Hamlet
Foto: Thorsten Wulff

Schauspiel

Hamlet

Piktogramm

nach William Shakespeare
Bearbeitung von Pit Holzwarth

Premiere 28/08/21 | Kammerspiele
Premiere + 29/08/21 | Kammerspiele

Inhalt

»Ist dies auch Wahnsinn, hat es doch Methode.«

Was ist Wahrheit, was ist Schein? Wie umgehen mit Schuld? Ist eine Erlösung durch Rache möglich? Prinz Hamlet wird durch ein unerhörtes Erlebnis aus allen Sicherheiten herausgerissen: Der Geist seines toten Vaters erscheint ihm und teilt ihm mit, dass er durch Claudius – seinen eigenen Bruder – hinterhältig ermordet worden ist. Er fordert von Hamlet Rache ein und legt ihm damit die Bürde der Familienehre aufs Haupt. Was tun? Die Königinwitwe hat schon bald nach dem Tod ihres Mannes dessen Bruder Claudius geheiratet. Was fängt Hamlet mit dieser Erkenntnis an? Spricht diese Geister-Erscheinung überhaupt die Wahrheit? Für Hamlet beginnt eine Reise ins eigene Innere, in die Untiefen von Wahnsinn und Hellsichtigkeit, von entfesselter Emotionalität und wiederkehrendem Zweifel, immer schwankend zwischen Rachegelüsten und rationalen Reflexionen. Um herauszufinden, ob seine Mutmaßungen wahr sind, und um seine Rachepläne zu verbergen, wappnet sich Hamlet mit »schlauem Irrsinn«. Doch mehr und mehr verwischt die Grenze zwischen vorgespieltem und realem Wahnsinn. Er wird zum Außenseiter und kämpft mit seinen inneren Dämonen – der Verantwortung, seinen vom toten Vater auferlegten Pflichten zu folgen, möchte er am liebsten im Tode entflieh’n: »Sein oder Nichtsein« … Mehr lesen

Shakespeare schrieb sein Drama in einer Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs. Festgefügte Weltbilder gerieten an der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert ins Wanken. In seinem tiefsinnigen und nach wie vor brisanten Klassiker stellt er existenzielle Fragen über Individualität und gesellschaftliche Zwänge – und über das Menschsein an sich.

Nach »König Lear«, »Der Kaufmann von Venedig« und »Game of Crowns 1« bringt Schauspieldirektor Pit Holzwarth eine weitere Shakespeare-Bearbeitung auf die Bühne. Mit der Figur des Hamlet zeigt er uns einen bis dahin unbekannten modernen Menschen: einen Grübler und Zauderer, einen Denker und Gebrochenen, einen ambivalenten Menschen im Spannungsfeld zwischen Prinz und Narr, der versucht, aus den familiären und gesellschaftlichen Traditionslinien herauszutreten, der Rache und Gewalt zunächst zurückweist – und der doch scheitern muss.   Weniger anzeigen

Besetzung

Inszenierung Pit Holzwarth
Ausstattung/Video Werner Brenner
Musik/Komposition Achim Gieseler
Licht Daniel Thulke
Dramaturgie Katrin Aissen


Hamlet, Prinz von Dänemark / Schauspieler: Lucianus Will Workman
Claudius, König von Dänemark, Hamlets Onkel / Schauspieler: König, u.a. Andreas Hutzel
Gertrud, Königin von Dänemark, Hamlets Mutter / Schauspielerin: Königin, u.a. Susanne Höhne
Polonia, Staatsrätin, u.a. Astrid Färber
Laertes, Polonias Sohn, u.a. Johann David Talinski
Ophelia, Polonias Tochter / Horatio, Hamlets Freund, u.a. Lilly Gropper
Totengräber / Osrick u.a. Sven Simon


Dauer ca. 2 Stunde, 55 Minuten (eine Pause)

