Musiktheater

Madame Butterfly

Oper von Giacomo Puccini

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Der US-amerikanische Marineleutnant Benjamin Franklin Pinkerton will während seines Aufenthaltes in Japan eine angenehme Zeit verleben. Er beauftragt den Vermittler Goro damit, für ihn ein Haus und eine Frau zu finden. Goro organisiert eine Hochzeit nach japanischer Sitte. Die 15-jährige Braut Cio-Cio-San nimmt die Zeremonie ernst. Sie verleugnet den Glauben ihrer Vorfahren und konvertiert zur christlichen Religion, um ihrem zukünftigen Mann geistig näher zu kommen. Dafür wird sie von ihrer ganzen Familie verstoßen. Mit in ihr neues Zuhause bringt Cio-Cio-San unter anderem den zeremoniellen Dolch, den sie nach dem politisch bedingten Selbstmord ihres Vaters sorgfältig aufbewahrt hat.

Nach ein paar glücklichen Monaten verlässt Pinkerton Japan mit dem Versprechen, im Frühling wiederzukommen. Er weiß nicht, dass Cio-Cio-San schwanger von ihm ist. Ihrem Gatten auf Gedeih und Verderb treu, wartet sie auf ihn drei Jahre lang und erzieht währenddessen ihren gemeinsamen Sohn. Als Pinkerton nach Japan zurückkehrt, wird die hoffnungsvolle Cio-Cio-San mit der harten Realität konfrontiert. In »Madame Butterfly« stellt sich Puccini ganz auf die Seite einer Frau aus dem Osten. Cio-Cio-San beweist eine Seelengröße, die stark mit der Leichtsinnigkeit ihres westlichen Mannes kontrastiert. Ihr widmet Puccini eine der schönsten und herausforderndsten Rollen, die je für die Sopranstimme geschrieben wurden, mit reizenden Melodien, berührenden Szenen und einer breiten Palette an Emotionen, von der kindischen Freude bis hin zur höchsten Verzweiflung. Die Klangfarbe reicht weit über Europa hinaus: Einerseits ahmt Puccini den japanischen Musikstil nach, anderseits flicht er nicht ganz ironiefrei in die Pinkerton- Szenen Motive der amerikanischen Nationalhymne ein. Heute zählt »Madame Butterfly« weltweit zu den beliebtesten Werken des Opernrepertoires.

Besetzung

Musikalische Leitung Takahiro Nagasaki
Inszenierung, Bühne & Kostüme Ezio Toffolutti
 Madame   Butterfly
Foto: Jochen Quast
Wiederaufnahme 06/04/23 · Großes Haus

Dauer: ca. 2 Stunden, 30 Minuten (eine Pause)

Pressestimmen

»Ergreifend und wirkungsvoll ist die Lübecker Neuinszenierung von Puccinis ›Madama Butterfly‹ vor allem dank eines starken Ensembles und Orchesters, das GMD Stefan Vladar zu Bestform inspiriert. […] Das Orchester zeigt sich in Bestform. Besonders detailverliebt ist überdies die Kostümierung. […] Sehr viel dramatische Lebendigkeit erhält der Abend nicht nur von der allgegenwärtig brillierenden Butterfly, sondern auch durch eine durchweg vereinnahmende gesangliche wie auch schauspielerische Leistung des gesamten Ensembles. […] Ergreifend und wirkungsvoll ist die Lübecker Inszenierung von ›Madama Butterfly‹ vor allem dank eines starken Ensembles und Orchesters jedoch allemal.«

concerti

»Endlich wieder große Oper. […] Generalmusik- und Operndirektor Stefan Vladar gelingt es, trotz Puccinis häufig monumentaler Instrumentierung das Orchester ganz wunderbar leise spielen zu lassen. Die Zwischenmusiken im zweiten Teil waren für sich bereits eine herausragende Leistung der Musiker und ihres Dirigenten. Der Chor (Einstudierung: Jan-Michael Krüger) meisterte seine sängerischen Aufgaben hervorragend […]. […] Stimmlich herausragend in dieser ›Butterfly‹ waren Wioletta Hebrowska als Dienerin Suzuki und Gerard Quinn als Konsul Sharpless. […] Am Ende gab es riesigen Applaus, viele Bravos und Ovationen im Stehen, vor allem für María Fernanda Castillo und den Dirigenten Stefan Vladar.«

