Musiktheater

Simon Bocca negra

Piktogramm

Oper von Giuseppe Verdi (1813–1901)
Libretto von Arrigo Boito (1842–1918)

Eine Koproduktion des Theater Lübeck mit dem Theater Hagen

(Uraufführung 1881)

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Premiere 30/05/20 | Großes Haus
Die Produktion entfällt wegen Corona.

Inhalt

»Die Genuesen haben eine neue Art Wechselgeschäfte erfunden, welche sie Messen von Besançon nennen, weil diese dort ihren Ursprung genommen haben; heute aber finden sie statt in Savoyen, in Piemont, in der Lombardei, im Trento, vor den Thoren Genuas oder wo man sonst will, sodass man sie besser ›Utopia‹, d. h. ›Messen ohne Ort‹ nennen kann.«

Bernardo Davanzati. 1581.

Der Doge ist tot! Es lebe der Doge! Damit ließe sich die Geschichte auf den Punkt bringen, die Verdi in seiner Oper über den Dogen Simon Boccanegra erzählt, der 24 Jahre autoritär im Genua des ausgehenden Mittelalters herrschte, bevor er offenbar einem Giftmord zum Opfer fiel. »Frieden! Liebe!« – das sind die Worte des Dogen, wenn es brenzlig wird. Wenn man diese Worte im Kontext einer politischen Rhetorik belässt, die nur den Fortbestand der »eigenen« Macht sichern will, mögen sie musikalisch »unsterblich« erscheinen und zugleich wirkungslos, ohne Nachhall mit jeder Aufführung »für immer« verstummen. – Die großen Szenen, die Verdi in seiner Oper entwirft, öffnen den Blick für Anatomien der Macht in einer (Welt-)Stadtgesellschaft: Genua – mit dieser südlichen »Hansestadt« kommt nicht nur die Herkunftsregion des Christoph Kolumbus ins Spiel. Mehr lesen

Genua ist auch ein maßgebliches Kultur- und Wirtschaftszentrum in der Entwicklung des modernen, globalen kreditbasierten Kapitalismus und »seiner« Kriege. Zweierlei Optionen für eine »bessere Welt« dämmern in Verdis Werk auf: Im Ersterben einer ganzen Generation männlicher Mandatsträger könnten Worte wie »Liebe« und »Frieden« für einen Augenblick begreiflich oder sogar lebbar werden. Und wenn in Verdis Erzählung von Liebe, (Ohn-)Macht und Tod die Perspektive einer Frau endlich Stimme und Mandat erhält, könnte eine solche Abdankung echter Neubeginn sein.

In dieser Koproduktion mit dem Theater Hagen wird Genua zu einem Ort, der Machtverhältnisse in ihrer ganzen Schönheit, ihrem ganzen Grauen erlebbar macht.

Dass die Produktion vom Rezensenten der Opernwelt als »eine der besten Verdi-Inszenierungen, die ich in den letzten Jahren an einem deutschen Opernhaus gesehen habe« bezeichnet wurde, steigert unsere Vorfreude noch. Weniger anzeigen

Besetzung

Musikalische Leitung Stefan Vladar
Inszenierung Magdalena Fuchsberger
Bühne Monika Biegler
Kostüme Kathrin Hegedüsch
Video Aron Kitzig
Licht Achim Köster
Dramaturgie Francis Hüsers, Dr. Katharina Kost-Tolmein


Doppelbesetzung in alphabetischer Reihenfolge


Maria alias Amelia Grimaldi María Fernanda Castillo
Simon Boccanegra Gerard Quinn
Jacopo Fiesco alias Andrea Dong-Wo Seo
Gabriele Adorno Yoonki Baek
Paolo Albiani Johan Hyunbong Choi
Pietro Youngkug Jin
Ein Hauptmann Daniel Schliewa


Chor und Extrachor des Theater Lübeck

Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck



Termine | Karten


Sa 30/05/20 | 19.30 Uhr Premiere

Großes Haus
Abo: MT.1

Achtung Vorstellungsänderung!

Absage wegen Corona.

Doppelbesetzung in alphabetischer Reihenfolge
Maria alias Amelia Grimaldi María Fernanda Castillo
Simon Boccanegra Gerard Quinn
Jacopo Fiesco alias Andrea Dong-Wo Seo
Gabriele Adorno Yoonki Baek
Paolo Albiani Johan Hyunbong Choi
Pietro Youngkug Jin
Ein Hauptmann Daniel Schliewa

Chor und Extrachor des Theater Lübeck

Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck


Fr 12/06/20 | 19.30 Uhr Zum letzten Mal in dieser Spielzeit

Großes Haus

Achtung Vorstellungsänderung!

Absage wegen Corona.

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Maria alias Amelia Grimaldi María Fernanda Castillo
Simon Boccanegra Gerard Quinn
Jacopo Fiesco alias Andrea Dong-Wo Seo
Gabriele Adorno Yoonki Baek
Paolo Albiani Johan Hyunbong Choi
Pietro Youngkug Jin
Ein Hauptmann Daniel Schliewa

Chor und Extrachor des Theater Lübeck

Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck