Sinfoniekonzert
Foto: Anja Doehring

Konzert

Sinfonie konzert

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Werke von Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven

Inhalt

Wolfgang Amadeus Mozart (1756‑1791)
Klavierkonzert Nr. 23 A-Dur KV 488 (1786)

Ludwig van Beethoven (1770‑1827)
Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92 (1811-12)




Im ersten Sinfoniekonzert nach längerer Corona-Pause ist Generalmusikdirektor Stefan Vladar im Klavierkonzert Nr. 23 von Mozart erneut in der beim Publikum sehr beliebten Personalunion von Pianist und Dirigent zu erleben und setzt zudem mit der siebten Sinfonie seinen umjubelten Beethoven-Zyklus fort.

Wolfgang Amadeus Mozart gilt in der Musik­geschichte als Vollender der Gattung Klavierkonzert. Das Klavierkonzert Nr. 23 A-Dur stellt dabei im Schaffen Mozarts in vielerlei Hinsicht ein Ausnahmewerk dar. Offensichtlich benutzt er die Gattung des Klavierkonzerts hier als Experimentierfeld: Statt der bis dahin üblichen Oboen setzt Mozart die zum Zeitpunkt der Komposition relativ neue Klangfarbe der Klarinetten ein. Gegenüber anderen Konzerten jener Zeit ist dieses Konzert von kammermusikalischer Transparenz bestimmt. Statt bloßer Wiederholung entwickelt Mozart einzelne Themen weiter. Der Mittel­satz wirkt hier gar wie eine Arie ohne Worte. Das Finalrondo deutet Mozart neu, und die temperamentvolle Coda wirkt wie der Schluss einer Opera buffa – das ist wohl kein Wunder, denn Mozart vollendete dieses Konzert im gleichen Jahr wie die berühmteste Opera buffa überhaupt: »Le nozze di Figaro«. Mehr lesen

Theodor W. Adorno bezeichnete Ludwig van Beethovens siebte Sinfonie als »die Sinfonie par excellence«. Auch ein Rezensent der Uraufführung urteilt ähnlich euphorisch: »Diese neueste Sinfonie erwirbt dem genialen Verfasser nicht geringere Bewunderung, als die ältern, vielleicht ist es sogar ein wichtiger Vorzug, den sie vor diesen behauptet, daß sie in allen Teilen so klar, in jedem Thema, so gefällig und leicht faßlich ist, daß jeder Musikfreund, von ihrer Schönheit mächtig angezogen wird, und zur Begeisterung entglüht.«

Begeisterung löst bis heute nahezu jede Aufführung dieser 1811 bis 1812 entstandenen Sinfonie aus. Die Sinfonie wurde am 8. Dezember 1813 zusammen mit Beet­hovens »Wellingtons Sieg oder die Schlacht bei Vittoria« im Redoutensaal der Wiener Universität als Benefizkonzert zugunsten der antinapoleonischen Kämpfer unter Leitung des Komponisten uraufgeführt. Obwohl die Sinfonie manche Hörerwartung kräftig durcheinander­wirbelte, war sie schon damals ein außerordentlich großer Erfolg. Am treffendsten hat vielleicht Romain Rolland Beethovens Siebte beschrieben: als »Orgie des Rhythmus«. Beethoven lässt im energiegeladenen Musikstrom seiner Sinfonie immer wieder Lücken, durch die er aus den engen sinfonischen Formen ausbrechen und ganz eigene Wege gehen kann – andere, als sie das Publikum erwartet. Das macht jedes Hören dieser genialen Komposition immer wieder aufs Neue spannend. Weniger anzeigen

Pressestimmen

»Vladar spielte und dirigierte auswendig. Unaufgeregt und sehr präzise führte er das hellwache Philharmonische Orchester durch das Werk. Seine musikalische Deutung war eindrucksvoll. Stefan Vladar war in jedem Takt und jeder Note glaubwürdig. Er blieb ganz bei sich und spielte mit makelloser Technik. Die große Ruhe, die er dem Werk verlieh, war vor allem im zweiten Satz, dem Adagio, berührend. Das Orchester übernahm seine Gestaltung, so dass ein filigraner, sehr zeitgemäß schnörkellos interpretierter Mozart entstand. Nach viel Applaus und einer kurzen Umbaupause stand Ludwig van Beethovens Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92 auf dem Programm. (…) Hier war noch deutlicher als bei Mozarts Klavierkonzert zu spüren, dass Stefan Vladar ein Werk bis ins kleinste Detail erfassen und verstehen will und seinen Musikern ebendiese Genauigkeit abverlangt. Durch zügige Tempi und klare rhythmische Ansagen wurde die Sinfonie unter seinen Händen zu einem temperamentvollen und vor Energie strotzenden Opus. (…) Als der letzte Ton verklungen war, bedankte sich der Dirigent bei seinen Musikern für eine reife Leistung, während das Publikum sich erhob und lange stehend klatschte.« 


Lübecker Nachrichten