María de Buenos Aires
Foto: Jochen Quast

Musiktheater

María de Buenos Aires

Piktogramm

Tango-Operita von Astor Piazzolla (1921–1992)
Libretto von Horacio Ferrer (1933–2014)

(Uraufführung 1968)

Lübecker Erstaufführung

In spanischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Premiere 25/08/19 | Großes Haus

Inhalt

»María unser von Buenos Aires ... vergessen bist du unter allen Frauen.«

Astor Piazzollas »Tango-Operita« erzählt eine Geschichte aus einzelnen Bildern – wie eine gute Milonga, eine Tango-Tanzveranstaltung, die einen Abend lang von Einsamkeiten, Sehnsüchten, Lieben und Schmerzen der Menschen berichtet, assoziativ, ergreifend und bewegend. Es ist die Geschichte der María, die aus der Vorstadt ins Zentrum der Stadt Buenos Aires gelangt, Höhen und Tiefen eines Lebens als Tango-Sängerin durchlebt und schließlich nach ihrem Tod als Geist zu einer merkwürdigen zweiten Existenz gelangt, bis sie auf wundersame Weise mit der Muttergottes und Stadtheiligen identifiziert, erhöht und aufs Neue erniedrigt wird – eine Geschichte von zyklischer Entwicklung, unentrinnbarem Schicksal und der Kunst, im Ausdruck der Traurigkeit ungeahnte Schönheit entstehen zu lassen. Mehr lesen

Der Tango hatte es von Anfang an mit Situationen des Übergangs, der Spannung aus Nähe und Distanz zu tun – Schwebezuständen einer eigenen Art. Entstanden in der vielfältigen Einwanderungsgesellschaft im Argentinien der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, spielten afrikanische Elemente für seine Etablierung ebenso eine Rolle wie europäische und solche anderer lateinamerikanischer Regionen. Anerkennung in den gehobenen Kreisen von Buenos Aires fand er erst als europäischer Reimport, als er kurz vor dem Ersten Weltkrieg zum erfolgreichen Modetanz in Paris geworden war und von dort wieder zurück in die argentinische Hauptstadt ausstrahlte. Mit Astor Piazzolla begann die neue Spielart des Tango Nuevo, der in dieser Tango-Operita einen Höhepunkt erreichte.

Bis heute ist der Erfolg des Tangos in der Welt ungebrochen, wie eigene Tango-Traditionen etwa in Finnland, Japan, Russland oder der Türkei zeigen. Auch Lübeck und die Metropolregion Hamburg kennen eine lebendige Tango-Szene, in der verschiedenste Spielarten des Tanzes vom traditionellen Paartanz mit klarer Rollenverteilung bis hin zu Neuinterpretationen von Führen und Folgen, so zum Beispiel dem Queer-Tango, gepflegt werden – ein gutes Umfeld für eine Aufführung dieses einzigartigen Musiktheaterstückes.

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Freuen Sie sich bei den beiden Silvester-Vorstellungen in der Pause auf Barmusik von Astor Piazzolla im Mittelrangfoyer, gespielt von Takahiro Nagasaki, dem 2. Kapellmeister und Musikalischen Leiter des Abends. Weniger anzeigen

Besetzung

Musikalische Leitung Takahiro Nagasaki
Inszenierung Rainer Vierlinger
Ausstattung Vibeke Andersen
Choreographie Andrés Sautel
Licht Falk Hampel
Sprechchor Jan-Michael Krüger




Tänzer Andrés Sautel / Emiliano Alcaraz
Tänzerin Katherine Gorsuch / Celeste Medina


Bandoneon Christian Gerber / Jakob Neubauer
Gitarre Volker Linde / Matthias Strass


Sprechchor
Bewegungschor (Tanzstatisterie)
Kinderstatisterie

Mitglieder des Philharmonischen Orchesters der Hansestadt Lübeck



Dauer ca. 1 Stunde, 30 Minuten (keine Pause)

Termine | Karten


Do 30/04/20 | 19.30 Uhr

Großes Haus

Achtung Vorstellungsänderung!

