Schauspiel

Jeeps

von Nora Abdel-Maksoud

Deutschland diskutiert über die Erbschaftssteuer. Alle sind sich irgendwie einig, dass Erben gerechter werden muss. Aber wie? Die Münchner Autorin Nora Abdel-Maksoud hat die Lösung! Jedes Erbe wird vom Staat einkassiert und via Losverfahren neu verteilt. Zufallsprinzip statt Eierstocklotterie! Und welche Behörde eignet sich besser, diese neue Erb-Bürokratie zu verwalten als die deutschen Arbeitsämter?! In den bald völlig überfüllten Wartehallen werden Arbeitssuchende aufgefordert, ihre Kinder in die Schlange für die Wartemarken zu stellen – die nehmen weniger Platz weg. Und so trifft die enterbte Start-Up-Unternehmerin Silke zwischen spielenden Kindern in Wartehalle C auf die Bürgergeldempfängerin Maude. Eine Begegnung mit explosivem Potential. Das muss auch Sachbearbeiter Gabor feststellen, als die beiden Frauen sein Büro mit einem Fernzünder bewaffnet stürmen und androhen, seinen geliebten Geländewagen in die Luft zu jagen, wenn Silke nicht ihr Erblos wieder zurückbekommt. Maude hingen will einfach nur Pfandflaschen sammeln dürfen, ohne dass ihr das Geld von der Grundsicherung als »Einkommen« abgezogen wird.

Die Satire von Nora Abdel-Maksoud erobert die Theaterbühnen im Sturm und beweist: »Erben will gelernt sein«.

Jeeps
Foto: Stefan Loeber
Premiere 13/09/24 · Kammerspiele

Besetzung

Inszenierung Jenke Nordalm
Bühne & Kostüme Vesna Hiltmann
Musik & Video Ulf Steinhauer
Licht Daniel Thulke
Dramaturgie Cornelia von Schwerin
Silke, Gründerin Lilly Gropper
Maude, Betroffene Astrid Färber
Gabor, Sachbearbeiter Jobcenter Heiner Kock
Armin, Sachbearbeiter Jobcenter Jan Byl