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Sehr geehrte Damen und Herren,

Sehr geehrte Damen und Herren,



Dr. Katharina Kost-Tolmein

 

seit ich 2013/14 die Operndirektion am Theater Lübeck übernommen habe, haben wir ein weites Spektrum von Musiktheater, teils zu Ihrer Begeisterung, teils begleitet von leidenschaftlichen Diskussionen vor Ihnen ausgebreitet. In den kommenden Jahren laden wir Sie zu thematischen Entdeckungsreisen ein, die Aufschluss über andere, uns selbst und das Andere in uns selbst versprechen und wie immer unsere Liebe zum Musiktheater feiern. Schon in den Vorbereitungen sind wir in der Stadt auf überwältigende Unterstützung seitens der Kolleg*innen in den Lübecker Museen und der Stadtbibliothek gestoßen. Dafür bedanke ich mich auch im Namen meines Stellvertreters Carsten Jenß sehr herzlich! Erste Eindrücke von Begegnungen, die zwischen Ensemblemitgliedern und Expert*innen, Exponaten sowie Räumen begonnen haben, können Sie den Seiten dieses Spielzeitheftes entnehmen.

Verstecken und Zeigen sei Theatralität, lautet die Antwort des französischen Philosophen Jean-François Lyotard auf die ewige Frage, was unsere Kunstform ausmache. Verborgenes sichtbar machen, und zwar mittels Verhüllungen wie Schminke und Kostümierung - diese Paradoxien gehören zum Theater, wie es in Europa seit der Antike als Werkzeug nicht nur der Demokratie wirksam ist und in vielen Kulturen der Welt Leben und Kunst durchzieht. Sein wunderbarer Illusions- und Desillusionsapparat fragt: Wenn ich mir eine Maske vors Gesicht halte, bin ich dann noch dieselbe? Wenn ich sie abnehme, enthülle ich dann mein wahres Ich? Wo beginnt die Kostümierung und wo endet das Selbst?

Anhand eines Programms, das kulturelle Identitäten zwischen den Kontinenten Afrika, Europa und Amerika beleuchtet, bieten wir Ihnen an, sich an diesem erkenntnisreichen Spiel zu beteiligen, zu freuen und im besten Sinne darüber zu wundern. Figuren wie Tangostar alias Stadtheilige María de Buenos Aires, Seefahrer Christoph Kolumbus, Azteken-König Montezuma, Sylphide und Rusalka im Land der Menschen, Europäerin und Afrikanerin und der Genueser Doge Simon Boccanegra bieten Anlässe zur Musik, zur Darstellung, zur Betrachtung - zum Zeigen, Verstecken und Wiederenthüllen. Wer unter Ihnen des Tango-Tanzens mächtig ist, weiß um den besonderen Schwebezustand, aus dem heraus eine Bewegung in jede Richtung möglich ist, ohne dass die Balance des Augenblicks gefährdet ist. Begeben Sie sich mit uns aufs Parkett und genießen Sie die Lebendigkeit, die sich einstellt, wenn man in jedem Moment mit allem rechnen darf und die größte Überraschung zur größten Erfüllung wird. Wir freuen uns auf Sie!

 

 

 

Ihre
Dr. Katharina Kost-Tolmein
Operndirektorin