Musiktheater
Wozzeck
Text vom Komponisten nach dem Dramenfragment »Woyzeck« von Georg Büchner
In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln
Georg Büchner richtete mit seinem Dramenfragment »Woyzeck« kurz vor seinem frühen Tod im Jahr 1837 einen schonungslosen Blick auf die sozialen Abgründe seiner Zeit. Inspiriert von einem realen Gerichtsprozess erzählt er von einem einfachen Mann, der in Armut lebt, für fragwürdige medizinische Experimente missbraucht und von allen Seiten erniedrigt wird und dabei zunehmend den Verstand verliert. Seine Verzweiflung entlädt sich schließlich gegen seine Geliebte Marie, die sich auf eine Affäre mit dem Tambourmajor einlässt. »Was ist das, was in uns lügt, mordet, stiehlt?« – eine Frage, die Büchner umtrieb und die er in »Woyzeck« radikal durchspielt.
Während des Ersten Weltkriegs begann der Komponist Alban Berg, sich mit diesem Abgesang auf den freien Menschen auseinanderzusetzen und Büchners Text nah am Original zu vertonen. »Es ist nicht nur das Schicksal dieses von aller Welt ausgenützten und gequälten armen Menschen, was mir so nahe geht«, schrieb er, »sondern auch der unerhörte Stimmungsgehalt der einzelnen Scenen«. So entstand eine expressionistische Partitur von enormer emotionaler Intensität, die von Atonalität bis hin zu volksmusikalischen Elementen reicht und zu einem Meilenstein der Moderne avancierte.
Besetzung
Kinder- und Jugendchor Vocalino des Theater Lübeck und der Musik- und Kunstschule Lübeck
Statisterie des Theater Lübeck