Schauspiel

Letzte Lieder

von Stefan Weiller

»Musik spricht dort, wo Worte fehlen«, lässt Hans Christian Andersen den Mond sagen in seinem »Bilderbuch ohne Bilder«. Der Autor und Hörspielregisseur Stefan Weiller kommt über Musik ins Gespräch – mit Menschen, die er in Palliativstationen und Hospizeinrichtungen getroffen hat. Sie erzählen von der Musik, die sie im Leben begleitet hat und von Liedern, die sie erst in der Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Sterblichkeit (neu) entdeckt haben. Sie erzählen vom Vorausplanen: Da ist der Mann, der akribisch seinen digitalen Nachlass verwaltet, damit seine Lebensstationen im Internet erhalten bleiben, da überlegt ein Paar, ob die Stadionhymne ihres Fußballvereins ein gutes Lied für die Beerdigung sei. Und sie erinnern sich: an die Liebe, die eine oder an viele. Sie blicken zurück und ziehen Bilanz: Was war gut? Was war es wert? Was bleibt? Stefan Weiller hat die Gespräche nicht aufgezeichnet, sondern erzählt sie anonymisiert und aus dem Gedächtnis nach. Einfühlsam und frei von Sentimentalität fasst er Trotz und Resignation, Dankbarkeit, Zorn und Trauer seiner Gesprächspartner:innen in Worte. Und wo diese fehlen, spricht die Musik.

Regisseurin Charlotte Garraway, die 2021 den Audiowalk »Sprechende Grabsteine« auf dem Burgtorfriedhof konzipiert und inszeniert hat, setzt Stefan Weillers Texte an einem Ort der Sepulkralkultur in Szene und führt damit die Reihe von Schauspielaufführungen an ungewöhnlichen Orten im Stadtraum fort.

 Letzte   Lieder
Premiere 12/04/24 · Stadtraum

Besetzung

Inszenierung Charlotte Garraway
Bühne & Kostüme Ramona Rauchbach
Musikalische Leitung & Musik Peter Imig
Dramaturgie Cornelia von Schwerin