Absage wegen Corona.

Musikalische Leitung Takahiro Nagasaki
Tänzer Andrés Sautel / Emiliano Alcaraz
Tänzerin Katherine Gorsuch / Celeste Medina
Bandoneon Christian Gerber / Jakob Neubauer
Gitarre Volker Linde / Matthias Strass

Sprechchor
Bewegungschor (Tanzstatisterie)
Kinderstatisterie

Mitglieder des Philharmonischen Orchesters der Hansestadt Lübeck


Sa 23/05/20 | 19.30 Uhr

Großes Haus
Abo: Theaterfahrt am Samstag

Musikalische Leitung Takahiro Nagasaki
Tänzer Andrés Sautel / Emiliano Alcaraz
Tänzerin Katherine Gorsuch / Celeste Medina
Bandoneon Christian Gerber / Jakob Neubauer
Gitarre Volker Linde / Matthias Strass

Sprechchor
Bewegungschor (Tanzstatisterie)
Kinderstatisterie

Mitglieder des Philharmonischen Orchesters der Hansestadt Lübeck


Fr 05/06/20 | 19.30 Uhr

Großes Haus
Abo: MT.3

Musikalische Leitung Takahiro Nagasaki
Tänzer Andrés Sautel / Emiliano Alcaraz
Tänzerin Katherine Gorsuch / Celeste Medina
Bandoneon Christian Gerber / Jakob Neubauer
Gitarre Volker Linde / Matthias Strass

Sprechchor
Bewegungschor (Tanzstatisterie)
Kinderstatisterie

Mitglieder des Philharmonischen Orchesters der Hansestadt Lübeck


Do 18/06/20 | 19.30 Uhr Zum letzten Mal

Großes Haus
Abo: MT.2

Musikalische Leitung Takahiro Nagasaki
Tänzer Andrés Sautel / Emiliano Alcaraz
Tänzerin Katherine Gorsuch / Celeste Medina
Bandoneon Christian Gerber / Jakob Neubauer
Gitarre Volker Linde / Matthias Strass

Sprechchor
Bewegungschor (Tanzstatisterie)
Kinderstatisterie

Mitglieder des Philharmonischen Orchesters der Hansestadt Lübeck


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Pressestimmen

»Ausgerechnet mit der Tango-Oper ›María de Buenos Aires‹ die Saison am Theater Lübeck zu eröffnen, ist gewagt. [...] Trotz der Bedenken wurde die Eröffnungspremiere [...] ein Erfolg. [...] Regisseur Rainer Vierlinger setzt in seiner Inszenierung auf die Macht der Bilder, die Macht großartiger Bilder. [...] die Geschichte der María [bleibt] nebulös. Aber auch mystisch, denn diese zweite Ebene der Existenz der handelnden Personen schwingt immer mit. Für einen nüchtern-norddeutschen Betrachter ist dieses Spiel [...] nicht einfach zu verstehen. Aber eben dieses Spiel macht den Reiz dieser Oper aus. Regisseur Rainer Vierlinger führt sein Personal [...] geschickt auf der Bühne des Großen Hauses. Es gelingt ihm sogar, den kammerspielartigen Charakter von ›María de Buenos Aires‹ deutlich zu machen - schon allein das ist eine große Leistung. Vierlinger stehen aber auch Sänger-Schauspieler von Rang zur Verfügung. Daniel Bonilla-Torres ist der weltweit gefragteste Darsteller des unheimlichen Erzählers El Duende [...]. Er spricht großartig, vor allem aber hat er die Präsenz, die dieser Begleiter der María braucht. María singt Lorena Paz Nieto hinreißend. Sie hat keine Belcanto-Stimme, ihr dunkel timbrierter Mezzosopran ist für den Tango-Gesang bestens geeignet. Schauspielerisch ist sie in Not und Verzweiflung ebenso überzeugend wie in ihren wenigen glücklichen Momenten. Carlos Moreno Pelizari verkörpert in seinen fünf Rollen als Sänger das männliche Prinzip. Er singt und spielt eindringlich bis zum bitteren Ende der mit einer Tochter niedergekommenen María.«