Termine | Karten


Sa 11/12/21 | 20.00 Uhr

Kammerspiele


Einführung um 19.30 Uhr im Mittelrangfoyer

Do 16/12/21 | 20.00 Uhr

Kammerspiele


Do 13/01/22 | 20.00 Uhr

Kammerspiele


So 16/01/22 | 18.30 Uhr

Kammerspiele


Einführung um 19.30 Uhr im Mittelrangfoyer

Fr 21/01/22 | 20.00 Uhr

Kammerspiele


Sa 26/02/22 | 20.00 Uhr

Kammerspiele


Fr 18/03/22 | 20.00 Uhr

Kammerspiele


Mi 06/04/22 | 20.00 Uhr

Kammerspiele


Mi 25/05/22 | 20.00 Uhr

Kammerspiele


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Pressestimmen

»Mit einem starken und poetischen Bild beginnt (...) die ›Hamlet‹-Aufführung, die (...) dem Publikum einen Abend mit einer 400 Jahre alten, modernen Geschichte und einer herausragenden Schauspieltruppe bescherte. (…) Regisseur Pit Holzwarth hat die Verse aufgelöst in eine direktere, modernere Sprache. (…) die shakespearsche Anmutung des Textes bleibt erhalten. Ebenso die Story um Rache und Intrigen, in der Hamlet sich neu positioniert. (…) Mit explosiver Körperlichkeit stellt Will Workman Hamlet in seiner Zerrissenheit dar, rasend mit gespieltem Wahnsinn, hyperaktiv, verzweifelt, mit überbordender Spielfreude beim Theater im Theater. Da kann Lilly Gropper mithalten, die (…) die himmelhoch jauchzende und zu Tode betrübte Freundin Ophelia sowie den Freund Horatio spielt. Grandios ist Astrid Färber als ihre Mutter Polonia: Strippenzieherin, Intrigantin und kalt wie Hundeschnauze. (…) Von besonderem Kaliber ist das neue Königspaar: Andreas Hutzel als der coole, gerissene Staatsmann, der jede Situation für sich zu nutzen weiß, und Susanne Höhne – etwas ordinär und verhuscht, seine Gattin Gertrud. (...) Bei diesem exzellenten Spiel, Action auf der Bühne und schönen Regieeinfällen (…) werden die drei Stunden nicht langatmig. (…) Das Publikum dankt mit langem Applaus im Stehen und Bravos.«


Lübecker Nachrichten

»Pit Holzwarth langt noch einmal zu. Mit der Premiere seiner ›Hamlet‹-Inszenierung ist der Schauspieldirektor in seine letzte Spielzeit am Theater Lübeck gestartet. Dafür hat sich der Shakespeare-Experte ein Spiel- und Regie-Dreamteam an die Seite geholt hat und es gelingt ein Coup: Holzwarths sehr moderne Bearbeitung der Tragödie ist im Prosatext zu erleben, aber Shakespeare ist ganz nah. (…) In Lübeck ist Will Workman Spezialist, wenn es darum geht, Verhaltensoriginalität auf die Bretter zu bringen; als „Hamlet“ macht er dies so überzeugend wie nie. Das Gesicht, der ganze Körper ist ein Ringen um Wahrheit und Wahrhaftigkeit. (…) Es ist eine Lust, dem Verlauf dieser Tragödie zu folgen. (…) Fast drei Stunden dauert der Theaterabend, keine Minute davon ist belanglos, langweilig sowieso nicht. Holzwarth (…) feiert mit „Hamlet“ einen großen Abschied.«


shz

»Shakespeares ›Hamlet‹ – irre gut gespielt (…) (Es) wurde aus Polonius eine Polonia, von Astrid Färber mit graumeliertem und straffem Herrenschnitt grandios serviert. (…) Zudem war Lilly Gropper eine sehr gut sprechende und agierende Schauspielerin, die ihre Auftritte zu großen Momenten im Gefüge werden ließ. (…) Will Workman als Hamlet war ausgesprochen sehenswert. (…) (Er) leistete auch physisch in dieser nahezu dreistündigen Aufführung Imponierendes. (…) Susanne Höhne als Königin Gertrud machte aus ihrer Rolle eine grandiose Studie einer Frau, die erst durch den Sohn erfährt, mit einem Mörder liiert zu sein, die dennoch nicht von ihm lässt. (…) Es waren drei spannende Stunden zu erleben, die manche ungewöhnliche Sicht brachten (…). Langen Beifall gab es für eine ungewöhnliche Bearbeitung (…). Der Beifall galt zudem einem ungemein engagierten Ensemble.« 


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