Hüsch – Wir seh’n uns wieder
Foto: Thorsten Wulff

Schauspiel

Hüsch – Wir seh’n uns wieder

Piktogramm

Ein Abend für Hanns Dieter Hüsch

Wiederaufnahme Spielzeit 2019/20 | Junges Studio
Die Wiederaufnahme-Serie entfällt wegen Corona.

Inhalt

»Frieden fängt beim Frühstück an.«

Schorndorf, tiefste schwäbische Provinz, Mitte der 80er-Jahre, im Club Manufaktur – eine Hausnummer in Sachen Jazz, Theater und Kleinkunst im Süddeutschen: Der junge Andreas Hutzel sitzt dichtgedrängt mit vielleicht zweihundert anderen im Dunkel des Saals. Ein Lichtkegel auf der Bühne beleuchtet die legendäre Philicorda-Orgel. Dann betritt Hanns Dieter Hüsch die Bühne, setzt sich, sagt, das Programm heiße nicht »Bleib doch zum Frühstück« und führt Hutzel in seine Welt: »Philosophische Exkurse, denen die wenigsten folgen konnten – allenfalls assoziativ –, Melancholie und dieser Humor, der immer an unsere Endlichkeit gemahnt und uns genau darüber lachen lässt. Diese Faszination von damals hat mich nicht losgelassen, bis heute«, so der bekennende Hüsch-Fan Andreas Hutzel. Gemeinsam mit dem Komponisten Willy Daum, der auch für den unverfälschten Philicorda-Sound steht, bringt er Texte und Chansons dieses großartigen »Wort- und Tonkünstlers« auf die Bühne. »Literarischer Entertainer«, »Philosophischer Clown«, »Sprachjongleur«, »Poet unter den Kabarettisten« oder der »Don Quijote vom Niederrhein« – die Lobgesänge auf diesen wandlungsfähigen Künstler und Meister seines Fachs sind vielfältig. Doch wenige wissen, dass Hanns Dieter Hüsch nicht nur ein Mann des Worts, sondern auch ein großartiger Musiker war. Am Klavier oder später auf der berühmten Philicorda-Orgel überraschte er sein Publikum mit originellen Jazz-Sounds. In dem Buch »Hanns Dieter Hüsch hat jetzt zugegeben« berichtet er, wie er schon als Jugendlicher lernte, »dass Musik in der Lage ist, noch mehr als die Sprache, alle Träume und Sehnsüchte auszudrücken«. Vorbilder für ihn waren Orff, Tschaikowski, Rimski-Korsakow, Hindemith, Schönberg oder Jazz-Opern wie »Johnny spielt auf«. Und die Charaktereigenschaften des Jazz leben auch in seinen Texten: Freie Rhythmik und spontane Interaktion mit dem Publikum verleihen seinen Texten die unverwechselbare Lebendigkeit und den charakteristischen Groove à la Hüsch.

Besetzung

Von und mit Andreas Hutzel, Willy Daum


Dauer ca. 2 Stunden, 25 Minuten (eine Pause)

Pressestimmen

»Seine Gestik erinnert an Hüsch, der Sprachduktus erinnert an Hüsch und auch bei den Liedern springt einen die Erinnerung an Hüsch an. Aber Hutzel verzichtet auf den Versuch einer Kopie, zum Glück für Hüsch und das heiter ergriffene Publikum. [...] Willy Daum steuert hier und da sparsame Gesten bei und sorgt für die typischen, meist sparsamen Töne und Akkorde, die sich aber auch zu rauschendem Jazz-Sound ausweiten konnten. [...] Er versprüht die nachhaltige Faszination für die Sprachjonglagen und philosophischen Exkursionen.«


shz

»Hutzel erinnert auch in Sprachduktus und Gestik an Hüsch. Wenn es geboten ist, wird er auch mal eindringlich und sogar laut. Begleitet wird er von Willy Daum. Der spielt die Philicorda, die er aufgetrieben hat, im Sinne Hüschs: auf wenige Akkorde beschränkt. Das Publikum belohnt diese großartige Darbietung bei der Premiere im Jungen Studio immer wieder mit Applaus. [...] Lachen, den Tränen nahe sein, sich irritieren und berühren lassen: Wenn Hüsch schwere Themen in leichte Worte kleidet, sind Glanzpunkte des Abends zu erleben.«


Lübecker Nachrichten

»Andreas Hutzel hat sich sehr genau mit Gestik, Mimik, vor allem mit dem Sprachduktus des Mannes vom Niederrhein beschäftigt. Er traf den Ton sehr genau, auch die Sprache der Hände, die entweder die Tasten seines kleinen Örgelchens drückten oder mit denen er sich am Holz darüber abstützte. Hutzel drehte manchmal auch auf, wurde lautstark. Aber solche Ausbrüche gab es auch beim Original.«


HL-live

»Wer jemals Hanns Dieter Hüsch erlebte, glaubte ihn wieder vor sich zu haben. Aber es war Andreas Hutzel, der im Jungen Studio des Lübecker Theaters nicht einmal in eine Maske schlüpfen musste. [...] Aber er hat die Mimik, das intensive, verhuschte Wesen des gebürtigen Rheinländers trefflich drauf und bringt die Texte wunderbar klar und lebendig über die Lippen. Man spürt eine Geistesverwandtschaft und eine Lust, der Prosa und den Liedern wieder Laut zu geben. [...] Es ist wieder ein Hutzel-Abend, der zum Dauerläufer das Zeug hat.«


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