Leonard Cohen · I’m a hotel – songs of love and hate
Foto: Kerstin Schomburg

Schauspiel

Leonard Cohen
I’m a hotel – songs of love and hate

Piktogramm

von Pit Holzwarth

Uraufführung

Wiederaufnahme 19/10/19 | Kammerspiele

Inhalt

»Dance me to the end of love.«

Die meisten kennen seinen Namen. Und die, die ihn nicht kennen, haben zumindest »Suzanne« im Ohr, das Lied, das ihn weltberühmt gemacht hat. Oder aber sie kennen seine Songs, interpretiert von Künstlern wie Elton John, Johnny Cash, Nick Cave, R.E.M., Jennifer Warnes oder Wolfgang Niedecken. Er ist der letzte große Poet der Popkultur, der Womanizer mit der tiefen Stimme, der melancholische Songwriter, der ganze Generationen beeinflusst hat, rastlose Seele und schillernde Persönlichkeit zugleich. 2008 wurde er mit Madonna gemeinsam in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Leonard Cohen besingt wie kein anderer die Schönheit und die Abgründe des Lebens: »Wir leiden meistens unter dem Gefühl der Heimatlosigkeit. Wir leiden meistens unter dem Gefühl, nicht heimisch zu sein in unserer Haut, in unseren Herzen, in unseren Köpfen. Das Problem des Zuhause-Seins ist das alles überragende Problem für die Menschen.« Schauspieldirektor Pit Holzwarth hat nach »Liebe und Rebellion« einen melancholischen Liederabend über das Schreiben, über Abschied und Erleuchtung, Frauen und Hotels, Zigaretten und Liebe, über das Scheitern und die Sehnsucht nach der Wahrheit inszeniert. Die besondere literarische Qualität der Texte Leonard Cohens, der mehrere Romane und Gedichtbände veröffentlicht hat, macht seine Popularität aus, die ihn in Amerika und England zum Idol einer »sinnlichen Revolution« werden ließ.

Besetzung

Inszenierung Pit Holzwarth
Ausstattung Werner Brenner
Musikalische Leitung / Arrangements Willy Daum
Licht Georg Marburg
Dramaturgie Katrin Aissen






Dauer ca. 2 Stunden, 15 Minuten (keine Pause)

Pressestimmen

»Pit Holzwarth nennt es ›Liederabend‹. Es ist eine mächtige Tiefstapelei, die sich der Lübecker Schauspielchef damit leistet. [...] Es geht um Frauen, Hass, Angst, Liebe und natürlich Religion, die jüdischen Wurzeln, die Auseinandersetzung mit dem Christentum, Buddhismus. ›So long, Marianne‹, ›Hallelujah‹ oder - das ergreifendste Stück des Abend - ›Dance me to the End of Love‹. Am Ende reißt es das Publikum der Uraufführung aus den Sitzen, das ergattert sich eine Zugabe. ›First we take Manhattan.‹ Dann Lübeck.«


shz

»Pit Holzwarth [...] huldigt erneut einer Musikerlegende des 20. Jahrhunderts [...]. Seine Hommage an den bald 81-jährigen Sängerpoeten aus Kanada ist eine hochatmosphärische und vom Lübecker Schauspielensemble gewohnt souverän performte Collage aus Texten, Gedichten und 16 Songs [...]. Der Schwerpunkt dieses [...] Abends liegt jedoch stärker als bei den früheren Bühnenbiopics [...] auf der von Willy Daum neu und überwiegend sehr eindrucksvoll arrangierten Musik. Dass Holzwarth auf sieben gleichberechtigte Cohen-Interpreten setzt [...], erweist sich dabei als Glücksfall. Mit ihren unterschiedlichen Stimmen und Charakteren [...] machen Astrid Färber, Susanne Höhne, Andreas Hutzel, Henning Sembritzki, Timo Tank und Jochen Weichenthal diese Hommage erst wirklich spannend.«


Kieler Nachrichten

»Das schlichte und von Dekorativem freie Bühnenbild von Werner Brenner ist ein guter Rahmen, um Stationen des beschwerten Lebens des Leonard Cohen vorüberziehen zu lassen. [...] Das Leben, die Liebe, der Tod, die Einsamkeit, der Schmerz: In hoher Dosis bekommt das Publikum Texte und Cohen-Zitate zu hören. [...] Texte wechseln sich mit einer Show ab, die die Cohensche Melancholie immer wieder verlässt, ausgelassen sein kann und manchmal sogar ein bisschen frech [...].Für die hinreißenden sieben Cohens und Willy Daums exzellente Band gab es nach jedem Song ergiebigen Applaus.«


Lübecker Nachrichten

»Astrid Färber, Susanne Höhne, Andreas Hutzel, Vasiliki Roussi, Henning Sembritzki, Timo Tank und Jochen Weichenthal geben Cohens Selbstreflexion beinah psychotische Züge. Die siebenfache Persönlichkeit zeigt sich als perfektes Ausdrucksmittel für den in sich gekehrten Charismatiker. [...] Grandiose Höhepunkte der mehr als zweistündigen Aufführung sind zweifelsohne die musikalischen Interpretationen. [...] Nachdem zum Abschluss der Uraufführung ›First We Take Manhatten‹ erneut als Zugabe erklingt, sind dem Ensemble und den brillanten Musikern um Bandleader Willy Daum stehende Ovationen sicher.«


ultimo

»Pit Holzwarth stellt in seiner Fassung nicht einen einzigen Cohen auf die Bühne, sondern gleich sieben Personen, drei Damen und vier Herren. Sie alle sind Cohen, spielen, singen, tanzen den grüblerischen Künstler mit Hingabe [...]. Für die sieben Mitglieder des Schauspielensembles hat Willy Daum wunderschöne, eingängige Arrangements geschrieben. [...] Das Publikum nahm die Geschichte vor allem als eine Art Musical mit sehr schönen, sehr talentiert, sehr überzeugend vorgebrachten Melodien. Eineinhalb Dutzend Cohen-Songs sind zu hören. [...] Eine beachtliche Leistung.«


HL-live

»In Gestik und Mimik wurde klar, dass nicht nur exzellente Sänger am Werk sind, sondern auch echte und professionelle Schauspieler, denen die Lust am Ausdruck förmlich aus allen Poren drang. Und so ist am Ende natürlich die gesamte Mannschaft der Star. Das sah dann am Schluss auch das Publikum so: nach gut zwei Stunden Gesangs- und Schauspielfeuerwerk gab's den nicht enden wollenden Applaus.«


unser Lübeck

»In den Kammerspielen geht es vorrangig um den Musiker Cohen. Insgesamt 16 Songs hat Willy Daum neu arrangiert und gegen den Strich der Nostalgie gebürstet. [...] ›Liederabend‹ nennt Holzwarth sein Stück - und stapelt tief damit. Denn nicht nur die Musik, auch der Mensch Cohen wird an diesem Abend beleuchtet und befragt, musikalisch und schauspielerisch. [...] Die Uraufführung endet [...] in einem einmütigen Sturm der Begeisterung.«


Lübeckische Blätter