Lübecker Nachrichten

»Wenn der Beifall schon zur Pause klingt wie ein begeisterter Schlussapplaus, und wenn es am Ende das Publikum nahezu einhellig zu stehenden Ovationen reißt, dann muss es auf der Bühne gepasst haben, oder? […] Es ist die Nacht der María Fernanda Castillo, die mit starkem, in emotional hoch aufgeladenen Passagen bis zur Härte getriebenem Sopran die Gefühlswelt einer jungen Frau aufblättert.« 

shz

»Zweifellos überzeugend und das ohne jede Einschränkung ist die Leistung von María Fernanda Castillo. Sie singt und spielt die Hauptrolle mit allen nur möglichen Facetten […]. Das tut sie völlig sicher in ihren strahlenden Höhen und mit einem Volumen, das der Weite ihrer Leidenschaft entspricht. […] Sensibilität und dramatische Leidenschaft prägen auch die Umsetzung der Partitur durch das Philharmonische Orchester der Hansestadt Lübeck unter GMD Stefan Vladar […]. […] Der Chor ist sowohl im ersten Akt als auch im berühmten Summchor zum Ende des zweiten Aktes wunderbar abgestimmt, synchron und klar, vor allem fernab jeglicher Sentimentalität. […] Dass dies alles bis zur letzten Note phantastisch umgesetzt wurde, dankte das Lübecker Publikum mit begeistertem Beifall.«

Klassik begeistert

»Es ist der Abend von María Fernanda Castillo als Cio-Cio-San, berührend im Spiel, mitreißend in ihren Sopran-Höhenflügen […]. […] Es ist […] ein weiterer Vorzug dieser Inszenierung, dass alle Partien aus dem Haus besetzt werden können – und alle überzeugen.«

HL-live

»In ihren [Castillos] Solopartien und in den Duetten gewinnt sie immer größeres Format, wird damit zum Ereignis dieser Inszenierung. Neben ihr ist Yoonki Baek als Pinkerton mit seiner tenoralen Stärke ein musikalisch starker Partner. […] Auch in anderer Hinsicht ist diese Inszenierung ein Ereignis. […] Bei dieser ›Butterfly‹ sind Gäste die absolute Ausnahme. Einer ist Owen Mitsileng als der noble Fürst Ymadori. Mit seinem würdevollen Bass wirbt er um die Verlassene […]. Einen dunklen, schwarz gefärbten Bass besitzt Rúni Brattaberg. Er ist damit ein beeindruckender Onkel Bonze. […] Die Lübecker Philharmoniker leisten viel in wohlklingenden Solopartien wie in klagvollen Tuttis. […] Vladars sensibles Dirigat [ist] mit ein Grund dafür, dass dieser Inszenierung heftig applaudiert wurde.«

nmz

»María Fernanda Castillo strahlte in der Rolle der Butterfly mit leuchtendem Sopran voller Kraft, suggestiv im Spiel. […] Stefan Vladar meistert mit den Philharmonikern den instrumentalen Part farbprächtig mit großem Einsatz und Präzision, konturenstark, ohne in Sentimentalität zu verfallen […]. Die Zwischenmusiken im zweiten Teil strahlen intensiv aus. Der Chor (Leitung Jan-Michael Krüger) bewährt sich hervorragend. Am Ende gab es lange Ovationen im Stehen und viele Bravorufe.«

Lübeckische Blätter

»Die mexikanische Sopranistin, María Fernanda Castillo, […] begeisterte in der Rolle der Cio-Cio-San durch ihre Stimmgewalt und schönen Pianisequenzen, wie auch durch ihre ergreifende Rolleninterpretation, die einen fast sprachlos zurückließ. […] Wioletta Hebrowska beeindruckte durch ihre dramatische Intensität und ihre Bühnenpräsenz als Suzuki. […] Die übrigen Sänger:innen […] rundeten das herausragende Ensemble ab. Grandios der spannungsgeladene, aber auch einfühlsame, nie übersentimentale Orchesterklang, den das Philharmonische Orchester der Hansestadt Lübeck unter der Leitung von Stefan Vladar zu zaubern verstand. Die Inszenierung durch Ezio Toffolutti und seinem Team überzeugte durch eine beeindruckende Personenführung, verbunden mit einer Ruhe ausstrahlenden Schlichtheit der Bühne, die einen schönen Kontrast zu Puccinis, von fernöstlichen Klängen geprägten, ausdrucksstarken Partitur bildete.«

Ihr Opernratgeber

»Der große Erfolg dieser Neuinszenierung […] kann wohl in erster Linie der Titelheldin zugeschrieben werden: Mit María Fernanda Castillo steht eine phänomenale Cio-Cio-San auf der Bühne, die mit ihrem leuchtenden, voluminösen jugendlich-dramatischem Sopran und berührender, intensiver Darstellung vollends überzeigen konnte. […] Am Schluss gab es nicht enden wollenden Beifall für alle Mitwirkenden, ganz besonders natürlich für die Titelheldin, aber auch für GMD Stefan Vladar und sein hoch motiviertes Orchester.«

Der neue Merker