Lübecker Nachrichten

»Musikalisch war diese Premiere ein erster Höhepunkt der Spielzeit. Dirigent Takahiro Nagasaki [...] leitete das klein besetzte Orchester sicher, er versah den Klavierpart vorbildlich. Als Gäste beeindruckten Christian Gerber (Bandoneon) und Volker Linde (Gitarre). Die Tangos und Milongas [...] erklangen so, wie man sie auch in Buenos Aires oder Montevideo hören kann. Die großartigen Tänzer Andrés Sautel und Katherine Gorsuch trugen entscheidend zu der überzeugenden Gestaltung der Atmosphäre des Stückes bei. Am Ende gab es langen Applaus [...]. Es lohnt sich, auf diese Reise nach Argentinien zu gehen.«


Kieler Nachrichten

»Dem Publikum bereitete die Begegnung mit dem Tango [...] im Großen Haus viel Freude. [...] Sie [Astor Piazolla und sein Texter] liefern bunt gemischte Szenenfolgen; bunt wie das Leben in den Straßen von Buenos Aires. [...] Ein Tanzpaar zeigt, wie im vornehmen Argentinien der Tango hingelegt wird (Katherine Gorsuch, Andrés Sautel). Verbunden werden die 16 Nummern durch die symbolträchtigen Bühnenbilder von Vibeke Andersen. Da wird ein scheinbar formloser Steinklotz zum rot aufleuchtenden Gebäude, wandelt sich ein Großzelt zur Kirche. Im Mittelpunkt steht schließlich ein rotes Herz, dem menschlichen Organ nachgebildet, das später Stangen durchbohren werden. Ein schräg gestellter Steg zieht sich wie der Saturnring um die Herzmitte: Bilder, die die Fantasie anregen [...]. Die Vielfalt der unterschiedlichen Musikstile, die Gesänge, die Tänze, die von vielen Statisten gespielten Nebenhandlungen, die Sprechchöre fügen sich in der einfallsreichen Regie von Rainer Vierlinger zu einem starken, dichten Gesamtkunstwerk, das seine Wirkung nicht verfehlt. [...] Bei der Premiere wurden die Mitwirkenden und das Regieteam lange gefeiert. Allen voran stand die Sängerin Lorena Paz Nieto in der Titelrolle. Ebenbürtig waren Carlos Moreno Pelizari als Sänger, Daniel Bonilla-Torres als souverän geisternder Schatten.«


HL-live

»Alles gibt dem Geschehen den Hauch von Surrealem, zumal das Spiel auf der Bühne vielfach gebrochen ist. Ein Sprechchor hilft dabei, auch eine Reihe von Statisten als Frauen, Kinder, Handwerker, Huren, vor allem aber ein Paar, das durch schön anzusehenden, zugleich expressiven Tangotanz eine weitere Bezugsebene öffnet (Katherine Gorsuch und Andrés Sautel). [...] Maria wird zur Hauptsache von Lorena Paz Nieto verkörpert. Die junge Spanierin hat eine sehr farbige Stimme, die Piazollas Vorbilder von Jazz bis Folklore wunderbar einfing. Ihr glaubte man die breite Ausdruckswelt des Tangos. [...] Vor allem mit diesem Song setzte die Sängerin einen musikalischen Glanzpunkt. Auch ihr männlicher Partner Carlos Moreno Pelizari bewies in unzähligen Varianten seine Vielseitigkeit. Stets war er um María herum, förderte oder verdarb sie, meisterte sehr Konträres überzeugend.«


