirklich zauberhafte Atmosphäre, und wenn Blitze hineinfunken und Nebel wallen, sind Wunder nicht mehr fern.«


Kieler Nachrichten

»Ein wunderbarer Wald, eine ärmliche Hütte, ein überaus appetitliches Knusperhäuschen, dazu Darsteller, die wirklich aussehen wie arme Schlucker oder böse Hexen: Lübecks ›Hänsel und Gretel‹ ist eine traditionelle Inszenierung im besten Sinne. [...] Sie ist ausgerichtet auf Kinder, die im Theater das Staunen lernen können, und auf Erwachsene, die sich die Fähigkeit zum Staunen erhalten haben. [...] Illusionstheater in einer traumhaften Szenerie [...].«


Lübecker Nachrichten

»Wie in einem Bilderbuch öffnet sich dem Publikum die Märchenwelt. Große Zuschauer staunen über die Fülle der Details, kleinere werden förmlich hinein gesogen in die Geschichte der Geschwister. Das appetitliche Knusperhaus im dritten Bild und vor allem […] die himmlisch hässliche Hexe kehren das Augenzwinkernde dieses Stückes hervor: Die Geschichte ist ernst und gruselig, will dieses Zwinkern sagen, aber das Happyend ist gewiss.«


shz

»Zum Ereignis wurde die Inszenierung [...] durch die Stimmen und das lebhafte Agieren aller. Schlicht und doch klangschön gestalteten sie [Wioletta Hebrowska und Andrea Stadel] die Volkslieder und fanden zu erstaunlich poetischer Einheit beim ›Abendsegen‹. [...] Die mit großem Beifall aufgenommene Inszenierung wird sicher über viele Jahre Erfolg haben.«


Lübeckische Blätter