Schauspiel

Komplizen

Theatertext von Anton August Dudda

Drei anonyme Personen auf einem BDSM-Date, die Grenzen klar abgesprochen, die Gesichter verdeckt – was hier in diesem Haus passiert, das bleibt in diesem Haus. Doch was tun, wenn einer der Beteiligten umkommt? Autoerotischer Erstickungstod oder verkehren sich die Rollen, befinden sich auf einmal Täter im Raum?

Der Theatertext setzt sich mit dem Sadomasochismus auseinander, betrachtet dessen individual- wie gesellschaftspsychologische Tendenzen, verhandelt dabei die Frage von Anonymität in einer vermeintlich liberalen Gesellschaft, innere Zwänge, Lustgewinn und spielt in teils düsterer Komik nicht zuletzt mit dem Voyeurismus aller Anwesenden.  

Regisseurin Lilly Tiemeyer inszeniert den Auftragstext von Anton August Dudda, Student für Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin, als ihre erste Produktion am Theater Lübeck. Im Keller einer Vorstadt fokussiert sie Machtdynamiken und darin eingeschriebene Geschlechterrollen, unterwandert Stereotype samt Tabus. Lustvoll entdeckt sie Trash und das Absurde, wenn das Spiel aus Kontrollsucht/ -verlust zum Parforceritt gerät.

 

Besetzung

Inszenierung, Bühne & Kostüme Lilly Tiemeyer
Video Yannick Rietsch
Dramaturgie Degna Martens
Theresa Lilly Gropper
 Komplizen
Foto: Falk von Traubenberg
Wiederaufnahme 29/09/23 · Studio

ca. 1 Stunde, 30 Minuten (keine Pause)

Pressestimmen

»Es macht Spaß den beiden zuzusehen! […] Lilly Gropper und Heiner Kock spielen sich dynamisch und hervorragend aufeinander abgestimmt durch eine Handlung, die Twists parat hält, mit denen nicht unbedingt zu rechnen ist. […] Skurrile Momente und Wendungen lassen die Zuschauer:innen dauerhaft mitfiebern, […] lachen, staunen, mit dem Kopf schütteln. Langweilig wird es nicht. Dafür sorgen sowohl der Text von Anton August Dudda […] als auch die Inszenierung von Lilly Tiemeyer […]. Allen, die ein bisschen Trash nicht scheuen, unbedingt zu empfehlen!«

ultimo

»Lilly Tiemeyer bringt das Stück […] ins Junge Studio […], und […] [die Ensemblemitglieder] Lilly Gropper und Heiner Kock spielen großartig. […] Es entspinnt sich eine komische Kriminette, die gerne auch […] laut belacht werden kann. Es ist auch das Lachen über Doppelbödigkeiten, die sich zwischen erklärter Toleranz und moralinsaurem Verhalten auftun.«

Lübeckische Blätter

»Die Entwicklung der Handlung besticht durch Humor und slapstickhafte Szenen. Das ist natürlich auch auf die Inszenierung von Lilly Tiemeyer zurückzuführen, die großes Geschick bei der Umsetzung des Textes zeigt. […] Heiner Kock und Lilly Gropper zeigen als Ben und Theresa großartige schauspielerische Leistungen. Man sieht ihnen gerne zu und folgt ihnen in ihrer absurden Lage mit Spannung. […] Das […] Publikum applaudierte begeistert und anhaltend.«

Offener Kanal Lübeck

»Mit einem Stück über Sadomasochismus und die Frage der gesellschaftlichen Determinierung von Sexualität debütiert die Regisseurin Lilly Tiemeyer im Jungen Studio des Theater Lübeck. »Komplizen« gerät ihr zu einem Parforceritt mit Unterhaltungsfaktor. […], eine […] Stellwand in der Mitte des Raumes dient als blickdichter Paravent für die sadomasochistischen Spiele des anonymen Dreiers und als Projektionsfläche für sexuelle Fantasien, […]. Dass das Publikum […] ihre erste Regiearbeit […] am Theater Lübeck mit viel Applaus bedachte, verdankt Lilly Tiemeyer […] auch der großen Spielfreude und Schauspielkunst ihrer beiden Darsteller Lilly Gropper und Heiner Kock […].«

Lübecker Nachrichten