nmz-Online

»Piazzollas Oper ist ein Werk voller Kraft, die durch seine ungemein variable und situationsbezogene Musik erzeugt wird. Sie nachzugestalten gelang den Musikern aus dem Lübecker Philharmonischen Orchester respektabel. Sie wurden von Takahiro Nagasaki, [...] 2. Kapellmeister, temperamentvoll vom Piano aus geleitet. [...] So durften [...] Bandoneon (eindrucksvoll Christian Gerber) und Gitarre (sehr einfühlsam Volker Linde) an wenigen Stellen mit dem Geschehen auf der Bühne Zwiesprache halten.«


unser Lübeck

»In der Inszenierung von Rainer Vierlinger und ganz besonders auch mit der Ausstattung Vibeke Andersens erobert das Stück seine Zuschauer mit starken Bildern, die sich zusammen mit der Musik (Leitung Takahiro Nagasaki) zu einem fühlbaren Gesamtkunstwerk fügen. Drei starke Hauptakteure tragen die mystische Geschichte durch den kurzen, nur 90 Minuten währenden Abend [...]. Eindrucksvoll zum Einsatz kommen Sprech- und Bewegungschor, Kinderstatisten und ein Tanzpaar. Südamerikanisches Tangoflair zaubern nicht zuletzt Gitarre (Volker Linde) und Bandoneon (Christian Gerber) herbei.«


shz

»Den [El Duende] spielt in der Lübecker Premiere großartig raumergreifend Daniel Bonilla-Torres. Lorena Paz Nieto verkörpert wandlungsfähig und intensiv die Titelpartie. Ihr Mezzosopran schweift angenehm füllig und grundtönig. Der ›Sänger‹ gibt allen anderen Personen eine Stimme, von Carlos Moreno Pelizari auch darstellerisch beschwörend geboten. Sprech- und Bewegungschor, Kindergruppen leisten Hervorragendes (Einstudierung: Jan-Michael Krüger). Die Tanzeinlagen legen Katherine Gorusch und Andrés Sautel hin; erotisierend und mit dem richtigen Schuss Zauberei. Die kleine Besetzung der Philharmoniker wird klangfarblich durch Gitarre und natürlich Bandoneon ergänzt, auch Flöte hat wichtige Soloaufgaben. Alle bereiten die Tangoatmosphäre mitreißend aus, angefeuert durch den neuen 2. Kapellmeister Takahiro Nagasaki. Regisseur Rainer Vierlinger gelingen einprägsame Bilder im episodenhaften, geheimnisumwitterten Geschehen. Die Personenregie steuert die Abläufe geschickt, die Straßenszene, die Wandlungen der zeltartigen Skruktur zu einem Gebäude, die Kirchenbaustelle und der Dreiviertelring als Spielhintergrund. Ein überdimensionales medizinisches Herzorgan, von Speeren durchbohrt, wird zum Blickfang. [...] Vibeke Andersen hat die bunte Ausstattung besorgt, die zum Verhältnis des Stücks beiträgt. Insgesamt gab es viel Beifall.«


Lübeckische Blätter

»Die Bühnentechnik unterstützt das Wechselspiel in Marías Lebensweg aufs Raffinierteste. Die Effekte durch den wechselnden Lichteinfall und Aufbau der Kulissen überraschen immer wieder. [...] Die Musik unter der Leitung von Takahiro Nagasaki, unterstützt den Bildwechsel mit Vielfalt, Dynamik und Einfühlung. [...] Der Fluss des Geschehens hält uns im Verbund mit der Mystik der Geschichte bis zum Schluss gefangen. [...] Die surreale Geschichte hinterlässt eine seltsame Spannung. Die Inszenierung zog durch vielfältige Sinneseindrücke und fortlaufende Bildwechsel in den Bann. [...] Das Publikum [...] wusste die Hingabe in leidenschaftliche Beifallstürme umzusetzen.«


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