Schauspiel

Hedda Gabler

Piktogramm

von Henrik Ibsen
Aus dem Norwegischen von Heiner Gimmler

Premiere 01/04/22 | Kammerspiele
Premiere + 02/04/22 | Kammerspiele

Inhalt

»HEDDA Was werden die Leute von dir sagen, Thea? FRAU ELVSTED Was sie wollen. Ich habe getan, was ich tun musste.«

Mit der Uraufführung 1891 sprengte Hedda Gabler das ihr vorbestimmte Korsett. Wie emanzipiert ist sie wirklich? War Henrik Ibsen seiner Zeit und noch dazu als Autor voraus? Und heute – wie leben und lieben angesichts von Gender-Pay-Gap und Selbstoptimierung?

Hedda, Tochter des Generals Gabler, begehrt und ungestüm, spielt mit den Pistolen ihres Vaters und übt auf ihr Umfeld Macht aus. Zugleich entscheidet sie sich für eine Vernunftehe mit dem Kulturhistoriker Dr. Jørgen Tesman, der eine Professur anvisiert, als sie schwanger mit ihm von der Hochzeitsreise in die neueingerichtete Villa zurückkehrt. Allein Heddas Jugendfreund Ejlert Løvborg, einst ihr Mittelsmann zur Halbwelt und dem Alkohol verfallen, nun gefeierter Autor eines kulturwissenschaftlichen Bandes, durchkreuzt als Tesmans Konkurrent Heddas Lebensplan. Ihm zur Seite steht Thea Elvsted, die ihren älteren Gatten und dessen Kinder verlassen hat, um Løvborg bei seinem Werk zu unterstützen. Beide eint ihr geistiges »Kind«, das Heddas Ungeborenem samt Mutterpflichten entgegensteht. Der Freigeist Hedda sieht sich durch diese intellektuell-libidinös aufgeladene Verbindung gefährdet und lädt die Pistolen: Sie stürzt Løvborg in den Suizid und verbrennt sein Manuskript. Den Skandal erahnend und von Richter Brack als Mitwisser zur Liaison erpresst, greift auch Hedda zur Pistole. Mehr lesen

Hedda und Thea agieren als Gegenspielerinnen um Løvborg – zwei Lebenskonzepte inmitten patriarchaler Strukturen des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Thea Elvstedt, zumeist als femme fragile verstanden, gilt es, 2022 eine schärfere Kontur zu verleihen. Nach Heinrich Manns »Der Untertan« unterzieht Mirja Biel auch Ibsens Klassiker einer Neubefragung anhand der dichotomen Geschlechtsidentität, unterstützt von Antje Rávik Strubel. Die Autorin und Übersetzerin Joan Didions und Virginia Woolfs wurde zuletzt mit dem Preis der Literaturhäuser ausgezeichnet, im August erscheint ihr neuer Roman »Blaue Frau«. Weniger anzeigen

Besetzung

Inszenierung/Bühne Mirja Biel
Kostüme Britta Leonhardt
Musik N.N.


Termine | Karten


Fr 01/04/22 Premiere

Kammerspiele


Sa 02/04/22 Premiere +

Kammerspiele